Smarte Rollladen Beschattung R+T

Wenn der Rollladen mit dem Smarthome spricht

04.03.2018

Auf der Branchenmesse R+T in Stuttgart haben die smart gesteuerten Rollläden, Raffstores und Jalousien den Ton angegeben – mit Spracheingabe, cleveren Sicherheitsfunktionen oder einer immer flexibleren Funktechnik.

Die diesjährige Leitmesser der Rollladen-, Sonnenschutz- und Markisenbranche glich in teilen fast schon eienr Smarthome-Messe – kaum ein Aussteller traute sich in das Stuttgarter Messezentrum ohne die Botschaft: „Sehr her, unsere Rollläden lassen sich super intelligent und automatisch steuern!“. Tatsächlich gibt es im intelligenten Haus kaum eine Komponente, die so filigran und vielseitig kontrollierbar ist wie Rollläden, Raffstores oder Markisen. Denn während man die meisten Gerät schlicht ein oder aus schaltet, haben Rollläden und deren Motoren Laufgeschwindigkeiten, Beschleunigungsrampen, Schnell- oder Langsam-Betrieb. Sie lassen sich in einzelnen Prozentstufen hoch oder runterfahren, ganz schließen oder mit Licht- und Luft-Durchlass leicht geöffnet verharren. Hindernisse im Fahrwerk sollten erkannt und an die Steueurngszentrale gemeldet werden, und sobald ein Bewohner die Terrassentüre geöffnet hat, muss eine Logik verhindern, dass er durch einen selbsttätig herab fahrenden Rollo automatisch ausgesperrt wird. Und schließlich kennen etwas Jalousien neben ihrer Fahrhöhe auch Lamellenwinkel, in denen sie mehr oder weniger Licht in den Wohnraum einlassen. Da sage noch jemand, die smart vernetzte Lichtsteuerung sein eine komplexe Aufgabe. 

Konkret heißen die zugehörigen Rollladenmotoren etwa „Evo“ von Becker Antriebe oder „Smart Window“ vom französischen Anbieter Somfy. Neben einem besonders geräuscharmen Betrieb sind diese Motoren eben auc hin allem denkbaren Smarthome-Systeme integrierbar und per Funk und Appsteueurng in puncto Geschwindigkeit oder Hinderniserkennung individuell konfigurierbar. Gefahrene Öffnungen udn Schließungen werden zudem protokolliert, so dass jederzeit eine detaillierte Betriebsdiagnose möglich ist.

Becker EVO Fahrt Rampen
Die neue Motorengeneration Evo von Becker Antriebe bietet variable Fahrgeschwindigkeiten, die sich in Verläufen und Beschleunigungsrampen individuell anpassen lassen und so wahlweise besonders schnelle oder sehr leise Öffnungen und Schließungen erlauben. Die Konfiguration ist per Bluetooth-Verbindung per App an jedem einzelnen Rollladenmotor möglich. Grafik: Becker Antriebe. 

Funkgesteuerte Motoren mit Mesh-Netzwerk

„Jeder unserer Rollladenmotoren mit Centronics Plus kennt den Anderen und weiß, in welcher Position dieser gerade steht“, sagt Maik Wiegelmann von der Firma Becker Antriebe mit einigem Stolz und erläutert: „So haben wir eine maximale Sicherheit bei der Übertragung und eine größere Funk-Reichweite des Systems“. Er fährt mehrere Rollläden mit dem neuen Funksystem parallel herunter. Centronic Plus ist der neueste Wurf unter den automatisierten, funkgesteuerten Rollladenmotoren, die Becker als einer der großen Komplettanbieter für Rollläden, Sonnenschutz und Markisen sowie deren Steuerung auf der Branchen-Leitmesse R+T in Halle 7 des Stuttgarter Messegeländes vorstellt. „Mesh-Funknetz“ heißt das Zauberwort hinter der neuen Technik – ein Maschennetz, in dem nicht nur jeder Funkempfänger des Becker-eigenen Centronic Plus-Funkprotokolls gleichzeitig auch als Sender fungiert und so die Reichweite des Netzes erweitert. Die Motoren tauschen per Funk auch ohne weitere Steuerzentrale Informationen über ihre Position aus und lassen sich so je nach Befehl von einem Steuergerät synchron oder auch einzeln ansteuern. Laut Mitgesellschafter Maik Wiegelmann, der auch die Becker Academy leitet, ist das in der Branche einzigartig.  

Centronic plus Becker Antriebe
Die Motoren mit dem neuen Centronic Plus Funkprotokoll von Becker Antriebe vernetzten sich per Funk untereinander und erweitern so jeweils ihr Funknetzwerk und synchronisieren dabei auch ihre aktuellen Betriebszustände. Foto: Becker Antriebe

Für sein Funksystem Centronic und seiner Neuerung Centronic Plus hat Becker Wandschalter, Fernbedienungen wie auch ein komplettes Smarthome-System namens Central Control im Programm. Den neuen Funkstandard Centronic Plus kann man in bestehenden Zentralen per USB-Funkstick nachrüsten. Central Control bekommt dieser Tage auch ein Update, mit dem das System um eine Sprachsteuerung mit Amazon Alexa und den entsprechenden Smart-Speakern wie Amazon Echo oder Sonos One erweitert wird. 

Rollladenantrieb mit Enocean-Funk

Doch im intelligent beschatteten Haus gibt es nicht nur herstellerspezifische Insellösungen. Becker präsentierte auf der R+T auch Rolladen- und Beschattungsmotoren für viele andere Smarthome-Standards. Neu ist etwa ein Rollladen-Rohrmotor mit eingebautem Enocean-Funkempfänger. Der lässt sich unmittelbar von batterielosen Enocean-Tastern aus starten und stoppen oder in ein Smarthome-System mit der sparsamen Funktechnik einbinden – über ein entsprechendes Schnittstellengerät wie etwa das Enocean-IP-Gateway von Digital Concepts oder das Smarthome-System Bootup Myhomecontrol lassen sich die Rollläden dann auch über Apple Homekit anschauen und übergreifend steuern. Dank bidirektionalem Enocean-Funk meldet der Rolladenmotor dabei nach jeder Fahrt seine aktuelle Position an alle angeschlossenen Systeme und Visualisierungen.

Becker Antriebe Enocean
Der neue Becker-Rollladenmotor mit eingebautem Enocean-Funkempfänger lässt sich besonders einfach in Smarthome-Systeme mit dem Funkstandard integrieren – auch etwa zusammen mit dem Enocean-IP-Gateway von Digital Concepts, das eine Integration der Komponenten in Apple Homekit ermöglicht.  Foto: Das intelligente Haus

Ebenfalls neu im Becker-Programm sind Motoren mit KNX-Busschnittstelle. Damit ist der Hersteller aus Sinn in Mittelhessen allerdings kein Pionier mehr.  KNX-Rohrmotoren hat etwa auch Rademacher mit seinem Modell Rolltube X-Line im letzten Jahr als Ergänzung zu den eigenen, per Duofern-Funkprotokoll gesteuerten Motoren auf den Markt gebracht. Ebenfalls neu und bemerkenswert: Rollladenmotoren, die sich direkt per Netzwerk oder WLAN-Verbindung ansteuern lassen.

Die verschiedenen Steueurngsprotokolle spiegeln eben den Markt der Smarthome-Technik wider, in dem vor allem am Fenster einen ganze Reihe mehr oder weniger proprietärer Systemlösungen mit den großen Funkstandards konkurrieren: Rademacher setzt auf sein eigenes Duofern-System und den zugehörigen Homepilot, Somfy nutzt in seinen Motoren und seinen Smarthome-Steuerungen Tahoma Premium und der kleinen Schwester Conexoon den wenig erfolgreichen Funkstandard IO Homecontrol oder das eigenen RTS Funkprotokoll. Und Becker eben steuert die Motoren vordem Fenster über Centronic und Centronic Plus.

Die Spezialsysteme für Rollos und Jalousien haben durchaus ihre Berechtigung: Sie sind auf eine gute Durchdringung von Wänden und Decken ausgelegt und tauschen eben in beide Richtungen mehr als nur Start- und Stopp-Signale aus. Dafür sind die wenigsten allgemeinen Smarthome-Übertragungsstandards ausgelegt.

Roma: Smarthome-Connection mit Loxone, KNX, Digitalstrom und Conexoon

Die intelligente Steuerung macht indes nicht bei den Motorenherstellern halt. Der große Jalousienhersteller Roma etwa macht seine Aluminium- und Textil-Hardware durch Kooperationen schlau: Er nutzt Motoren des schwäbischen Herstellers Geiger. Der wiederum stattet seine Rohr- und Jalousienantriebe mit einer Funksteuerung aus, die unmittelbar mit dem Loxone Air-Funksystem kompatibel ist. Alternativ gibt es auch Varianten für die Integration in KNX-Systeme, Digitalstrom oder aber eine Variante der Funksteuerung Conexoon von Somfy speziell für Roma-Produkte. Auch hier sind Rollläden und Beschattungen also ab Werk schlau und vernetzt zu haben. 

Loxone Geiger Roma Steuerung
Im Smarthome Show-Haus von Loxone in Kollerschlag werden die Fenster mit Roma-Raffstores verschattet. Die eingesetzten Geiger-Motoren haben eine direkte Steuerungsschnittstelle für das Funk-Smarthomesystem Loxone Air. Foto: Loxone

 

Systeme

Rollos smart steuern

Kaum eine Komponente der Haustechnik hat so viele Steuerungsparameter. Entsprechend vielseitig sind die Möglichkeiten, Jalousien, Rollläden oder Raffstores zu kontrollieren.

  • Geschwindigkeit: Je schneller, desto lauter sind die Motoren und die mechanischen Geräusche. Da ist es durchaus sinnvoll, Rollläden etwa nachts leider und langsamer fahren zu lassen. 
  • Position: Nur wenn der Rollladen und die zugehörige Steuerung wissen, wo der Rollladen gerade steht, ist eine exakte Steuerung möglich.  Einfache Steuerungen messen die Position anhand der Laufzeit. Doch das kann mit der Zeit ungenau werden. Besser: Der Motor kennt selbst seine Position und meldet diese der Steuerung.
  • Hindernisse: Trifft der Rollladen auf ein Hindernis, dann sollte er stoppen und ein Stück zurück fahren – den Rollladen also frei fahren.
  • Lamellenstellung: Bei Jalousien und Raffstores ist diese wichtig um zu steuern, wie viel Licht in den Raum gelangt. Bei Rollläden gibt es meist eine Lüftungsstellung, in der der Laden zwar geschlossen aber nicht ganz herabgelassen ist.
  • Türe offen? Rollläden an Türen dürfen sic hnicht schließen, so lange die zugehörige Tür geöffnet ist, sonst können etwa Bewohner auf der Terrasse ausgeschlossen werden. Den Zusammenhang kann ein einfacher Öffnungssensor an der Tür oder die Auswertung i meinem Smarthome-System herstellen.
  • Sturm, Regen, Temperatur: Beschattungen sind mitunter stark witterungsabhängig. Markisen sollten bei Sturm und Regen eingefahren werden, Raffstores ebenso. Viele Systeme bringen von Haus aus Wetterstationen mit. In Smarthome-Systemen lassen sic eigenen Wettersensoren einbinden – oder auch Online-Wetterdaten.

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