Frogblue Bluetooth Smarthome Slider

Bluetooth-Frösche funken in der Wand

02.04.2018

Das Startup Frogblue aus München und Kaiserslautern stellt ein neues Smarthome-Funksystem mit Bluetooth-Datenübertragung zum Nachrüsten vor. Es verspricht umfangreiche Smarthome-Automatisierungen ganz ohne einen zentralen Steuerungs-Server. 

Die Deutsche Frogblue AG überraschte auf der Light + Building 2018 mit einem neuen System, das im Kern ähnliche Funktionen bietet wie etwa Wiser Home Touch von Schneider Electric, dabei aber noch eine Spur simpler auftritt. Der Namen setzt sich aus zwei charakteristischen Merkmalen des Systems zusammen: Die Frogblue-Funkchips sind grün. Und sie funken im Bluetooth-Standard.

Zehn Komponenten bauen das Funknetzwerk auf

Erstes Merkmal der Frogs, die das Startup mit Sitz in München und Kaiserslautern seine Bluetooth-Steuerungmodule nennt: Sie werden typischerweise zwischen die klassischen Taster oder Schalter in der Wand und deren zusteuernde Stromkreise installiert. Die kleinen Platinen, die in ihrer Bauform für die Montage in den zugehörigen Unterputz-Installationsdosen angepasst sind, haben also jeweils einen oder mehrere Steuerungs-Eingänge, über die sie erkennen, wenn ein Kippschalter umgelegt oder ein Taster gedrückt wird. Außerdem haben sie Schalt-Ausgänge, üebr die sie direkt oder funkgesteuert die zugehörige nStromkreise öffnen und schließen oder Leuchten dimmen können.

Frogblue Frog Dim 2-2
Zwei rein, zwei raus: Der Frog Dim 2-2 hat zwei Taster-Eingänge udn zwei Dimmer-Ausgänge. Foto: Frogblue AG

Es gibt derzeit zehn verschiedene Frogs, die jeweils durch ihre Funktion sowie die Zahl ihrer jeweiligen Taster-Eingänge und Schalt- oder Dimmer-Ausgänge benannt werden. „Frog Act 1-1“ etwa ist ein Modul, das einen Taster-Eingang besitzt und einen Licht-Stromkreis schalten kann. Der „Frog Dim 1-3“ kann einen Lichtkreis dimmen, aber insgesamt drei Taster abfragen. Und ‑„Frog Relay 2-2“ kann zwei Taster abfragen und zwei Verbraucher mit höherer Leistung ansteuern. Typische Anwendung dafür sind laut Frogblue Rollladen- oder Markisenmotoren. Die Module „Frog In 3AC“ und „Frog In 5AC“ schließlich sind Eingänge für Schaltsensoren wie etwa Tür-Fensterkontakte, Schalter oder Taster. Einen Überblick über die Komponenten des System zeigt auch die Galerie unten.


Weiter lesen: So funktionieren die modularen Funksysteme für die schlaue Nachrüstung


Auch bei Frogblue funktionieren die einzelnen Module ohne eine Vernetzungszentrale, indem man jedem steuerbaren Verbraucher einen oder mehrere mögliche Auslöser zuordnet. So kann einer der funkvernetzten Taster fast beliebig viele per Frogblue gesteuerte Leichtkreise einschalten oder dimmen. Die Zuordnung erfolgt bei diesem System über den eigenen Bluetooth-Funkstandard. Das Versprechen: Per Bluetooth-Verbindung und der zugehörigen App kann sowohl der Installateur als auch der Nutzer selbst festlegen, welcher Taster welche Leuchte oder welchen Rollomotoren ansteuern soll.

Diese Konfiguration wird in den Miniprozessoren der Frogs gespeichert, bis sie wieder per Bluetooth verändert wird. Auf diese Weise sollen sogar Zeitautomatiken oder Gruppenfunktionen wie „Alles aus“ ohne eine zentrale Steuerungsintelligenz möglich sein. Zudem messen die Frogs den Energieverbrauch der angeschlossenen Leuchten, Motoren oder Steckdosen und geben diesen auf Wunsch regelmäßig per Bluetooth an die zugehörige App weiter. 

Für die Funktechnik Bluetooth Low Energy, mit der sich die Komponenten untereinander kontaktieren, verspricht Frogblue eine weitere Innovation: Sie sollen sich als so genanntes „Mesh Netzwerk“ so ergänzen, dass jede zusätzlich installierte Komponente zugleich Empfänger und Sender ist und so die Reichweite des Funknetzwerks vergrößert. Die Mesh-Technik ist für den Bluetooth LE-Standard der neuesten Generation seit Mitte 2017 vorgesehen, wurde aber bislang noch nicht in Smarthome-Systemen eingesetzt.

Wanddisplay als Vernetzungszentrale

Um das System weiter zu vernetzen, bietet Frogblue so genannte Cubes an. Das sind Bedienteile an der Wand. Der wichtigste davon dürfte das Frog Display sein – ein Touchscreen mit eingebautem Raumluft-Sensor, das alle steuerbaren Funktionen zur zentralen Kontrolle anzeigen kann. Daneben bietet das System Cube in Form einer Türsprechanlage oder auch einfach als Bewegungs- und Präsenzsensor.

Frogblue Frog Presence
Frofblue Frog Presence. Foto: Frogblue AG

Das zentrale Wanddisplay dient neben seiner Funktion als Bedienzentrale auch zur Verbindung ins Heimnetzwerk und ins Internet – wie in anderen Smarthome-Systemen auch. Während die App-Steuerung innerhalb der Bluetooth-Reichweite auch ohne eine Zentrale wie das Frog Display möglich ist, muss für die Fernbedienung von außerhalb das Gateway eine Onlineverbindung herstellen.

Herkömmliche Wandtaster mit eingebauter Funktechnik sucht man im Frogblue-System indes vergebens, die Frösche machen sich ausschließlich im Verbund mit vorhandenen klassischen Wandtastern ans Werk. Ausnahme: Ein Funk-Taster für den Schlüsselbund, der so genannte Frog-Key, kann einzelne Befehle als Fernbedienung ausführen.


BILDERGALERIE - Bitte klicken Sie zur Großansicht auf die Bilder:

Systeme

Das Funkbus-Prinzip

So funktionieren Systeme wie Wiser Home Touch am Beispiel eines einfachen Lichtschalters: Zwischen den mechanischen Schalter und die Glühbirne wird ein kleiner Baustein mit elektrischen Anschlüssen montiert. Zwei Kontakte erfassen die Zustände des Schalters oder Tasters. Zwei weitere Anschlüsse werden mit dem Stromkreis verbunden, den der Schalter bisher fest verbunden hat. Der Lichtschalter funktioniert damit weiter so wie bisher, hat aber zwei zusätzliche Funktionen:

  1. Die Taster- oder Schalterbefehle lassen sich über die Funk-Pille an andere Komponenten dieser Art übertragen, so dass der betreffende Taster mehrere Stromkreise bedienen kann.
  2. Der eigentliche Licht-Stromkreis lässt sich ebenfalls auch von anderen Funk-Pillen des selben System ansprechen – oder von separaten Funk-Tastern. 

Die freie Zuordnung von Aktionen (Schalter/Taster oder auch der Zustand eines Sensors) von den zugehörigen Reaktionen (Licht an/aus) ist gewissermaßen die Kernfunktion jeder Smarthome-fähigen Elektroinstallation.

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