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Gemeinsame Sprache für die digitale Heizung

09.03.2017

Die Heizung redet mit im Smarthome: Auf der Fachmesse ISH 2017 soll der neue EEBUS-Standard für Heizungsanwendung vorgestellt werden. Er sorgt dafür, dass Heizungen über Herstellergrenzen hinweg mit Smarthome- und Energiemanagement-Systemen kommunizieren können.

Die digitale Heizung bildet ein Schwerpunktthema der Fachmesse ISH Energy 2017, die am 14. bis 18. März 2017 in Frankfurt ihre Pforten öffnet. Für einen effizienten Einsatz der Energie sollen Heizkessel, Wärmepumpen und Blockheizkraftwerke künftig vernetzt arbeiten und steuerbar sein – im Idealfall soll dies übergreifend passieren, über Hersteller- und Systemgrenzen hinweg. Den Rahmen für diese Kommunikation bietet eben der EEBUS-Standard, der auch in anderen Bereichen der Energietechnik wie etwa bei PV-Anlagen und Heimspeichern oder für die Ladetechnik von E-Autos offene Schnittstellen für die offene Kommunikation bereit stellt.

Die digitale Heizung spricht EEBUS

Der Bundesverband der Heizungsindustrie (BDH) und seine Mitgliedsunternehmen arbeiten zu diesem Zweck bereits seit Anfang 2016 an der Definition des Anwendungsbereichs „Heizung, Lüftung, Klima“  im EEBUS-Standard mit. Dabei wurde der Datenaustausch der digitalen Heizung in verschiedenen Anwendungsbereichen definiert, etwa für die Einbindung ins Smart Home oder in ein übergreifendes Energiemanagement. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden standardisiert und sind auf der ISH Energy erstmals in konkreten Produkten zu sehen, die Mitgliedsfirmen wie Vaillant oder Viessmann, Buderus oder Junkers (Bosch Thermotechnik) auf der Messe vorführen werden.

„Für die Heizungsindustrie ist EEBUS das optimale Werkzeug, um unsere Produkte mit ihren Kernfunktionen auf breiter Basis in das Internet of Things zu führen", sagt BDH-Geschäftsführer Dr. Lothar Breidenbach und ergänzt: „der BDH empfiehlt seinen Mitgliedern daher, EEBUS als Kommunikations-Schnittstelle in ihre Heizungsanlagen zu integrieren.“

Bei der Entwicklung des Standards setzt die EEBUS Initiative nach eigenen Angaben auf offene Systeme, demokratische Entscheidungsprozesse sowie die freie Verfügbarkeit des fertigen Standards – Nutzer müssen weder Mitglied in der EEBUS Initiative sein noch Lizenzgebühren für die Übernahme des Standards bezahlen. Dies ist laut EEBUS und BDH auch als Gegenentwurf zu den geschlossenen Kommunikationsplattformen zu sehen, wie sie derzeit einige große Konzerne mit viel Druck auf den Markt bringen. Der Seitenhieb dürfte auf Systeme wie Homekit oder Google Home abzielen, die sich zwar offen geben, aber im Zweifelsfall hohe Einstiegshürden aufbauen und so geschlossene Steuerungssysteme unter ihrer technischen und kommerziellen Hoheit aufbauen wollen.

„Der BDH und seine Mitgliedsunternehmen haben die Idee des EEBUS-Standards vorbildhaft aufgenommen,“ sagt EEBUS-Geschäftsführer Josef Baumeister über die gemeinsame Arbeit am Standard für die digitale Heizung und betont dessen neutrale Funktion: „In den Arbeitsgruppen wurden die Anwendungsszenarien für die Kommunikation der digitalen Heizung gemeinsam definiert und standardisiert. Nun kann jeder Hersteller selbst entscheiden, welche davon er in seinen Produkten einsetzt.“ 

Erste konkrete Produkte, gemeinsamer Auftritt auf der Fachmesse ISH 

Auf der ISH Energy 2017 zeigen führende Heizungshersteller erstmals Produkte, die sich auf Basis von EEBUS in Smart Home Systeme einbinden oder von Energiemanagern steuern lassen. Außerdem geben EEBUS und der BDH im Technologie- und Energieforum auf der Galleria 1 Nord zwischen den Hallen 8 und 9 gemeinsam Einblicke in den EEBUS-Standard für HVAC-Anwendungen. 

Fazit: Kooperation hilft allen

Zwar lässt sich die Raumwärme im Smarthome schon seit längerer Zeit recht intelligent steuern, doch das passiert bislang vor allem über eine Regelung der Heizkörperventile oder Fußboden-Heizkreise. Mit der systematischen Vernetzung ihrer Heizungsthermen und Wärmepumpen sind die Heizungshersteller recht spät dran. Umso besser, dass sie nun gemeinsam an der Vernetzung ihrer Systeme mit Smarthome-Steuerungen und Energiemanagern arbeiten. Denn am besten nett die Steuerungstechnik dann, wenn zum Beispiel das Solardach eine Wärmepumpe dann Warmwasser produzieren und speichern lässt, wenn gerade viel Strom erzeugt wird und kein anderer Verbraucher großen Stromhunger hat. Diese Informationen müssen aber zwischen allen Geräten verständlich ausgetauscht werden. 

Systeme wie etwa Beegy – Better Energy  bieten diese Vernetzung bereits heute und nutzen bereits den EEBUS-Standard - ums besser, wenn jetzt die Heizungsbranche als Nutzer des größten Energiebudgets im Haus praktisch geschlossen dazu kommt.

Systeme

Über EEBUS

EEBUS ist ein Standard für die Datenkommunikation und Steuerung zwischen Geräten und Systemen des vernetzten Energiemanagements über Herstellergrenzen hinweg. Dank des EEBUS-Standards können Solaranlagen, Heizungen, E-Auto-Ladestationen wie auch Elektro-Hausgeräte unterschiedlicher Hersteller miteinander kommunizieren und so die Nutzung der verfügbaren Energie aus dem Stromnetz wie auch aus eigener Produktion optimieren. EEBUS ist ein in Deutschland entwickelt Standard, der sich mit entsprechenden Initiativen und Kommunikationsprotokollen aus anderen Ländern zu einem internationalen Standard für das Energiemanagement weiter entwickeln soll.

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