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Telekom Speedport-Router wird Smarthome-Zentrale

16.05.2017

Die neueste Generation des DSL-/WLAN-Routers Speedport der Deutschen Telekom wird quasi über Nacht zur Zentrale für das Magenta Smarthome-System. Für bisherige Komponenten ist allerdings ein Extra-Funkstick notwendig.

Das Telekom System „Magenta Smarthome“ soll sich nach dem Willen seiner Macher schneller verbreiten. Eine Maßnahme dazu wurde heute gestartet: Alle aktuellen Telekom-DSL-Router vom Typ “Speedport Smart“ wurden per Software-Update mit den Funktionen einer Smarthome-Zentrale ausgewertet und ergänzen damit die Smarthome Homebase 2, die seit letztem Jahr als Standard Zentrale für da System Magenta Smarthome eingesetzt wird. 

Über 100.000 Kunden, bald eine Million Homebases 

Laut Henri Vandré, dem Leiter Smarthome bei der Telekom Deutschland, sind derzeit rund 170.000 Speedport Smart Router bei Telekom-Kunden in Betrieb. Sind diese für automatische Updates eingerichtet, dann haben sie ab sofort die entsprechende Funktion. Jeden Monat will die Telekom nun mehr als 100.000 weitere solcher Router unter seinen Kunden verbreiten – sie sind als Miet- oder Kaufgeräte zu haben und können auch einen bisherigen Speedport-Mietrouter ohne Smarthome Funktion ersetzen. Bis Ende 2017 will man so rund eine Million Smarthome-Zentralen in Telekom-Routern unter deutschen Kunden verbreiten.

Smarthome-Chef Henri Vandré berichtete im Rahmen einer Telefon-Pressekonferenz, dass bislang rund 100.000 Telekom-Kunden das Magenta Smarthome tatsächlich nutzten. Da gibt es angesichts eines Marktanteils der Telekom von über 40 Prozent im deutschen Festnetz bei insgesamt rund 40 Millionen Haushalten noch einige Luft nach oben – grob 15,9 Millionen potentielle Nutzer nämlich.

Telekom Speedport Smart Magenta Smarthome
Der aktuelle Speedport Smart dient neben dem DSL-Empfang, Netzwerk-Verteiler, DECT-Telefonie und WLAN-Hotspot jetzt auch als Smarthome-Zentrale. Die Funktion wurde buchstäblich über Nacht per Software-Update in die Geräte geladen.

Ob die Besitzer der Speedport Smart Router tatsächlich auch das Smarthome-Angebot der Telekom nutzen, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Neben der eingebauten Steuerungsfunktion sind dafür schließlich auch entsprechende Funk-Komponenten wie etwa Zwischenstecker, Bewegungsmelder, Tür-/Fensterkontakte, WLAN-fähige Sicherheitskameras oder auch Heizkörper-Regler notwendig, die der Kunde zusätzlich kaufen muss.

Weniger Funkstandards als in der Qivicon Homebase 2

Der neue Speedport Smart Heimserver kann denn auch nicht alles, was die spezielle Homebase 2 beherrscht. Er hat nur die Funkstandards ULE (DECT  Ultra Low Energy) und WLAN eingebaut. Zum Start des System-Updates bietet die Telekom unter eigenen Label Rauch- und Bewegungsmelder, Tür-/Fensterkontakte und Innen-Sirenen würden ULE-Datenfunk an, der Daten aufwendig verschlüsselt überträgt und als recht sicher gegen Angriffe gilt. Schalt- oder dimmbare Zwischenstecker und auch Heizkörper-Stellmotoren für den ULE-Funkstandard sollen im Laufe des Jahres auf den Markt kommen.

Für den verbreiteten Funkstandard Zigbee, der smarte LED-Leuchten und verschiedene Zwischenstecker mit Messfunktionen steuert, ist bereits zum Start ein USB-Funkstick verfügbar. Ab Herbst soll es auch eine Funkerweiterung in Form eines USB-Sticks für Komponenten aus dem System Homematic IP geben. Das Funksystem Homematic, mit dem das Smarthome-System Qivicon von der Deutschen Telekom und ihren Partnern vor einigen Jahren überwiegend gestartet ist, sieht das Speedport-Update indes nicht mehr vor. In der aktuellen Homebase 2, die Smarthome-Nutzer auch weiterhin separat kaufen oder mieten können, sind indes alle genannten Funkstandards fest eingebaut.

Telekom Smarthome Hue
Wie mit der Homebase 1 und 2 lassen sich auch in die Steuerung mit dem Speedport Smart externe Systeme wir etwa Philips Hue einbinden.

Wie die bisherige Homebase 1 und 2  steuert auch der Speedport Smart Router laut Telekom Partner-Systeme wie etwa die LED-Funkleuchten Philips Hue oder Ledvance Lightify (Osram), Sonos Multiroomanlagen oder vernetzte Miele-Hausgeräte.  Diese Geräte und Systeme tauschen Daten über das WLAN oder das LAN-Datennetz mit Magenta Smarthome aus.

Magenta Smarthome kostet monatlich knapp fünf Euro

Für die vollständige Nutzung von Magenta Smarthome mit automatischen Szenarien, Zeitautomatiken und etwa der Cloud-Aufzeichnung mit IP-Überwachugnskameras wird eine monatliche Gebühr von 4,95 Euro bei einer Vertragsbindung von 24 Monaten fällig. Im Zusammenhang mit einem subventionierten Starterpaket kostet das Ganze knapp zehn Euro. 

Neu ist indes ein kostenloser Testzugang: Wer die intelligente Steuerung  erst einmal testen möchte, der kann über das Gratis-Angebot „Magenta Smarthome Start“ Licht, Musik und andere Komponenten direkt ansteuern und eine einzige Smarthome-Szene mit zwei Geräten programmieren: Etwa ein Bewegungsmelder, der das Licht im jeweiligen Zimmer aktiviert, sobald jemand den Raum betritt. So sollen Interessenten zum Experimentieren vom Magenta Smarthome animiert werden. 

Fazit: Größere Verbreitung, bekannte Schwäche

Mit eingebauter Steuerung bietet die Telekom einen echten Mehrwert für seine Speerport-Router und dämmt so auch die Zahl der Gateways, Funk- und Smarthome-Zentralen im Haus zumindest etwas ein. Das passt zum Trend – nicht zum ersten Mal: AVM-Fritzboxen mit DECT-Telefonfunktion könne schon seit längerer Zeit einfach Heimsteuerungsfunktionen mit DECT ULE-Komponenten wie Zwischensteckern und Heizkörperthermostaten automatisieren.

Praxisbericht: Die AVM Fritzbox im Smarthome-Einsatz. 

Die Integration in den Spedport Smart dürfte der Verbreitung des Magenta Smarthome-Systems auf jeden Fall helfen. Allerdings ist und bleibt das Abo-Modell der Telekom seine Achillesferse. Egal ob Devolo Home Control, Homematic IP, Zipato, Fibaro oder auch die direkten Konkurrenz in der AVM Fritzbox: Die Funksysteme von Elektronikherstellern sind dauerhaft kostenlos nutzbar, allenfalls spezielle Extras wie die Cloud-Aufzeichnung von IP-Kameras kostet in der Regel einen kleinen monatlichen Betrag. Dass die Telekom dann den Smarthome-Einstieg auch ohne subventionierte Geräte noch mit einer 24-monatigen Vertragsbindung belegt, belastet den Kunden doppelt: Er muss alle Funk-Komponenten (außer der Basis) kaufen, voll bezahlen und berappt zusätzlich fast 120 Euro für einen Dienst, dessen Nutzer er bis dahin nur erahnen kann. Daran ändert auch die Sparversion Magenta Smarthome Start nur wenig. 

Systeme

Die Funkstandards in Kürze

WLAN

WLAN oder WiFi steht für die IP-Datenübertagung per Funk, mit der alle Arten von Computer, Smartphones, Tablets, aber auch Multiroom-Anlagen oder Smarthome-Sensoren und Sicherheitskameras Daten übertragen. Sie ist im internationalen Standard 802.11 in verschiedenen Versionen, Funkfrequenzen und Datenraten definiert, derzeit ist der Standards IEEE 802.11  n mit 2,4 und 5 Megahertz und Übertragungsraten bis 150 Mbit/s verbreitet. Der schnellste Standard IEEE 802.11 ac bietet theoretisch bis über 1 Gibt/s – aber nur über recht kurze Distanzen.

ULE

Bei dem Funk-Übertragungsstandard ULE ist der Name Programm: "Ultra Low Energy", also eure wenig Energie soll die Datenübertragung über dieses Funkprotokoll benötigen. ULE hieß bisher DECT ULE und ist damit auch der sparsame kleine Smarthome-Bruder des weltweit verbreiteten Schnurlostelefon-Funkstandards DECT, auf dessen Technik ULE basiert. Daher kommt ULE bislang auch vor allem in Geräten mit DECT-Telefonfunktion zum Einsatz.

Zigbee

ZigBee ist eine Spezifikation für drahtlose Netzwerke mit geringem Datenaufkommen, etwa in der Hausautomation oder der Lichttechnik. Der Schwerpunkt von ZigBee liegt in Netzwerken  mit Reichweite von 10 bis 100 Meter. Für den Einsatz im  Smarthome gibt es verschiedene ZigBee-Profile wie etwa ZigBee-Lightlink für die Lichtsteuerung. Die Spezifikation kommen von der ZigBee-Allianz, die Ende 2002 gegründet wurde.

Homematic IP

Homematic-IP-Produkte kommunizieren auf 868 MHz über das proprietäre Homematic IP Funkprotokoll. Eine Störung durch WLAN, Bluetooth oder andere Funkstandards im 2,4 GHz-Band soll dadurch ausgeschlossen sein.

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