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Kühlschrank und Smart-TV als Smarthome-Zentralen

10.01.2018

Samsung bietet bislang vor alle einzelne vernetzte Geräte wie Smart-TVs oder Waschmaschinen mit App-Steueurng an. Auf der CES in Las Vegas hat der koreanische Konzern jetzt seine übergreifende Smarthome-Strategie vorgestellt – mit Steuerzentralen in Geräten, die es in jedem Haushält gibt.

Mit einem breiten Produktspektrum vernetzter Geräten hat der koreanische Multikonzern Samsung schon heute alle Karten in der Hand, um ein umfassendes Smarthome-System auf die Beine zu stellen. Vom Smart-TV über Smartphones und Tablet-PCs bis hin zu Waschmaschinen, Saugrobotern und Kühlschränken kommunizieren unzählige Geräte aus dem Hause Samsung per WLAN mit ihren Nutzern und lassen sich hier Apps steuern.  

Bislang werkeln die verschiedenen Systeme und Geräte  allerdings eher unabhängig voneinander. Samsung hatte zwar vor gut zwei Jahren die Firma Smart-Things gekauft – ein Anbieter vernetzter Gesundheit- und Lifestyleprodukte, der auch einen zentralen Heim-Netzwerk-Hub für verschiedene Geräte und Systeme anbietet. Doch erstens gab es Smart-Things-Produkte bislang in Deutschland nicht zu kaufen. Zweitens kamen auch diese mit anderen Samsung-Gerätschaften bis dato kaum ins Gespräch.

Kühlschrank und Smart-TV sprechen demnächst Smart-Things 

Auf der Elektronikmesse CES hat Samsung Besserung gelobt. Der Hersteller will die Funktionen seiner Produkte künftig zusammenführen und in zentralen Steuerungs-Servern verbinden. Dafür soll die Intelligenz des bisherigen vernetzten Smart-Things Hub mit den Funktionen anderer Samsung-Geräte wie Waschmaschinen oder Smart-TVs verknüpft und zentral steuerbar gemacht werden.

Der Hub soll dabei obendrein nicht als separates Gerät agieren, sondern wird in alltägliche Produkte für jeden Haushalt integriert. Dafür haben die Koreaner vor allem zwei Gerätetypen im Blick: Den Kühlschrank und den Smart-TV. Ausgewählte Modelle dieser beiden Produktkategorien sollen im Laufe des Jahres 2018 mit dem Heimserver ausgestattet werden und dann auch den Rest der intelligent vernetzten Samsung-Produktwelt mit steuern. 

Family Hub Kühlschrank
XXL-Tablet, Kalender, Küchen-TV, Musikbox – und Smarthome-Zentrale: Der Family Hub soll künftig die Kommunikations- und Steuerungszentrale im Haushalt werden. Für den guten Ton sorgt dann ein eigebauter Mini-Soundbar von der Harman-Marke AKG. Foto: Samsung

Kühlschränke der Koreaner sind bereits seit zwei Jahren keine reinen Kältespeicher mehr. Mit dem Family-Hub, einer Art fest installiertem XXL-Android-Tablet auf der Kühlschranktüre, bieten höhenwertige Samsung-Modelle schon seitdem eine ganze Reihe lustiger bis nützlicher Funktionen – einschließlich Innenkameras, die den Inhalt sinnigerweise zeigen, ohne dass man die Türe öffnen muss. Doch es gibt auch sinnvollere Anwendungen wie etwa Einkaufszettel, die man vor Ort händisch kritzelt und die dann automatisch auf dem Smartphone mit dabei sind – oder ein Familien-Kalender, der sich zwischen Kühlschrank und Mobilgeräten automatisch synchronisiert. 


Auf der IFA 2017 hat Samsung das Zusammenspiel von vernetzten Hausgeräten via OCF bereits demonstriert – und einen Vorgeschmack auf die neuesten Ankündigungen gegeben:


Offene Kommunikationsplattform und Kooperationen

Ein Vorteil der Aktion ist, dass die Smart-Things Plattform, ähnlich wie etwa die vernetzen Produkte von Nest oder Philips Hue, bereits mit einer ganzen Reihe anderer Geräte aus dem Internet of Things kompatibel sind – auch über die Marke Samsung hinaus.  Das liegt auch daran, dass Samsung nicht ausschließlich sein eigenes vernetztes Püppchen kocht. Die Koreaner sind gemeinsam mit Firmen wie LG, Somfy oder Mitsubishi in der Open Connectifity Foundation (OCF) organisiert, die offene Kommunikationsschnittstellen für alle möglichen Smarthome-Anwendungen entwickelt und standardisiert. 

Smarte Samsung-Geräte sollen so künftig ihre nützlichen und unterhaltsamen Funktionen in einer gemeinsamen App und über ein gemeinsames Netzwerk-Gateway bündeln. Dann wird es vielleicht endlich normal, dass die vernetzte Waschmaschine neben der Smartphone-App auch auf dem TV-Bildschirm signalisiert, wenn sie fertig ist. 

Samsung Harman Ignite
Kitchen-Talk im Auto: Zusammen mit Harman Ignite will Samsung das Smarthome in vernetzte Fahrzeuge holen. Foto: Samsung

Samsung möchte noch einen Schritt weiter gehen und verspricht, sein zusammengeführtes Smarthome-Konzept auch mit auf die Reise zu nehmen. Das soll zusammen mit dem Harman-Konzern und dessen mobiler IoT-Plattform „Harman Ignite“ erfolgen. Die ist dafür da, um Smarthome-Systeme und deren Bedienlogik in die Bedienoberflächen vernetzter Fahrzeuge zu integrieren.

Sprachsteuerung kommt – aber erstmal nicht auf Deutsch

Kein wirklich intelligentes Haus kommt heute ohne Sprachsteuerung, meint man! Auch Samsung hat mit dem Sprachassistenten namens Bixby eine eigene Lösung am Start. Bis heute steuert Bixby in erster Linie Smartphones des Herstellers, künftig soll es (oder er, oder sie?) aber auch Smart-TVs und andere Geräte im Haushalt steuern können. Bislang gibt es die Samsung-Sprachsteuerung allerdings nur auf Englisch und Koreanisch, woran sich in nächster Zeit auch nichts ändern soll. So Sorry, Germany!

OCF – offene Standards für das Internet of Things

Mit über 300 Mitgliedsfirmen ist die Oben Connectivity Foundation die größte Industrie-Allianz für offene Kommunikationsstandards in Smarthome- und Internet of Things-Anwendungen. Treibende Kräfte der OCF-Standards sind neben Samsung auch der koreanische Mitbewerber LG und die US-Firmen Intel, Microsoft, Qualcomm und Electrolux. 

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