telenot compact easy slider

Sicher und vernetzt – die smarte Alarmanlage

02.08.2017

Mit dem Smarthome-System Einbrüche alarmieren oder mit der Alarmanlage das Haus umfassend steuern? Beides ist möglich, aber welche Lösung funktioniert besser?

Anbieter von Smart-Home-Systemen versprechen mit ihrer smarten Technik häufig nicht nur eine komfortable Steuerung von Licht, Beschattung und eine sparsamere Heizung, etwa durch eine smarte, zeitgesteuerte Temperaturregelung. Smarthome-Systeme sollen das Gebäude auch vor Einbrechern, Brand oder technischen Defekten schützen. Der Aspekt Sicherheit gewinnt immer mehr an Bedeutung und ist bei vielen Verbrauchern der Hauptgrund, wenn es um die Anschaffung einer Smarthome-Anlage geht.

Sind Smarthome-Systeme auch echte Alarmanlagen?

Spezialisierten Anbietern von Sicherheitstechnik ist der Trend zur Smarthome-Sicherheitstechnik ein Dorn im Auge, denn häufig wird in der Werbung vermittelt, ein simples, selbst nachrüstbares Funksystem könne die Aufgaben einer Alarmanlage zuverlässig ersetzen. Doch genau hier droht die Falle: Das Smarthome steuert zwar Licht und Heizung, ist aber ungeeignet für den zuverlässigen Schutz von Leib und Leben, so die Alarm-Experten.

Ein System, das die Sicherheit der Bewohner eines Hauses, den Schutz von Sachwerten und des Gebäudes selbst zur Aufgabe hat, muss etwa nach Meinung des Alarmanlagen-Herstellers Telenot anderen Kriterien genügen als ein normales Heimsteuerungssystem – zumindest, wenn der Schutz so zuverlässig sein soll, dass etwa Versicherungen ihn anerkennen. Es muss 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr über Jahre hinweg absolut zuverlässig und störungsfrei funktionieren, um im entscheidenden Moment das lebens- und existenzrettende Signal abzugeben, so der schwäbische Hersteller.

Die hierfür eingesetzten Sicherheitskomponenten unterliegen in der Praxis anderen Qualitätsanforderungen und Prüfszenarien als normale Smarthome-Anwendungen. Sie müssen beispielsweise eine Sabotageüberwachung der Systemkomponenten vor mechanischer oder elektronischer Fremdbeeinflussung haben. Die Leitungs- und Funkstreckenüberwachung zu den Sicherheitskomponenten sind in Smarthome-Standardkomponenten meist nicht ausreichend berücksichtigt, so Telenot. Ebenso für die Sicherheit von elementarer Bedeutung: die sichere optische und akustische Alarmierung vor Ort, wie auch die stille Alarmübertragung an Dritte via Internet oder Mobilfunknetz. Solche mehrfachen Alarm-Übermittlungen sind im Smarthome-Bereich meist nicht abgesichert: Fällt hier der Strom und damit der Internetrouter aus, dann dringt der Alarm nicht mehr nach draußen.

So geht geprüfte Sicherheit

Eine neutrale Orientierungshilfe für die Qualität von Sicherheitskomponenten und Alarmanlagen bietet in Deutschland der VdS, ein Unternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Der VdS ist für Versicherer und die Polizei das offizielle Organ für die Prüfung und die Zulassung von Alarmanlagen und anderen Sicherheitsprodukten. Wichtig ist dabei, dass jede einzelne Komponente wie Bewegungsmelder, Rauchmelder, Glasbruchsensor, Zutrittskontrolle vom VdS zertifiziert ist – ebenso wie die Alarmanlagenzentrale selbst.

So wird bei der VdS-Zertifizierung auch das Zusammenspiel der Sicherheitskomponenten geprüft und durch eine Systemnummer nachgewiesen. „Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied“, erklärt Harald Schmidt, Geschäftsführer der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes den Zulassungsprozess für Alarmanlagen und deren Komponenten. Schmidt ist auch Initiator der Aufklärungsinitiative K-Einbruch der Polizei und ist überzeugt: „Alle sonstigen angebotenen Systeme spielen leichtfertig mit dem Leben der Menschen“

Telenot bietet eine Alarmanlage mit Smarthome-Funktion

Eine Lösung aus dem Dilemma verspricht der schwäbische Alarmanlagen-Hersteller Telenot mit der Alarmanlage „Compact easy“. Sie wurde von Branchengremien 2015 als als „Beste Alarmanlage im Bereich Gebäudetechnik“ und 2016 als „Bestes Smart-Home-Produkt“ unter Sicherheitssystemen ausgezeichnet. Sämtliche Sicherheitskomponenten dieses Alarmsystems sind laut Hersteller VdS-zertifiziert. Die Compact easy verfügt etwa über eine Notstromversorgung, redundante Alarmübertragung via IP und GSM, einen Sabotageschutz sowie eine ständige Überwachung der Leitungen und Funkstrecken zu allen angeschlossenen Sicherheitskomponenten.

Die Anlage bietet mit ihren verschiedenen Sensoren eine zuverlässigen Einbruch- und Brandschutz sowie die Alarmierung etwa bei Wasser- oder Gasaustritt. Auf Wunsch meldet die Compact easy zudem technische Defekte, etwa wenn die Waschmaschine leckt oder die Heizungspumpe ausgefallen ist. Mit bestimmten Meldern kann sie das gefährliche Kohlenmonoxid delektieren. Sie lässt sic verkabelt oder mit Funk-Komponenten betreiben und eignet sich so auch für die Nachrüstung in Eigentums- und Mietwohnungen.

Was kann die Alarmanlage steuern?

Andererseits kann die Compact easy Alarmanlage Funktionen im Haus fernsteuern: Von unterwegs aus per Smartphone aus das Garagentor öffnen? Die Heizungsanlage, Beleuchtung oder Außenbeleuchtung daheim automatisch abschalten, sobald man das Haus verlässt? Diese und ähnliche Smarthome-Funktionen lassen sich über 16 Schaltfunktionen der Alarmzentrale auslösen.

Gesteuert wird die Compact easy dabei über ein Touch- oder Funkbedienteil im Gebäude sowie mit der Telenot-App „BuildSec“ vom Smartphone oder Tablet aus. Für die Netzwerk-Verbindung nutzt Telenot eine hochsichere Verschlüsselung, die auch Banken zur Datenübertragung einsetzen. Bis zu 16 Smart-Home-Funktionen lassen sich so über die compact easy ansteuern.

Installation durch Fachbetriebe

Noch ein Punkt unterscheidet Alarmanlagen von Smarthome-Funksysteme mit Sicherheitsfunktionen: Eine vollwertige Alarmanlage wird in der Regel von Fachbetrieben geplant und eingerichtet, während vor allem viele einfacheren Funksysteme mit Sicherheitsfunktionen für den Eigenbau bestimmt sind.

Auch Fachleute für die Planung und Installation einer Alarmanlage müssen sich in aller Regel einer Zertifizierung durch den VdS unterziehen oder zumindest eine Qualifikation durch den Hersteller haben. Telenot etwa kennzeichnet seine qualifizierten Partnerbetriebe als „Telenot-Stützpunkte“. Der Hersteller gewährt fünf Jahre Garantie auf seine smarten Sicherheitslösungen. Hausratversicherungen vertrauen der zertifizierten Sicherheitstechnik und gewähren einen Nachlass auf die Versicherungsprämie von zehn Prozent, so der Systemanbieter.

Ist die Alarmanlage das bessere Smarthome-System?

Der Vergleich zwischen Smarthome-Systemen mit nicht zertifizierten Sicherheitsfunktionen und vollwertigen Alarmanlagen mit Smarthome-Features funktioniert indes auch umgekehrt. Die in der Alarmbranche als „bestes Smarthome-Produkt“ prämierte Telenot-Anlage Compact easy kann mit ihren maximal 16 Schaltfunktionen natürlich längst nicht mit den Funktionen und Steueurngslogiken typischer Smarthome-Systeme mithalten. Ihre Alarmzentrale kann weder die Raumtemperatur über vernetzte Thermostate justieren noch einen Dimmer auf unterschiedliche Helligkeiten regeln. Allein die begrenzte Zahl von maximal 16 Schaltvorgängen reicht in vielen Häusern nicht einmal, um die Verbraucher eines einzigen Raumes unter Kontrolle zu halten. So kann die Smarthome-Alarmanlage zwar einiges schalten und walten, aber eben kein komplettes Smarthome steuern

Und auch wenn Smarthome-Systeme keine zertifizierte Sicherheit gegen Einbrecher und andere Risiken bieten: Eine Anwesenheitssimulation mit automatisch eingeschalteten Leuchten oder eine einfache Alarmierung via Smarthome-System und IP-Kamera bei verdächtigen Bewegungen an der Terrasse sind sicher besser als gar kein Schutz der eigenen vier Wände. Käufer sollte sich eben immer darüber bewusst sein, was das jeweilige System leistet – und was nicht.

So ist es gut und wichtig darauf hinzuweisen, dass Smarthome-Systeme keine vollwertigen Alarmanlagen sind. Wer aber ein echtes intelligentes Haus mit professioneller Absicherung gegen Einbruch und Elementarschäden möchte, der muss auch weiterhin zwei getrennte Systeme installieren lassen, die allenfalls einzelne Zustandsmeldungen untereinander austauschen. Ein Produkt, das Alarmanlage und vollwertiges Smarthome-System zugleich ist, gibt es zumindest bislang immer noch nicht.


BILDERGALERIE - Bitte klicken Sie zur Großansicht auf die Bilder:

Was ist der VdS?

Ursprünglich stammt die Abkürzung vom „Verband der Sachversicherer“ - heute wirbt der VdS aber als Prüf- und Beratungsinstitution mit dem Slogan „Vertrauen durch Sicherheit“. Er ist aber noch immer die zentrale Prüfinstitution der Versicherungswirtschaft. 

Unter dem Dach des VdS werden alle möglichen Kriterien und Prüfvorschriften rund um die Sicherheit von Gütern und Gebäuden in Bezug auf Brand, Einbruchs- und Diebstahlschutz sowie mittlerweile auch für Cybersicherheit und andere Bereiche  untersucht und bewertet. Für den Schutz von Wohngebäuden und deren Sicherheitssysteme ist vor allem die Abteilung „VdS Home“ relevant, nach der etwa Alarmanlagen bewertet werden, die für den Einsatz in Wohngebäuden vorgesehen sind. Der VdS zertifiziert bislang tatsächlich nur spezialisierte Alarmanlagen, gibt aber durchaus auch Tipps für den sicheren Betrieb etwa von Smarthome-Systemen

VdS Home zertifiziert indes auch Fahrradschlösser, Safes oder Türschlösser.

 

Expertensuche

Fachbetriebe zum Thema in Ihrer Nähe

 

Das könnte Sie auch interessieren

Das kompakte Holzhaus erfüllt alle Anforderungen eines modernen, energieeffizienten Smarthomes. Eine umsichtige Planung ermöglichen gehobene Ansprüche an den Schutz des Hauses und der Privatsphäre.
Der Rauchwarnmelder Twinguard von Bosch Smart Home gibt nicht nur bei Rauch Alarm, sondern ist zusätzlich auch ein Luftgütesensor, der die Qualität der Raumluft misst. Künftig soll er seine Werte auch an das zugehörige Smarthome-System melden.
Am 29. Oktober ist Tag des Einbruchschutzes. Ein guter Anlass, Haus oder Wohnung auf Sicherheitslücken zu überprüfen. Mit diesen baulichen und technischen Sicherheitsmaßnahmen haben Einbrecher schlechte Chancen.