Somfy Tahoma Google Homekit

Somfy Smarthome funkt mit Homekit & Google

06.03.2018

Somfy hat ganz nebenbei bekanntgegeben, dass seine System Tahoma Premium und Conexoon ab Sommer fit für Google Home und – ach ja – auch Apple Homekit werden sollten. Lesen Sie, warum das für Somfy und viele andere recht bedeutend sein könnte. 

Dieser Tage hat der französische Hersteller Somfy im Rahmen der Rollladen- und Beschattungs-Leitmesse R+T in Stuttgart eine Reihe bemerkenswerter Erweiterungen seiner Smarthome-Steueurngprodukte Somfy Tahoma Premium und Somfy Conexoon bekanntgegeben.

Somfy öffnet seine Systeme künftig für deutlich mehr Smarthome-Plattformen als bisher – allen voran der Sprachsteuerung für Google Home und das Apple-System Homekit. Bereits im letzten Jahr hatte Somfy die Pforte seiner Systeme für Amazon Alexa und deren Smart Speaker aus der Echo-Familie sowie zum Online-Steuerungsdienst IFTTT geöffnet. Sobald die Integration von Homekit und Google Home Mitte dieses Jahres geöffnet sind, dürfte Somfy Tahoma Premium zu den Smarthomesystemen mit den universellsten Vernetzungsoptionen zählen.

Somfy Integration 2018
Offenheit, wie Somfy sie meint: Der Hersteller möchte seine Systeme künftig in alle großen Plattformen wie Amazon Alexa, Google Home oder Apple Homekit integrieren und gleichzeitig möglichst viele Smarthome-Standrads und Protokolle unterstützen. Außerdem wird der Austausch über offene Schnittstellen zu anderen Systemen gepflegt.  Abschottungspolitik siehe jedenfalls anders aus. Grafik: Somfy

Apple Homekit integriert Smarthome-Zentralen von Somfy & Co.

Neben dem Neuheitenwert für Somfy und deren Systeme bestätigt die Nachricht erneut, dass Apple drauf und dran ist, sein Homekit-System für Smarthome-Gateways und alle dahinter gebündelten Funk-Komponenten zu öffnen. Zuletzt hatten immer mehr Hersteller von Systemen auf Basis der Enocean-Funktechnik – wie etwa Bootup Myhomecontrol oder das Enocean IP Gateway von Digital Concepts – wie auch universelle Smarthome-Zentralen wie etwa Homee die Homekit-Integration angekündigt.


Mehr Smarthome-Lösungen mit Apple Homekit:


Bislang verlangte das sehr sicher konzipierte, aber eben für nur wenige Komponenten zugängliche Apple-System von allen angeschlossenen Gerätschaften eine Hardwareseitige Verschlüsselungstechnik. Künftig soll die Integration von Smarthome-Systemen und -KOmponenten auch rein softwarebasiert möglich sein – dann können eben auch bisherige Somfy Tahoma Boxen oder Homee-Zentralen ein Update für die Homekit-Verbindung bekommen. Diese Neuerung soll mit dem  kommenden Update des Apple Betriebssystems iOS auf Version 11.3 kommen. iOS 11.3 ist als Betaversion für Entwickler von Apps und Anwendungen bereits in der vierten Version verfügbar, das eigentliche Update erwarten Insider für Ende März 2018. Für die nahende Öffnung und Integrationsfähigkeit von Apple Homekit spricht auch, dass Somfy bereits jetzt ganz offensichtlich mit dem Homekit-Schriftzug für seine Produkte werben darf. 

Somfy öffnet den Zugang zu seinen Spezialgebieten

Somfy verspricht indes nicht nur zusammen mit den Internet-Multis Apple, Google und Amazon maximale Offenheit und Systemkompatibilität. Vorstand Jean Guillaume Despature sieht das Prinzip der Offenheit als Grundpfeiler seiner Entwicklungsstrategie im Smart Home-Bereich: „Der Smart Home-Markt ist komplex und bringt viele verschiedene Akteure zusammen. Um unsere Weiterentwicklung auf diesem Markt sicherzustellen und möglichst vielen Menschen Smart Home-Lösungen zugänglich zu machen, ist es von großer Bedeutung, einerseits mit unseren Produkten direkt im Haus vertreten zu sein und unser System gleichzeitig für andere Produkt- und Serviceplattformen zu öffnen.“

Die Somfy Smarthome-Systeme sollen deshalb künftig nicht nur mit allen führenden Sprachsteuerungs- und Servicesystemen kompatibel sein, sondern sich auch Entwicklern anderer Systeme öffnen. Dafür will Somfy seine Software-Schnittstellen offenlegen und damit die Ansteuerung seiner Produkte unabhängig vom jeweiligen Smarthome-System möglich machen. Verbrauchern möchte der Hersteller damit größtmögliche Entscheidungsfreiheit bei der Wahl ihrer individuellen Automationslösung geben – sofern andere Smartome-Entwickler dabei mitmachen.

Im Klartext: Ab Sommer 2018 sollen IoT-Drittanbieter über eine spezielle Plattform Zugang zu Somfy-Rollladenantrieben in Kombination mit den Smart Home-Steuerungen Somfy Connexoon oder Somfy Tahoma Premium bekommen. Im nächsten Schritt folgen weitere Komponenten aus dem Somfy-Produktportfolio, so de Hersteller in seiner Mitteilung. Mit der Öffnung gegenüber anderen Herstellern und Systemen möchte sich Somfy zu einem Vorreiter der Branche in der offenen vernetzung unterschiedlicher Systeme machen.

Fazit: Neuer Schwung dank Homekit?

Klar, Apple beherrscht nur etwas ein Drittel des Markes der Mobilgeräte wie Tablets und Smartphones, doch der Tech-Gigant aus Cupertino schenkt schon seit mehreren Jahren in jedem seine iOS-Geräte ein wirklich umfassendes und gut durchdachten Smarthome-System her, das mangels weitreichender Kompatibilität bislang in einem trägen Dornröschen-Halbschlaf vor sich hin dümpelt. Wenn sich dieses System jetzt endlich offiziell für alle möglichen Gateways öffnet und per iPad oder Apple-TV jedem Haushalt und immer mehr vernetzten Komponenten eine stabile Smarthome-Zentrale mit sicherer Datenverschlüsselung und Logik-Programmierung an die Hand gibt, dann dürfte die vernetzte Haustechnik wieder neuen Schub bekommen.

Vor allem wird dadurch der Übergang von einzelnen schlauen Komponenten wie Philips Hue Leuchten oder eben Funk-Rollladenantrieben von Somfy zu einem komplett intelligenten Haus einfach wie nie zuvor. Und damit meinen wir nicht die gemeinsame Fernsteuerung von Komponenten über Sprachassistenten wie Amazon Alexa, Siri oder Google Voice Control, sondern das nahtlose Zusammenspiel von Sensoren, Tastern und Gebäudefunktionen vieler verschiedener Hersteller und Systeme unter einer Programmier- und Bedienoberfläche. 

Andererseits: Zu Homekit und dessen Integration in Smarthome-Systeme gab es schon so viele Meldungen... Wir werden sehen.

Systeme

„Take the long Way, Homekit“

Homekit Home App Apple

Juni 2014 – auf der Apple Entwicklerkonferenz WWDC taucht Homekit erstmals in einer Präsentation auf.

September 2014 – in iOS 8 ist die Modellierung von Häusern und Funktionen in Räumen und Zonen erstmals hinterlegt. Für Nutzer ist das aber noch ohne Wert, da es weder Geräte noch keine App dafür gibt.

Herbst 2014 – Elgato kündigt als einer der ersten Hersteller Funk Smarthome-Komponenten für Apple Homekit an. Sie kommen allerdings erst im Sommer 2015 wirklich auf den Markt. In iOS 9 gibt es dann auch zugehörige Homekit-Apps.

Oktober 2015 – Philips Hue bekommt eine neue Bridge, die das smarte Lichtsystem Homekit-fähig macht

September 2016 – iOS 10 integriert erstmals die eigene Apple Home App Teil des Betriebssystems. Sie bietet einen recht gut stukrutierten Blick auf das Haus mit seinen verschiedenen Räumen und Zonen sowie alle darin verbauten Geräte. Homekit-Steueurngsaufgaben lassen sich jetzt auch über das zentrale Kontrollmenü des iPhones aufrufen. 

Februar/März 2017 – Die Zahl der Homekit-kompatiblen Komponenten wächst langsam. Erste Ankündigungen von Smarthome-Gateways, etwa für Enocean-System wie Opus Bridge Jaeger Direkt oder eine offizielle Kooperation von Fertighaushersteller Weberhaus mit Apple werden angekündigt.

Sommer/Herbst 2017 – Smarthome-Produkte wie Logitech Circle Cam, D-Link Kameras oder Lifx-Leuchten sowie endlich auch der Heizkörperthermostat Tado werden Homekit-fähig.

Herbst 2017 – Apple öffnet Homekit über Smarthome-Gateways für Entwickler. Auf diese Weise lassen sich nun auch KNX- und andere Smarthome-Systeme über Betaversionen und Entwicklungsumgebungen in der Home App darstellen. 

Februar/März 2018 – Hersteller wie Homee oder Somfy kündigen offiziell an, dass ihre System über Homekit steuerbar werden. 

 

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