Erlebnismesse Das Intelligente Haus Silber

Rund ums intelligente Haus

10.11.2016

Smarthome für jedermann anschaulich machen, ist der zentrale Anspruch der Erlebnismesse „Das intelligente Haus“. Die zweite Veranstaltung fand  Mitte Oktober in der Musterhaus-Ausstellung in Fellbach bei Stuttgart statt – eine Tour durch die vernetzte Welt des Wohnens.

Etwa 65 Prozent der erwachsenen Bundesbürger möchten in fünf Jahren in einem Zuhause mit vernetzter und intelligent gesteuerter Technik leben – so lautete das Ergebnis einer aktuellen, repräsentativen Umfrage für die Studie „Wohneigentum und Baufinanzierung“. Doch hängt die Motivation zum Smarthome vom Lebensalter ab? Jein, lautet die Antwort: Das höchste Interesse am Thema hat die Gruppe der 18- bis 45-Jährigen mit 75 Prozent. Das heißt aber nicht, dass ältere Zeitgenossen sich nicht für moderne Technik in den eigenen vier Wänden interessieren. Denn auch in den Altersgruppen 45 bis 55 Jahren sowie ab 55 Jahren wünschen sich mit 69 Prozent bzw. 54 Prozent immer noch eine Mehrheit der Befragten ein Smarthome. 

Das generelle Themeninteresse quer durch alle Altersgruppen ließ sich auch bei der 2. Erlebnismesse „Das intelligente Haus“ erkennen. Und es waren sowohl Männer als auch Frauen, die von einem Musterhaus zum nächsten pilgerten, um die unterschiedlichsten Smarthome- und Multiroom-Systeme in Aktion zu erleben. Dort trafen sie auf kompetente Berater, System-integratoren und Handwerker, die selbst Detailfragen erschöpfend beantworten konnten.

 

Drahtlos oder lieber mit Kabel?

Grob gesehen gibt es zwei Bereiche: Funk- und WLAN-basierte Lösungen auf der einen und kabelbasierte auf der anderen Seite. Drahtlose Steuerungssysteme sind aufgrund der einfachen Nachrüstbarkeit vor allem für Eigentümer und Mieter in bestehenden Gebäuden interessant. Voraussetzung: Raumaufteilung und Bausub-stanz erlauben eine störungsfreie Signalübertragung. Vorteilhaft für preissensitive Interessenten ist, dass es Startersysteme schon für ein paar Hundert Euro gibt; der Ausbau kann dann je nach Geldbeutel und Bedarf erfolgen.

Fast alle Systeme, wie Coqon, Innogy, Rademacher, Schwaiger und andere Z-Wave-Systeme, sind im Handel für jedermann erhältlich und können so in Eigenregie installiert werden. Eventuell notwendige Arbeiten an der Elektrik sind allerdings Sache des Fachmanns. Wer keine Lust oder wenig Talent zum Selbermachen hat, kann die komplette Planung und Montage auch einem Fachmann überlassen, der sich mit dem ausgewählten System auskennt.


Flyer Erlebnismesse

Vor allem Bauherren und Sanierer nutzen eher kabelgebundene Smarthome-Systeme wie Digitalstrom, Loxone oder gleich ein KNX-Bussystem, etwa auf Basis des Gira Homeservers. Diese Systeme lassen sich voll in die Elektroinstallation des Hauses integrieren,  zudem entfallen die für manche Bewohner als störend empfundenen Funkwellen. Für Bussysteme ist allerdings eine komplett andere Verkabelung erforderlich als in der klassischen Elektroinstallation, sodass sie in jedem Fall eine vergeichsweise hohe Investition erfordert. Eine Sonderstellung unter den kabelgebundenen Systemen nimmt Digitalstrom ein: Die Steuerdaten werden hier über die Stromleitung geschickt, sodass sich das System einfach mit einer herkömmlichen Elektroinstallation kombinieren lässt.

Wieviel Smarthome soll es sein?

Egal ob mit oder ohne Draht – vor der System- und Herstellerwahl steht die Frage: Welche Funktionen soll das Smarthome-System heute und eventuell in mehreren Jahren erfüllen? Also etwa beim Energiesparen (Heizung und Strom) helfen, die Einbruch-Sicherheit verbessern, Warnmeldungen bei offenen Fenstern oder einem nicht ausgeschalteten Herd übermitteln und die Lichtsteuerung übernehmen. Legt man nur Wert auf Anwendungen der Haustechnik wie Heizung, Fensterkontakte, Licht, Rollläden, Rauch- und Bewegungsmelder oder Tür-Sprechanlage? Oder sollte auch gleich die Unterhaltungselektronik, etwa von Denon, KEF, Revox oder Sonos, integriert werden, um das Streamen von Musik und Videos an Multiroom-Lautsprecher, Smart-TVs und Beamer zu ermöglichen? Besteht Interesse daran, auch intelligente Haushaltsgeräte wie z. B. Herd, Kühlschrank, Waschmaschine einzubinden? 

Um sich den verschiedenen Themen zu nähern, bietet es sich an, in Anwendungen zu denken, die in Routinefällen auch zusammen ablaufen. Der Fachmann spricht dabei von „Szenarien“. Beispiel: Verlässt der letzte Bewohner das Haus, dann werden die Heizkörper-Thermostate heruntergeregelt, die Elektrogeräte ab- und Lichter ausgeschaltet und noch offene Dachfenster gehen motorisch zu. Gleichzeitig aktiviert sich das Alarmsystem. Solche Szenarien laufen automatisch ab und helfen so im stressigen Arbeits- und Familienalltag Zeit zu sparen. Je nach System und Ausbaustufe ist bei Bedarf nicht nur ein manueller Eingriff möglich, sondern auch eine Kontrolle und Bedienung per App aus der Ferne.

Viel Sorgfalt bei der Systemwahl

Generell empfiehlt es sich, die Smarthome-Systemauswahl bei umfangreicheren Projekten zusammen mit einem Fachmann zu treffen. Dieser kann nicht nur systematisch den Bedarf erfassen, sondern auch wertvolle eigene Ideen und Erfahrungen einbringen. Ebenfalls wichtig ist ein genauer Blick auf die stationäre und mobile Bedienoberfläche, denn nicht jede sagt jedem Benutzer zu. 

In der Regel wird der praktische Bedarf an Automatisierung mithilfe einer Checkliste erarbeitet, aus der ein Smarthome-Profi sowohl das optimale System erkennen als auch ein Angebot erstellen kann. Denn nicht alle Komponenten und Anwendungen lassen sich in jedes System einbinden. Insbesondere bei den teuren Smarthome-Lösungen sollten Käufer auf einen möglichst offenen Schnittstellen-Standard achten, der von möglichst vielen Herstellern unterstützt wird. Dann kann man mit Blick auf eine künftige Erweiterung des Funktionsumfangs davon ausgehen, dass der Nachschub an optimierten und neuen Produkten gesichert ist. 

Nach der Bedarfsanalyse und Produktauswahl erstellt der Systemintegrator oder Handwerker ein Angebot und übernimmt im Auftragsfall den Einbau sowie die Einrichtung und Konfiguration der Smarthome-Anwendungen – am besten alles aus einer Hand, inklusive Gewährleistung und späterer Wartungsarbeiten. Vorteil: Sollte mal ein Störfall eintreten, egal ob bei Hard- oder Software, hat der Hausbesitzer einen Ansprechpartner für alle Fälle.     jw 


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Smarthome-Experten

Systeme

Messe-Facts

Für zwei Tage im Oktober 2016 verwandelte sich die Musterhausausstellung Eigenheim und Garten in Fellbach bei Stuttgart in das wahrscheinlich größte Smarthome des Landes. 26 Hersteller und Marken zeigten in voll eingerichteten Musterhäusern ihre Lösungen für Smarthome-Ausrüstung wie auch vernetztes Entertainment. 

An den beiden Tagen kamen rund 2000 Besucher zur Erlebnismesse „Das intelligente Haus“, einige davon nahmen über 200 Kilometer Anfahrt in Kauf, um sich kompetent und lebensnah beraten zu lassen. Die Besucher interessierten sich überwiegend für fertig installierte Smarthome-Lösungen vom Profi, wie auch für Nachrüstungen. Entsprechend stark frequentiert waren die Musterhäuser mit Integratoren-Beratung, etwa bei Gira, Digitalstrom, Loxone, dem Vertrieb von KEF und Arcam sowie bei den Praktikern in der Z-Wave-Gemeinschaftsausstellung. Multiroom-Audio stand ebenso im Fokus, wobei auffällig viele Besucher bereits eine Anlage von Sonos oder anderen Marken besaß. 

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