Teaser_Smarthome Waschmaschine vernetzt

So hilft künstliche Intelligenz im Haushalt

16.09.2019

Rundgänge durch die Hausgeräte-Hallen der diesjährigen IFA in Berlin haben gezeigt: Vernetzung und „Künstliche Intelligenz“ – kurz KI – sollen Haushaltsgeräte noch smarter machen.  Wir haben erforscht, was das genau bedeutet.

Ihre Lieblingsmusik startet, sobald das Abendessen fertig ist. Die Farbe des Lichts ändert sich, wenn der Backofen die richtige Temperatur erreicht hat. Nachlässige Köche erhalten Push-Nachrichten, falls einmal die Tür des Kühlschranks zu lange offen steht. Jedermann kann heute seinem Kuchen beim Backen zuschauen. Und die Waschmaschine sagt dem Trockner, welches Waschprogramm sie gerade ausführt, so dass Zweiterer seinen Trocken-Modus danach abstimmen kann. 

Science Fiction? Von wegen! Willkommen in der Welt der heutigen, vernetzten Hausgeräte. Große Hersteller wie Bosch, Miele oder Siemens haben auf der diesjährigen IFA zahlreiche neue Anwendungen gezeigt, die Lust auf ein smartes Zuhause machen sollen. Ob derart smarte Features eher Spielerei oder echte Erleichterungen sind, dürfen NutzerInnen getrost selbst entscheiden. 

Kulinarisch, komfortabel, faszinierend: Miele legt beim smarten Zuhause nach

Das perfekte Steak – rare, medium oder well done – gelingt längst nicht jedem Hobbykoch. Mit „Cook-Assist“ von Miele, einer smarten Anwendung für die Induktionskochfelder mit Temp-Control, gehört diese Herausforderung der Vergangenheit an. Für besagtes Steak gibt der Nutzer am Smartphone den gewünschten Gargrad ein. Das Fleisch kommt exakt dann in die Pfanne, wenn diese mithilfe des Bratsensors auf 200°C vorgeheizt ist. Das signalisieren sowohl Smartphone als auch Kochfeld optisch und akustisch. Noch einmal wenden, wenn die App dazu auffordert, und fertig ist das perfekte Steak. Möglich wird das durch die genannte Sensorien und viel  Künstliche Intelligenz aus der sprichwörtlichen Koch-Cloud. Die weiß etwa, bei welcher Pfannen- und Außentemperatur das Steak innen wie roh oder gar ist.

Miele CookAssist
Englisch, medium oder durch – Cook-Assist hilft in Verbindung mit den Temp-Control-Induktionskochfeldern von Miele bei der Zubereitung des perfekten Steaks und anderer kritischer Gerichte (Foto: Miele).

Auch bei der Wäschepflege geben die Hersteller Gas. Mit „AddLoad“ und „Wash2Dry“ will Miele auch die Wäschepflege smarter und komfortabler machen. So zeigt die Miele@mobile App an, wann das Nachlegen von Wäsche noch möglich ist, wenn die Maschine bereits läuft. Gut zu wissen: Das Nachlegen geht auch noch bei weiter fortgeschrittenem Programm und nicht wie vielleicht vermutet nur innerhalb der ersten Minuten. Bei Bedarf lässt sich die Maschine per App einfach anhalten. Was mancher weiß: Wäsche nachlegen ging bisher auch - bei so ziemlich allen Waschmaschinen. Nur gab es bisher keine App, die das sagt. Dafür aber einen Koreanischen Hersteller, der das Nachlegen von Wäsche per Spezial-Klappe zum Feature erklärte. Und natürlich gibt es im Laufe des Waschvorgangs mehr oder weniger praktische Momente, um Wäsche nachzulegen.

Nach dem Waschen geht's ab in den Trockner: Mit „Wash2Dry“ wählt der Trockner automatisch das passende Trockenprogramm. Für dieses Feature braucht es nicht einmal die Miele@mobile App, da Waschmaschine und Trockner über das hauseigene WLAN-Netzwerk miteinander kommunizieren und die Waschmaschine dem Trockner direkt mitteilt, ob er gleich Baumwoll-Buntwäsche oder feinste Kaschmir-Wolle trocknen darf.

Miele@mobile App
Die Miele@mobile App zeigt an, wann das Nachlegen von Wäsche noch möglich ist (Foto: Miele).

Von der Waschküche bis in die Küche verbinden sich immer mehr Miele-Geräte mit Amazons Sprachassistenten Alexa. Wozu? Bei Backöfen der neuen grifflosen ArtLine-Serie öffnet Alexa etwa auf Zuruf die Tür. Das kann tatsächlich praktisch sein, wenn Frau oder Mann gerade den vollen Bräter in Händen hält. Alexa sagt auch auf Zuruf, wie lange die Wäsche im Keller noch läuft, startet den Geschirrspüler, schaltet die Dunstabzugshaube aus oder führt per Alexa Show durch das Rezept der Woche. Und nicht zu vergessen: Ein Sprachbefehl, und der Miele-Backofen streamt den Backofen-Inhalt als Bewegtbild aufs Smartphone.

Easy Control von Bosch

Neben „Easy Control“ zeigte Bosch auf der diesjährigen IFA auch zahlreiche weitere vernetzte Lösungen für das eigene Zuhause. Unter anderem wurden die neuen Funktionen des „Twinguard“ Rauchwarnmelders vorgestellt, der ab sofort mit weiteren Bosch Smart Home Komponenten verbunden werden kann. So werden beispielsweise im Alarmfall smarte Kameras aktiviert und die Livebilder, sowie eine Push-Nachricht direkt an das Smartphone gesendet. Darüber hinaus zeigte Bosch Innovationen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und für einen bewussten Lebensstil. Das Spektrum reicht von mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Küchenhelfern, über smarte Waschmaschinen und Wäschetrockner bis zum ersten Pollenfilter für Bosch Dunstabzugshauben. Allergiker kochen damit stressfreier.


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Sprachgesteuerte Weltneuheit von Siemens

Die Finger voller Kuchenteig und das schwere Backblech in beiden Händen: Wie schön wäre es da, wenn sich die Backofentür auf Zuruf öffnen ließe! Siemens Backöfen ist dieser Wunsch nun Befehl. Auf der IFA 2019 zeigte Marke den ersten Backofen, dessen Tür sich  per Sprachsteuerung öffnet, ohne dass der Anwender auch nur einen Finger rühren müsste. Schon ab März 2020 soll die Weltneuheit deutschlandweit erhältlich sein. Als Kommandozentrale und Schnittstelle fungiert die markenübergreifende Home Connect App gemeinsam mit der Amazon Alexa- oder Google-Home-Sprachsteuerung.

Siemens Backofen mit sprachgesteuerter Türöffnung
Siemens Hausgeräte präsentierte auf der IFA 2019 den ersten Backofen, der auf Kommando die Tür öffnet (Foto: Siemens).

Aber nicht nur bei den Backöfen ist Sprachsteuerung ein heiß gehandeltes Thema. So sind jetzt die meisten vernetzten Siemens Hausgeräte wie Herde, Kaffeemaschinen, Dunstessen, Geschirrspüler, Waschmaschinen und Trockner mit den derzeit relevanten Sprachassistenten steuerbar. Über die Home Connect-Partner Fitbit und Amazon Alexa ist die Sprachsteuerung der Hausgeräte nun sogar über Smartwatches von Fitbit möglich. 

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