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Trend-Überblick: Vernetzte Klingeln und Sprechanlagen

11.01.2019

Die Elektronikmesse CES in Las Vegas zeigt jedes Jahr im Januar, wohin die Reise der Technik zu Hause gehen soll. Dieses Mal sind echte Smarthome-Innovationen eher dünn gesät – abgesehen von einer ganzen Reihe neuer vernetzter Türklingeln – ein aktueller Überblick.

Zugegeben – vernetzte Türsprechnlagen gibt es schon eine ganze Menge auf dem Markt. Gerade erst, in „Das intelligente Haus“ Ausgabe 2/2018, haben wir eine ganze Reihe der Türsprechanlagen mit Fernabfrage und Smartlock-Connection vorgestellt. Einige davon stellen wir auch hier nochmals vor.  

Doch auf der CES wurden eine Reihe weiterer Modelle vorgestellt, die teils ein paar neue Aspekte oder Funktionen bieten: 

Fern-Öffner mit Homekit, ohne Cloud-Abokosten

Die intelligente Videotürklingel von Netatmo ist die erste Türklingel, die mit Apple Homekit kompatibel ist und damit über die Home-App von Apple oder per Sprachbefehl mit dem zugehörigen Sprachassistenten Siri gesteuert werden kann. Steht jemand vor der Tür, kann der Nutzer den Gast auf seinem Smartphone sehen, mit ihm sprechen und sofort reagieren, auch wenn er gerade nicht zu Hause ist. Dank der Personenerkennung weiß die Klingel auch dann, ob sich jemand vor dem Haus aufhält, wenn gar nicht geklingelt wird. Solche Meldungen lassen sich in bestimmten Zonen des Blickfelds einrichten und dann auch mit Homekit-Szenarien verbinden, so der Hersteller bei der Präsentation der Klingelanlage. Kommt jemand der Haustür nahe, dann kann sich beispielsweise das Außenlicht einschalten – oder, noch subtiler, die Beleuchtung im Hausflur. Gleichzeitig lässt sich dann auch eine Videoaufzeichnung starten, so dass der Besucher später noch wiedererkannt werden kann.  

Die intelligente Videotürklingel eignet sich zum Einbau in vorhandene Installationen: sie ersetzt die kabelgebundene Türklingel und verbindet sich mit dem WLAN-Netzwerk. Damit lässt sie sich auch mit einem herkömmlichen Türsumemr verbinden und diesen so auch fernsteuern, um etwa den Paketdienst ins Haus zu lassen. Besonderheit: Der Fernzugriff und die Videoaufzeichnung sollen bei Netatmo keine zusätzlichen Gebühren kosten – bei anderen Modellen wie der Ring Video Doorbell (siehe unten) oder Nest Hello muss man dafür einen kostenpflichtigen Clouddienst für 3 bis 5 Euro pro Monat dazu buchen. Die Netatmo-Klingel soll im Herbst 2019 auf den Markt kommen. Ein Preis steht noch nicht fest.

Netatmo
Netatmo intelligente Videotürklingel. (Bild: Netatmo)

Videotürklingel zur Kasa-Familie von TP-Link

Nicht jedem Besucher möchte man sofort die Tür öffnen und so Einblick ins eigene Privatleben bieten. Deshalb fungiert die Kasa Videotürklingel KD100 von TP Link als eine Art persönlicher „Türsteher“ und übermittelt – laut Hersteller auch bei schlechten Lichtverhältnissen – gute Bildaufnahmen vom Besucher vor der Türe. Zudem punktet sie mit einer KI-gestützten Gesichtserkennung und einem integrierten Mikrofon, das auch die Nutzung als Gegensprechanlage möglich macht. Die Video-Türklingel soll sich künftig in die vernetzte Produktwelt der TP-Link-Serie Kasa einbetten, die über eine gemeinsame App steuern lässt. Dazu zählen etwa die WLAN-Steckdosen HS100 und HS110 sowie WLAN-LED-Funkleuchten. Außerdem hat TP-Link auf der CES neue Leuchtmittel und WLAN LED Lightstrips sowie einen zugehörigen Funk-Lichtschalter vorgestellt. 

tp Link Kasa
TP-Link WLAN-Videotürklingel KD100 (Bild: TP-Link)

Frei vernetzte WLAN-Videotürklingel mit Akku

Der US-Hersteller Ring – mittlerweile ein Tochterunternehmen des Amazon-Konzerns – bietet mit der Video Doorbell 2 für knapp 200 Euro eine recht günstige WLAN-Türklingel an, die weit gehend autark funktioniert. Sie verbindet sich per WLAN ins Heimnetzwerk und lässt sich neben dem Stromanschluss auch per Akku unabhängig vom Stromnetz betreiben. Über einen separat erhältlichen, kompakten Solar-Rahmen (59 Euro) soll sich der Akku sogar im Sonnenlicht selbst auftanken. Klingeln ertönt per Smartphone-App oder parallel über die WLAN-Klingel „Chime“ (35 Euro), die man im WLAN-Bereich einfach in eine Steckdose einstöpselt. 

Gegenüber den beiden Neulingen von Netatmo und TP-Link ist die Ring Video Dorbell 2 keine Neuheit mehr. Die Klingel verrichtet beispielsweise an der Tür des Redaktionsbüros von „Das intelligente Haus“ seit einiger Zeit testweise ihren Dienst. Im Alltag ist sie wirklich praktisch. Wer allerdings verpasste Besucher später im Cloudspeicher sehen möchte, der muss ein Cloud-Abo für knapp drei Euro im Monat abschließen. Und: Nutzer sollten sich wenn möglich einen Stromanschluss zur Klingel zulegen. Der Akku hielt im Test deutlich kürzer als versprochen. Der Solarrahmen verlängert die Akkulaufzeit zwar deutlich, in der Praxis musste der Akku aber vor allem im Winter dennoch alle paar Wochen getauscht oder aufgeladen werden. Das dürfte anders sein, wenn die Klingel mit ihrem Solarlader Richtung Süden ausgerichtet mit direkter Sonneneinstrahlung installiert wird. Doch welche Eingangstüre ist schon so platziert?   

Ring Video Doorbell 2
Ring Video Doorbell 2 (Foto: Ring.com)

Digitaler Türspion von Ring.com

Und noch eine weitere, neue Version seiner Klingel hat Ring.com vorgestellt: Die so genannte „Ring Door View Cam“ soll sich anstelle des Türspions an Wohnung- und Haustüren anbringen lassen. Sie ist tatsächlich für die Installation im Spion-Loch vorgesehen, ihr Akku hängt diebstahlsicher innen an der Tür. Steht jemand davor und klingelt, dann kann man die Person per App oder auch über einen Blick auf die Rückseite des Türspions sehen. Besonderheit: Die Door View Cam hat wie ihr Schwestermodell „Video Doorbell“ einen Klingelknopf, soll aber laut Hersteller auch auf Anklopfen an Tür reagieren. In den USA wird sie bereits für knapp 200 Dollar angeboten, hierzulande dürfte sie bald ebenfalls zu haben sein.

Ring door view cam
Die kompakte Ring Dorr vies Cam lässt sich anstelle des Türspions installieren. (Foto: Ring.com)

Lesetipp: Doorbird – Vernetzte Türklingen zur festen Installation


Nest Hello – Hallo, unbekanntes Gesicht!

Ebenfalls nicht mehr ganz neu ist die Video-Türklingel „Hello“ von Nest. Typisch für den Anbieter stylischer Überwachungskameras und Heiuzngsthermostate: Die mit knapp 280 Euro noch bezahlbare Türklingel ist besonders schick und wirkt sehr hochwertig. Auch funktional ist die Nest-Klingel ziemlich weit vorn: Neben einer Bewegungserkennung an der Tür, die auch Aktivitäten in bestimmten Zonen des Bildes unterscheiden soll, bietet sie, ähnlich den Nest-Sicherheitskameras auch eine Gesichtserkennung und unterscheidet so etwa zwischen bekannten und unbekannten Personen vor der Tür.

Die Funktionsvielfalt hat allerdings ihren Preis: 5 Euro monatlich oder 50 Euro pro Jahr kostet die Nutzung des Clouddienstes zusätzlich zur Hardware. Wer noch weitere Nest-Produkte im Einsatz hat, der kommt indes mit einem solchen Cloud-Konto aus. Ein Punkt kann einen hier stören, auch wenn es eher ein Gefühl ist: Die perfekte Erkennung von Personen und Bewegungen über den Onlinedienst des Alphabet-Tochterunternehmens – beziehungsweise Google-Schwesterfirma – kann bei kritischen Betrachtern bisweilen ein Gefühl der der ständigen Beobachtung erzeugen. Doch das gilt natürlich mehr oder weniger diffus für alle vernetzen Video-Türklingeln mit Cloud-Videospeicher.

Nest Hello
Die Nest Videoklingel namens “Hello“. (Foto: Nest)

Mehr über Smartlocks und (Video-) Sprechanlagen:

In einem großen Special rund um vernetzte Tür-Produkte in der neuen Ausgabe 2/2018 von „Das intelligente Haus“ – am gut sortierten Kiosk (hier Verkaufsstellen finden), in den E-Paper-Apps des Fachschriften-Verlages (Apple iOS oder Android) wie auch in der Magazin-Flatrate Readly.

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