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Top-Projekt: Smarthome mit KNX & Google Kalender

13.06.2017

Das „Haus mit Köpfchen und Offenheit“ von Dr. Marc Jäger wurde beim Smart Home Award Deutschland 2017 zum besten Projekt prämiert. Hier stellt der Systemintegrator aus Baden sein Siegerprojekt näher vor.

In der Begründung der Jury des Smarthome Deutschland Awards 2017 hieß es, das Projekt habe überzeugt durch seinen Vorbildcharakter, seine Innovation und leichte Übersetzung sowie Kompatibilität mit anderen Systemen. Unter dem Motto „Von den Besten lernen“ verleiht die SmartHome Initiative Deutschland e.V. jährlich den SmartHome Deutschland Award in den Kategorien „bestes Start-Up“, „bestes realisiertes Projekt“, „bestes Produkt oder beste Systemlösung“ und „beste studentische Leistung“.

Einfamilienhaus mit Netzwerk auf KNX-Basis

Im vorgestellten Projekt der Firma Jaeger Wohn- und Gebäudeintelligenz wurde ein Einfamilienhaus mit einem intelligenten Netzwerk ausgestattet. Die Infrastruktur hinter allem basiert auf einer handelsüblichen KNX-Bus-Topologie. „Sämtliche Haustechnik wird lokal über iPads an der Wand oder via VPN (Virtual Private network) aus der Ferne visualisiert und gesteuert“, erklärt Fr. Marc Jäger, Geschäftsführer bei JAEGER Wohn- und Gebäudeintelligenz. Wie er generell vorgeht und was ihn antreibt, erklärt Marc Jäger hier im Video:

Das intelligente Haus lernt, was die Bewohner regelmäßig tun

Eine Besonderheit des Systems ist, dass die KNX-Bus-Daten nicht nur zur Steuerung von KNX-Komponenten, sondern auch für die Erkennung von Verhalten genutzt werden. Die KNX-Daten werden mit einem Raspberry Pi mittels EIBD-Schnittstelle erfasst und gesammelt. Anschließend werden die Daten mehrere Wochen in einem künstlichen neuronalen Netz trainiert. Nach dieser Einlernphase „kennt“ das Haus das Normalverhalten des Bewohners und führt entsprechende Aktionen aus. Einfaches Beispiel: Der Bewohner steht unter der Woche zu ähnlichen Zeiten auf, geht in die Küche und schaltet das Licht ein.

Der digitale Kalender fürs Haus – einfach Termine eintragen.

Mit Hilfe dieser Technik wird darüber hinaus ein herkömmlicher digitale Kalender zur Steuereinheit für den Wohnbereich. Einmal mit dem KNX-System des Hauses verknüpft, lassen sich beispielsweise Stereoanlage, Wecker oder Kaffeemaschine problemlos mit dem Kalender an- oder abschalten. Interessant wird dies, wenn es etwa um die Mediennutzung der Kinder geht. So können Eltern festlegen, wann der Nachwuchs etwa den Fernseher oder den Computer nutzen darf – und wann nicht.

Jaeger Outlook KNX Google Kalender
Ein spezieller Google Kalender ist mit dem Smarthome-System verbunden und startet etwa bei jedem Eintrag „Aufstehen“ Eintrag die zugehörige Routine im KNX-System. Foto: Jaeger Wohn- & Gebäudeintelligenz

Dank des digitalen Kalenders in der Steuerungszentrale des Hauses kommt dieses Smarthome ohne aufwendige separate Zeitschaltuhren in der Gebäudeautomation aus. Alles, was für die Einrichtung von Szenen oder Befehlsfolgen nötig ist, befindet sich standardmäßig auf jedem Smartphone: Einträge in einem Google Kalender aktivieren alltägliche Szenen wie etwa „Aufstehen“, „Feierabend“ oder auch eine Einladung von Freunden zum Abendessen. 

Gira Homeserver mit Open-Source Gateway 

Sofern das KNX-System mittels eines KNX-IP-Router bereits mit Netzwerk und Internet verbunden ist, kann der digitale Kalender über eine Softwareschnittstelle als Bedienung für den Hauscomputer genutzt werden. Dazu muss die Software nur auf dem Server installiert werden.

Jaeger Hau mit Köpfchen Visualisierung
Neben der Kalendersteuerung lässt sic das Haus natürlich auch über die Visualisierung des Gira Homeservers steuern. Foto: Jaeger Wohn- & Gebäudeintelligenz

Im konkreten Fall steuert ein Gira Homeserver die KNX-Gebäudetechnik, während das Open-Source-Steuerungssystem Open HAB auf einem Rasperry Pi die Schnittstelle zwischen dem Gira Homeserver und dem Google Kalender herstellt. Open HAB erlaubt auch die Einbindung weiterer vernetzter Geräte in das Smarthome-System - etwa eine Netatmo-Wetterstation und eine Sonos Multiroomanlage. Auf dem Rasperry Pi ist auch die Software installiert, die Abläufe im Haus mit der Zeit lernt und so regelmäßige Befehle mit  automatisch ausführt. Außerdem öffnet der Gateway-Computer die Möglichkeit, Abläufe im Haus per Sprachbefehl über Amazon Alexa beziehungsweise deren Eingabegeräte Echo und Echo Dot zu betätigen.

Sonos Echo Alexa Jaeger Wohn Gebäudeintelligenz
Dank intelligenter Vernetzung lassen sich Abläufe im Haus auch mit Sprachbefehlen über Amazon Echo Dots in verschiedenen Räumen steuern. Foto: Jaeger Wohn- & Gebäudeintelligenz

 

Smarthome-Experten

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JAEGER Wohn- & Gebäudeintelligenz
Hedwig-Leppert-Str. 9
76646 Bruchsal
Tel.: +49 7251 9231391

Open HAB

Die Smarthome-Software „Open HAB“ basiert auf Open-Source-Inhalten und wird von einer Entwickler-Community gepflegt und weiterentwickelt. Die Software lässt sic auf alle nComputern installieren und für alle denkbaren Aufgaben im Smarthome einsetzen, da sie vorgefertigte Funktionen sehr viele Aufgaben und angeschlossenen Systeme bietet. Das Open-Source-Prinzip bedeutet, dass jeder Entwickler das System kostenlos nutzen und weiter entwickeln kann, seine dabei erreichten neuen Software-Module aber die Gemeinschaft wieder zur Verfügung stellt - zum Beispiel die Integration des Google Kalenders in die Smarthome-Steuerung wie im vorliegenden Projekt.

Ein Smarthome auf dieser Open-Source-Basis ist also für Insider kostenlos nutzbar, für Endkunden aber nicht gratis. Denn der Systemintegrator muss ein solches System stets individuell anpassen.Mehr Infos unter www.openhab.org

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