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Fritzbox Smarthome spricht mit Fremd-Komponenten

20.07.2017

Jede Fritzbox mit DECT-Funktion lässt sich auch als einfache Smarthome-Zentrale nutzen. Kollegen berichten, dass dies nicht mehr nur mit den wenigen Funk-Schaltern von AVM klappt, sondern auch mit Funksensoren von Telekom, Panasonic und anderen Anbietern.

Alle halbwegs aktuellen Fritzbox-Modelle vom Routerhersteller AVM mit DECT-Telefonfunktion lassen sich aush als Smarthome-Zentralen einsetzen. Das ist nicht neu und bisher auch nicht wirklich spektakulär, da es bisher im Angebot von AVM nur schaltbare Steckdosen für innen und außen sowie einen Funk-Heizkörperthermostat gab, die sich mit dem Fritzbox-Smarthome verbanden und so über die Fritzbox steuern ließen. Als Steuergerät kam entweder die Fritz-App auf dem Smartphone oder ein passendes Fritz Fon DECT-Telefon zum Einsatz. Damit ließen sich etwa die Funk-Schaltsteckdosen fernsteuern. Alternativ erlaubt die Smarthome-Funktion der Fritzbox Zeitpläne, mit denen etwa die Funk-Thermostat an Heizkörpern die Raumtemperatur einstellten. Sensoren, die solche Funktionen automatisiert auslösen – und die in den meisten intelligenten Häusern die Basis aller automatisierten Funktionen bilden – bot AVM für sein Fritzbox Smarthome bisher nicht an.

Fritzbox Smarthome akzeptiert Sensoren von Telekom, Panasonic & Co. 

Wie der auf Do-it-Yourself-Lösungen spezialisierte Smarthome-Blog Digitalzimmer.de berichtet, sind solche Automatisierungen aber mittlerweile durchaus möglich. Man muss nur auf Schalt-Sensoren anderer Anbieter zurückgreifen. So hat etwa die Deutsche Telekom für die neueste Version ihres Magenta Smarthomes neben den früher eingesetzten Homematic-Funkkpmponenten auch Fenster-/Türkontakte und Bewegungsmelder im Programm, die mit Funkstandard „Ultra Low Energy“(kurz: ULE, früher auch DECT ULE) funktionieren.


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Eben dieses Funkverfahren, das aus dem DECT-Funkstandard für Schnurlostelefone heraus entwickelt wurde und mit diesem technisch verwandt ist, nutzt auch AVM für die Smarthome-Funktionen der Fritzbox. In einem praktischen Versuch hat Frank-Oliver Grün von digitalzimmer.de etwa einen Türkontakt aus dem Sortiment von Telekom Magenta Smarthome mit der AVM-Fritzbox verbunden und steuert damit nun eine Schaltsteckdose vom Typ Fritz DECT 200. 

Weitere ULE-Schaltkomponenten kommen etwa vom japanischen Hersteller Panasonic und dessen auf Sicherheitsfunktionen optimierten Smarthome-System. In diesem System gibt es neben Tür-/Fensterkontakten auch einen akustischen Glasbruchsensor und etwa einen Feuchtigkeitsmelder, der über zwei Kontakte Pfützen unter der Waschmaschine oder in der Küche meldet. Außerdem hat Panasonic eine per ULE ansteuerbare Innensirene im Programm. 

Ein recht bekanntes ULE-Funksystem ist allerdings nicht mit Fritzbox Smarthome kompatibel: Das bereits seit 2012 angebotene Gigaset Elements funkt zwar ebenfalls im ULE-Standard, nutzt dabei aber ein anderes Profil. Die ansonsten sehr praktischen Tür- und Fenstersensoren von Gigaset Elements sind deshalb mit Fritzbox Smarthome nicht einsetzbar.

Noch Probleme mit Repeatern und Updates

Wie Digitalzimmer.de berichtet, funktioniert die Verbindung fremder ULE-Komponenten bislang nur dann problemlos, wenn keine DECT-Erweiterungsgeräte (Repeater) die Reichweite der Fritzbox für Schnurlostelefone erweitern. Auch Updates der fremden Komponenten, sonst in Systemen mit ULE-Funktechnik durch die Luft üblich, seien über die Fritzbox nicht möglich, so die Praxiserfahrung der Kollegen.


Systeme mit ULE-Technik in der Systemdatenbank:


Solche Kinderkrankheiten passen zu den Eindrücken, die auch „Das intelligente Haus“ mit dem Fritzbox Smarthome gewinnen konnte: Das System wurde vom Berliner Hersteller AVM in den letzten Jahren immer wieder zunächst mehr oder weniger umkommentiert mit neuen Funktionen bestückt, die zum Start auch mal noch etwas holprig funktionierten. Mit Software-Updates wurden solche Bugs aber auch zügig wieder behoben. Wer indes immer auf dem allerneuesten Stand der Fritzbox-Technik sein möchte, der kann neue Funktionen schon vor dem offiziellen Start ausprobieren – über die Labor-Softwareversionen, die AVM auf einer eigenen Update-Webseite offeriert. 

Fritzbox Smarthome wächst und gedeiht

Gut möglich, dass AVM etwa im September zur IFA in Berlin weitere Details zur herstellerübergreifenden Kooperation seines Fritzbox Smarthomes vermeldet und die Funktion bis dahin auch vollends perfektioniert. Eine Erkenntnis bleibt: Für den Erstkontakt zu Smarthome-Funktionen gibt es für alle Nutzer einer Fritzbox mit DECT-Funktion derzeit kaum ein praktischeres und günstigeres System. Und jetzt lassen sich einfache Vorgänge wie etwa eine automatisch eingeschaltete Basisbeleuchtung im Haus damit auch simpel und kostengünstig über Türschalter oder Bewegungsmelder automatisieren.  rot


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Systeme

ULE – ULTRA LOW ENERGY

Neben der AVM Fritzbox nutzen derzeit nur einige wenige Systeme den ULE-Funkstandard, etwa das Sicherheitssystem Gigaset Elements, das allerdings nicht mit kompatibel ist. Daneben arbeitet auch das Smarthome-Sicherheitssytem des japanischen Herstellers Panasonic und die neueste Funkzentrale von Telekom Magenta Smarthome (siehe unten) mit der ULE-Funktechnik. Die Komponenten dieser Systeme sind mit der AVM-Fritzbox kompatibel.

Homebase Telekom Smarthome

Bei dem Funk-Übertragungsstandard selbst ist der Name Programm: "Ultra Low Energy", also extrem wenig Energie soll die Datenübertragung über dieses Funkprotokoll benötigen. ULE hieß bisher DECT ULE und ist damit auch der sparsame kleine Smarthome-Bruder des weltweit verbreiteten Schnurlostelefon-Funkstandards DECT, auf dessen Technik ULE basiert. Alle Firmen, die diesen Standard unterstützen, sind in der ULE-Alliance organisiert. 

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