HUF Haus „Ausblick“ in Hartenfels.

Dank IBM Watson: Huf Haus lernt von den Bewohnern

26.05.2018

Zusammen mit dem Technologiekonzern IBM hat Huf Haus ein Smarthome mit einer selbstlernenden Heimsteuerung auf KNX-Basis vorgestellt. Das Haus „Ausblick“ analysiert mit der künstlichen Intelligenz Watson von IBM seine Bewohner, erkennt und speichert deren Verhaltensmuster.

Das neuartige Haus im Musterhauspark von Huf Haus im Hartenfels wurde gerade eröffnet und damit ab sofort für Besucher zugänglich. Der Bungalow aus Holz und Glas wurde in Kooperation mit der cloudgestützten künstlichen Intelligenz von IBM als selbstlernendes Haus konzipiert. Die IBM Watson IoT-Plattform macht es möglich, dass das das Haus die Verhaltensweisen seiner Bewohner erlernt und so nach und nach in Automatisierungen übersetzt.

IBM Watson IoT-Plattform erkennt Verhaltensmuster

Und wie macht das System das? Vernetzte Sonsoren sammeln Tausende Daten in der IBM Cloud. Diese Daten werden von der Watson IoT-Plattform analysiert und in Erkenntnisse über die Verhaltensmuster der Bewohner umgesetzt. Dieser Ansatz ist neuartig, da er dynamisch angelegt ist. Herkömmliche Smarthome-Systeme führen dagegen Befehlsketten aus, die zuvor fest programmiert wurden und bilden ein jeweils statisches Regelwerk ab - dabei spricht man von Szenen, die der Smarthome-Server auf Tastendruck oder auch durch Zeitpläne oder Anwesenheitserkennung auslöst.

Diese herkömmliche Befehlsführung lässt sich auch im neuen HUF Haus angewandt werden. Mit dem Watson Assistant, dem digitalen Assistenten von IBM, interagieren Haus und Mensch allerdings auf natürliche Weise miteinander. Durch natürlichsprachige Sprachbefehle und dem Erkennen von Verhaltensmustern weiß das Haus, wie es den Komfort der Bewohner optimieren und sich ändernden Lebens- oder Arbeitssituationen anpassen muss. Doch die Kontrolle obliegt immer noch dem Bewohner. Befehle können jederzeit manuell zurückgesetzt oder überschrieben werden.

Haus erkennt Vorlieben und passt sich an

Zur Anpassung an anwesenden Bewohner und äußere Bedingungen verwendet das Haus auch Wetterdaten und Gesichtserkennung. Ein konkreter Ablauf könnte dann folgendermaßen aussehen: Am Eingang erkennt das Haus den Bewohner über eine spezielle Gesichtserkennungs-Software und öffnet automatisch die Eingangstür. Das Haus passt sich an die Verhaltensmuster des jeweiligen Bewohners an, beispielsweise wird das Licht im Büro eingeschaltet, der PC automatisch hochgefahren und die für den Bewohner passende Raumtemperatur eingestellt, sobald der zu Hause arbeitende Vater das Haus betritt. Kommt der Nachwuchs nach Hause, werden andere Abläufe gestartet - etwa das Licht im Kinderzimmer eingeschaltet und die Heizung dort auf Wohlfühltemperatur justiert. Sobald das Haus registriert, dass sich Vorlieben ändern, werden die Einstellungen durch IBM Watson basierter Algorithmen angepasst.

Im folgenden Video zeigt sich das Haus zusammen mit Firmengründer Franz Huf und einem humanoiden Roboter namens Pepper. Der ist schon mehrfach als Botschafter für Künstliche Intelligenz im Smarthome aufgetreten, etwas mit dem System von Digitalstrom auf der IFA und anderen Messen.

Der Roboter selbst dient allerdings eher als eine Art Transport- und Kommunikationsmedium für Spracheingaben in die und aus der Watson IoT-Cloud denn als eigenes „intelligentes“ Wesen:

Smarte Steuerung über KNX und Gira

Funktionen wie die intuitive Steuerung von Licht oder Jalousien werden im Huf Haus „Ausblick“ auf KNX-Basis programmiert. Die smarte Steuerung der Funktionen im Haus und auch der Fernzugriff durch den Bewohner von unterwegs sichert das Bussystem zusammen mit dem handelsüblichen  Steuerungsserver Gira X1, der gleichzeitig über eine Anbindung an die IBM Watson IoT-Plattform verfügt. Das Internet-Gateway Gira S1 sorgt obendrein für den sicheren Fernzugang der KNX-TEchnik sowie des gesamten Heimnetzwerks. 


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Haushersteller

IBM Watson IoT

IBM hat mit der Watson IoT Plattform eine selbstlernenden Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, die im industriellen Umfeld und in Dienstleistungen bereits seit einigen Jahren immer umfangreichere Aufgaben erledigen kann. Die Watson IoT-Plattform gilt als eines der am weitesten entwickelten Systeme, die in vielen verschiedenen Bereichen Aufgaben lernen und immer weiter verfeinern kann. Nette Anekdote: Bereits 2011 besiegte die Cloudgestütt Künstliche Intelligenz von Watson zwei erfolgreiche menschliche Gegner in der US-amerikanischen Quizsendung „Jeopardy“. 

Die Basis von Watson ist eine semantische Spracherkennung. Das bedeutet, Watson reagiert nicht wie etwa Amazon Alexa oder Google Home als Befehlsempfänger auf bestimmte Triggerworte und vordefinierte Befehle, sondern ist tatsächlich darauf ausgelegt, normale Sätze des menschlichen Gegenübers zu verstehen und auszuwerten.  Die kommerzielle Anwendung der über die letzten Jahre aufgebauten KI steht noch ziemlich am Anfang. Im IBM Watson IoT-Cewnter in München werden seit Februar 2017 viele solcher Anwendungen erprobt – unter anderem auch Einsatzmöglichkeiten für Privatanwender im Smarthome oder auch als sprachgestützte Suchmaschine. Da IBM als Firma nicht im Geschäft mit Endanwendern tätig ist, wird Watson in Zukunft in immer mehr Produkten oder Systemen eher versteckt als Steuerungsmöglichkeit integriert werden. 

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