Bosch IoT Air Sensor

CES: Bosch zeigt IoT-Systeme für Häuser und Autos

09.01.2019

So viel „Internet of Things“ war noch nie: Der Bosch-Konzern zeigt auf der Technologiemesse CES in Las Vegas vernetzte Lösungen in allen Bereichen des täglichen Lebens – vom Universal-Touchscreen-Beamer bis zum intelligenten Heizungs-Chatbot. 

Der Markenname Bosch steht stets für höchst seriöse Technologielösungen in allen Bereichen des Lebens. „Invented for Live“ oder “Technik fürs Leben“ ist denn auch das universelle Motto in allen Abteilungen des Weltkonzerns. Doch das Internet der Dinge verlangt nach einer hipperen Ansprache der Zielgruppe. Seit wenigen Tagen hüpft deshalb ein leicht verstrahlt wirkender Spargeltarzan unter dem Hashtag #LikeABosch durch alltägliche Szenen mit vernetzten Produkten wie Mähroboter, Raumsensoren, digitale Küchen-Asstenten oder vernetzte Autos. Und der hat die digitale Online-Welt mit ihren Internet-of-Things-Dingen natürlich voll im Griff.

LikeABosch Szene
„Walk like an Egyptian“ war vorgestern. Jetzt heißt es „Dance #LikeABosch“  (Foto: Bosch) 

Die Message: Sind wir nicht alle ein bisschen Bosch? Klar – Go online, be Bosch! Und so fallen dem geneigten Texter alle möglichen weiteren Wortspiele mit der Weltmarke ein. Und das könnte durchaus im Sinne der Nachfahren des Zündspulen-Erfinders sein.

Neuer Raumluftsensor und Heizungs-Chatbot 

Die IoT-Offensive kommt nicht wirklich überraschend - schon seit einiger Zeit positioniert sich Bosch als Vorreiter der vernetzten Welt. Dabei kam das Unternehmen etwa mit seinem Smarthome-System reichlich spät auf den Markt. Gerade mal drei Jahre ist es her, dass das Funksystem Bosch Smart Home auf der CES 2016 vorgestellt und auf der IFA im selben Jahr erstmals in Aktion gezeigt wurde. Da waren Konkurrenten wie Innogy, Telekom, Devolo und Co schon gefühlt ewig mit ihren Nachrüst-Funksystemen zu haben. 

Schnee von Gestern – mit immer wieder neuen pfiffigen Komponenten macht das Bosch-System von sich reden. Auf der CES wurde beispielsweise der Universal-Raumluftsensor namens „Air“ vorgestellt. Der war als Studie bereits auf der IFA 2018 zu sehen, damals aber noch ohne ein klare Info zur Einführung. Nun wurde bekannt gegeben, dass der Sensor mit eingebauter Raumluft-Ampelanzeige und der Möglichkeit für individuelle Einstellungen der Heizungssteuerung im Frühjahr auf den Markt kommen und rund 100 Euro kosten soll.

Bosch Smart Home Air Universalsensor
Alles im grünen Bereich: Der Universalsensor „Air“ untersucht die Luftqualität, zeigt diese farbig an und erlaubt individuelle Eingriffe in die Heizungssteuerung. (Foto: Bosch) 

Mehr über Bosch Smart Home:


Für die Heizungssteuerung hat Bosch auf der CES außerdem einen Chatbot namens „.aino“ (ja, mit Punkt) angekündigt, der über künstliche Intelligenz nicht nur definierte Befehle verstehen, sondern auch zwischen Nuancen in Anforderungen unterscheiden soll – Abteilung „Talk #LikeABosch“. Sagt der Nutzer etwa „Mach die Heizung ein kleines bisschen wärmer“, dann regelt er sie nur minimal hoch, anders als bei der Eingabe „Es ist viel zu kalt hier“. Ob .aino auch Ansagen wie „bitte ein Muggesäckele wärmer“ aus dem Idiom des Bosch-Gründers versteht, ist bislang allerdings ebensowenig bekannt wie ein genauer Einführungszeitpunkt und Aussehen des KI-Gesprächsroboter-Service.

Schlaue Touchscreen-Beamer für Tisch und Schrank

Auch weitere Showcases von Bosch auf der CES zeigten nicht unbedingt marktreife Produkte, sondern eher innovative Lösungsideen. Ein Projektor namens PAI etwa kann Smartphone- oder App-Bildschirme auf jede Arbeitsfläche projizieren. Die Anzeige reagiert dabei über verschiedene Sensoren wie ein Touchscreen.

Bosch Touchscreen Projektor PAI
Touch #LikeABosch: Der Touchscreen-Projektor PAI - bislang noch eine Studie. (Foto: Bosch)

Eine Nummer kleiner projiziert ein interaktives Projektionsmodul namens BML100PI virtuelle Schaltflächen in Schränke, Regale oder Vitrinen – oder auch einen Lichtschalter an die Wand. Das Projektionsmodul will Bosch im Laufe dieses Jahres auf den Markt bringen – Zielgruppe ist dann beispielsweise die Möbelindustrie.

Bosch BML1100PI Schrank Projektor Sensoren
Noch eine smarte Studie: Microprojektor BML100PI für interaktive Tastender in Möbeln. (Foto: Bosch)

Visuell funktionieren künftig auch vernetzte Bosch-Kühlschränke: Sie sollen über ihre eingebauten Kameras 60 verschiedene Obst- und Gemüsesorten erkennen und in der zugehörigen App Tipps geben, wo und wie man diese am besten lagert. 

Sichere Smartlock-Technik – jetzt auch fürs Auto

Smartlocks sind ja seit Jahren bei einer Sorte Türen weit verbreitet – Autotüren. Keyless Entry heißt die Funktion, mit der fast alle großen Marken einen komfortablen Einstieg ins Fahrzeug ermöglichen, ohne dass man den Schlüssel aus der Tasche nehmen muss. Mittlerweile ist aber auch bekannt, dass die klassischen Keyless Entry Systeme lange Zeit nicht nur dem Besitzer, sondern auch halbwegs technik-affinen Langfingern einen komfortablen Zugang ins Auto ermöglichten. Der Autor dieser Zeilen kann selbst ein eher trauriges Lied davon singen. 

Mittlerweile sind auch Smartlocks für die eigenen vier Wände recht weit verbreitet. Sie bieten ein vergleichsweise sehr hohes Maß an Sicherheit und bequeme Funktionen, etwa um Gäste oder den Putzdienst zeitweise über eine App ins Haus zu lassen (siehe auch Hinweis im Kasten rechts).

Bosch perfect keyless entry
Keyless Entry für Auto – jetzt so sicher wie im Haus, dank „Perfectly Keyless“ von Bosch. (Grafik: Bosch)

Wozu die Einleitung? Genau: Bosch stellt auf der CES mit „Perfectly keyless“ eine Smartlock-ähnliche-Technologie vor, die ein flexibles Zugangsmanagement per App und Telefon auch für Autos ermöglichen soll – sicher, flexibel, per Smartphone und den Kurzstreckenfunk NFC. Allerdings ist auch das eine Technologie-Vorstellung und kein fertiges Produkt. Mit der Bosch-Technik können Autohersteller dafür sorgen, dass sich ihre künftigen Nobelkarossen nicht mehr mit Funk- und Elektronik-Equipment aus dem Versandhandel knacken lassen. Und Besitzer können dann dem fahrtauglichen Nachwuchs der der Nachbarin das Auto per App-Einladung für eine Fahrt oder ein paar Tage überlassen. 

Systeme

Keyless Entry ins Haus

Dass Smartlocks mit App-Zugangsverwaltung und verschlüsselten Verbindungen im Haus bereits recht praktische und sicheren Sache sein können, hat die DiH-Redakion in einem großen Marktüberblick für die letzte Ausgabe 2/2018 von  „Das intelligente Haus“ recherchiert. Die Ausgabe ist weiterhin zu haben, zum Beispiel an gut sortierten Kiosks, direkt beim Verlag oder auch als E-Paper in der Magazin-Flatrate Readly.

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