Bose Soundtouch Multiroom slider

Multiroom-Musikanlagen im Vergleich

11.11.2016

Was können die bekanntesten vernetzten Musiksysteme und worin unterscheiden sie sich? Hier finden Sie einen Überblick über die zwölf Lieblinge des Publikums unter dem Gesamtangebot aller Multiroomanlagen..

Die HiFi-Anlage der Gegenwart holt Musik von Spotify, Deezer & Co. aus dem Internet, spielt Tracks aus Netzwerkspeichern oder direkt vom Smartphone und verteilt das alles drahtlos an Multiroom-Lautsprecher und vernetzte HiFi-Komponenten im ganzen Haus. Was können die bekanntesten vernetzten Musiksysteme und worin unterscheiden sie sich? Ein Überblick von Bang & Olufsen bis Yamaha. 

Bang & Olufsen BeoLink Multiroom

Die Lösung für B&O-Kunden und alle, die es werden wollen. Das Multiroom-System der Dänen vernetzt die jüngste Gerätegeneration drahtlos. Geeignet sind Modelle mit einem Netzwerkanschluss, im Firmenjargon „Network Link“ genannt. Über eine Konverter-Box finden aber auch ­Design-Ikonen wie der CD-Wechsler BeoSound 9000 mit seinen sechs Plattentellern Anschluss. Die Steuerung übernimmt eine Smartphone-App oder der Touchscreen des Musiksystems BeoSound Moment. Eine Besonderheit ist die Funktion „Touch to Join“: Durch Berührung am Gehäuse oder einen Tasten­druck schließen sich Geräte der aktuell spielenden Gruppe an. Die Funkboxen A6 und A9 sind zudem AirPlay-Lautsprecher. Sie können außerhalb des Multiroom-Systems Musik von Apple-Geräten empfangen.

Beolink
Das Beolink-Programm besteht aus ebenso stylischen wie exklusiven Lautsprecher-Skulpturen.

Bluesound

Bluesound hat sich als Multiroom-System für Klang-Enthusiasten einen Namen gemacht. Daran ist die Fähigkeit, Dateien in allen erdenklichen Audioformaten mit bis zu 24 Bit / 192 Kilohertz Auflösung abzuspielen nicht ganz unschuldig. Auch die Auswahl an Online-Diensten richtet sich an Audiophile. So gibt es neben gängigen Anbietern wie Deezer, Napster oder Spotify auch verlustfrei komprimierte Musik von Highres­Audio, Qobuz und Tidal. Eine Besonderheit ist der Musikserver Vault mit inte-griertem CD-Ripper für 1300 Euro. Er kopiert Audio-CDs über sein Laufwerk auf eine zwei Terabyte große Festplatte und stellt die Musik allen Geräten im Netzwerk zur Verfügung. Plattencover und Titelinformationen besorgt er dabei vollautomatisch aus dem Internet. 

Bluesound Pulse
Im Bluesound-System spielen eine ganze Reihe One-Box-Streaminglautsprecher namens "Pulse", aber auch Netzwerkverstärker und integrierte Komponenten der Schwestermarke NAD.

Seit dem Modelljahrgang 2016 lassen sich einige hochwertigen HiFi-Komponenten wie Vollverstärker oder CD-Player von der Konzernmarke NAD in Blutsound-Systeme einbinden. Es gibt auch eine Serie an vollintegrierten BlueOS-AVerstärkern für die Reckmontage, um das Multiroomsystem in größeren Smarthome-Installationen versteckt im Technikraum zu installieren.

Bose Soundtouch

Der Name SoundTouch ist Programm, denn Multiroom-Lautsprecher von Bose spielen Musik auf Berührung: Sechs Stationstasten auf der Geräteoberseite lassen sich mit Webradio-Sendern, Lieblingstiteln aus dem Netzwerk und demnächst auch mit Spotify-Musik belegen. Das und die Infrarot-Fernbedienung machen SoundTouch zum perfekten System für Smartphone-Muffel. Wer die App benutzt, findet seine Favoriten aber dort wieder (links). Neben drahtlosen Lautsprechern und dem Wave Music System stattet Bose auch Heimkino-Anlagen mit der Multiroom-Funktion aus. Dort ist zum Streamen allerdings ein Adapter nötig, der den Geräten beiliegt. Eine Änderung gab es jüngst bei der spontanen Vernetzung mit Smartphones: Ältere Modelle setzten dazu auf AirPlay, inzwischen verwenden die Geräte Bluetooth und können das empfangene Funksignal auch innerhalb des Systems per WLAN weiter verteilen. 

Bose Soundtouch
Charakteristisch bei Bose Soundtouch: Die virtuellen Stationstasten auf jeder Komponenten, mit der sich Webradiostationen oder Lieblingsplaylisten auf Knopfdruck – und ganz ohne App-Einsatz – aufrufen lassen.

Harman Kardon Omni

Das Multiroom-System für die Generation Smartphone: Omni spielt vor allem Musik von mobilen Geräten und aus dem Internet. Das heißt: Die eigene Plattensammlung sollte auf dem Telefon oder Tablet gespeichert sein, um sie durchs Haus zu streamen. Künftige Updates sollen aber auch Netzwerkspeicher wie den Computer oder NAS-Systeme als Quellen erschließen.

Harman Omni 20
Harman Omni 20 ist ein kompakter Streaminglautsprecher mit Favoriten- und Follow-me-Taste.

Für hochauflösende Audiodateien ist Omni vorbereitet, weil es Signale mit bis zu 24 Bit und 96 Kilohertz im WLAN übertragen kann. Schon jetzt bieten sich Online-Dienste als Musiklieferanten an. Deezer, Juke, Mixradio, Qubuz, Rdio sowie Tidal sind an Bord, für Spotify und andere gibt es eine simple Lösung: Die Player können Musik per Bluetooth empfangen und weiter verteilen. So kommt der Ton nahezu jeder Smartphone-App auf die Streaming-Anlage.

Heos by Denon

Heos von Denon gehört zu den vielseitigsten Systemen auf dem Markt. Für nahezu jedes Anwendungsgebiet hat der Hersteller eine Lösung parat. So macht ein als Zubehör erhältlicher Akkupack den Lautsprecher Heos 1 unabhängig vom Stromnetz. Die neueste Generation Hers-Lautsprecher empfangen auch Musik via Bluetooth vom Smartphone und Tablet, Ältere benötigen dafür noch Bluetooth-Stecker. Ein Soundbar bringt Raumklang ins Heimkino und der Verstärker Heos Drive kann Einbaulautsprecher im ganzen Haus mit Musik versorgen. Der Stream-Player Heos Link beeindruckt durch vielfältige Anschlussmöglichkeiten und steuert AV-Receiver aus gleichem Hause fern. So wird die Surround-Anlage im Wohnzimmer auch ein Teil des Multiroom-Systems. Seit Herbst 2016 gibt es auch AV-Receiver von Denon und der Konzernschwester Marantz, die sich mit Bordmitteln in ein Heos-Multiroomsystem einbinden lassen.

HEOS Cinema Bar
Die Heos Cinema Bar lässt sich in das Multiroomsystem von Denon integrieren, sie kann aber auc direkt den Filmton vom TV oder aus dem Blu-ray-Player verstärken.

LG Music Flow

Musik-Flow-Geräte von LG können ihr eigenes drahtloses Netzwerk aufbauen – im englischen Fachjargon „Mesh“ genannt, weil dabei die Funkzellen wie Maschen eines Geflechts ineinandergreifen. Vorteil: Die Reichweite steigt mit jedem Player und die Übertragung ist oft stabiler als im normalen WLAN. Mindestens ein Gerät sollte dazu per Kabel an den Router angeschlossen sein. Wo das aus Gründen der Aufstellung nicht geht, dient eine Bridge am Router als Brückenkopf zum Mesh-Netzwerk. Verschiedene Funkboxen und Soundbars mit High-Resolution-Wiedergabe (24 Bit/192 KHz) decken ein breites Anwendungsspektrum ab – bis hin zum 5.1-Surroundsystem mit drahtlosen rückwärtigen Lautsprechern. Es gibt keinen Stream-Player für den Anschluss an eine herkömmliche HiFi-Anlage, aber alle Geräte haben Bluetooth, einzelne auch AUX- oder optische Digitaleingänge.

LG Cinema Soundbar
Auch bei LG gehört ein TV-Soundbar mit zum Multiroomsytem

Panasonic All

Panasonic unterstützt mit AllPlay den einzigen hersteller­über­greifenden Multiroom-Standard. Jedoch bestreiten die Japaner das AllPlay-Angebot in Deutschland fast ganz allein. Von vereinzelten Lenco-­ und Medion-Lautsprechern einmal abgesehen gibt es keine Produkte anderer Marken, die sich mit dem ALL Connected Audio-System mischen ließen. Dafür ist die Auswahl im Panasonic-Sortiment umso interessanter. Neben Funkboxen und Lösungen für TV-Sound finden sich dort auch zwei HiFi-Minianlagen: Die SC-PMX100B (600 Euro) und die SC-ALL5CD spielen ganz klassisch Radio und CD oder Musik via Bluetooth und USB. Auf Wunsch streamen sie ihr Signal aber auch auf andere AllPlay-Geräte im Haus. Die Tonquellen erscheinen dazu ganz einfach in der App – direkt unter Musik-Servern und Streaming-Diensten.

Panasonic PMX100B
Panasonic stattet immer ehr HiFi-Komponenten mit der All-Streamingfunktion aus - darunter auc die Minianlage PMX100B.

Philips Izzy

Ein Multiroom-System, das weder Router noch WLAN-Passwort oder eine ­spezielle App benötigt: Izzy von Philips arbeitet vollkommen eigenständig – und zwar auf Knopfdruck. Bis zu sechs Funklautsprecher BM 5 bauen untereinander eine drahtlose Verbindung auf. Sie verwenden dazu WiFi Direct, denselben Standard, mit dem auch Laptops, Digitalkameras und andere Geräte am Router vorbei kommunizieren. Die Musik liefert ein Smartphone oder Tablet: Es sendet das gewünschte Programm per Blue­tooth zur nächstgelegenen Box. Egal welche App auf dem mobilen Gerät musiziert, der Ton ist über Izzy zu hören. So gelangen nicht nur Spotify und Co. auf die Anlage, sondern auch Klänge vom Medienserver, sofern der passende Player auf dem Smartphone installiert ist. Wer UKW-Radio oder CD-Musik bevorzugt, kann zusätzlich die Komplettanlage BM 50 ins System hängen. 

Philips BM5B
Die Lautsprecher der Philips Izzy Multiroomanlage vernetzen sich untereinander und benötigen kein separates WLAN-Funknetz.

Raumfeld

Die Player des Raumfeld-Systems von Teufel sind unverkennbar. Das liegt zum einen am geradlinigen Design und zum anderen an der typischen Stereokonfiguration. Viele Boxenmodelle werden paarweise geliefert, wobei ein (Aktiv-)Lautsprecher die komplette Elektronik enthält und seinen passiven Kollegen per Kabel mitversorgt. Das verbessert gegenüber drahtlos angebundenen Lautsprechern die Stereowiedergabe. Auch sonst hat Raumfeld anspruchsvollen Hörern einiges zu bieten. So kann das System hoch auflösende Audiodateien abspielen und große Musikbibliotheken mit mehr als 200000 Titeln verwalten. Außerdem hat nur Teufel ausgewachsene HiFi-Standboxen mit Multiroom-Funktion im Programm. 

Raumfeld Multiroom Boxen Familie
Markant-kantig: Die Streamingboxen von Raumfeld bestechen durch ihr reduzierte, geradliniges Design. Als einziges umfasst dieses System neben kompaktlautsprechern auch waschechte HiFi-Standboxen.

Samsung Wireless Audio 360

Samsung hat sein drahtloses Multiroom-System runderneuert, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Die jüngste Lautsprechergeneration strahlt den Schall kreisförmig nach allen Seiten ab – für ein besonders raumfüllendes Klang­erlebnis. Daher auch der neue Name Wireless Audio 360. Das Angebot an Streaming-Diensten wurde deutlich ausgebaut und zum Betrieb ist keine Basisstation (Hub) mehr nötig. Die Lautsprecher können sich bei guter Funkversorgung auch mit dem vorhandenen WLAN verbinden. Trotzdem bleibt das System kompatibel zu den bisherigen Multiroom-Produkten. So können zum Beispiel alle Samsung-Fernseher seit 2014 die drahtlosen Lautsprecher zur Tonwiedergabe nutzen. Mit einer Multiroom fähigen Soundbar ist außerdem Mehrkanal-Surroundwiedergabe möglich.

Samsung Wireless Audio 360
Samsung setzt auf rundum geschmeidige Formen – fast alle Komponenten des Wireless Audio 360 System haben kreisrunde Grundflächen.

Sonos 

Ein Name gilt als Inbegriff des drahtlosen Audio­streamings: ­Sonos. Mit seinem Multiroom-Baukasten, der über Jahre gewachsen ist und immer weiter optimiert wurde, hat es der US-Hersteller zur Marktführerschaft gebracht. Die ­Produkte sind fast beliebig kombinierbar: Lautsprecher können einzeln oder als Stereopaar spielen, mit Subwoofer oder ohne. Aus dem Soundbar am Fernseher wird mit ein paar Handgriffen in der App ein drahtloses 5.1-System. Die Funkverbindung läuft bei wenigen Playern übers WLAN, für größere Gebäude oder wenn ein Subwoofer ins Spiel kommt, ist die Bridge oder der Funkverstärker Boost Pflicht. Technisch gibt es ambitioniertere Lösungen. So können die Sonos-Geräte weder mit USB- und HDMI-Anschlüssen aufwarten, noch spielen sie hochauflösende Audiodateien ab. Fleißige Musiksammler stört, dass die Gesamtzahl gespeicherter Titel auf einige Zehntausend begrenzt ist. Dafür stimmt das Komplettpaket. Kaum ein anderes System arbeitet zuverlässiger, ist einfacher zu bedienen und bietet mehr Auswahl an Online-Musikdiensten.

Sonis Stereo Kombi
Kenner erkennen Sonos-Streamingboxen schon aus der Ferne an ihrem charakteristischen Design. Je zwei Boxen eines Typs lassen sich über Funk zu Stern-Pärchen gruppieren. 

Yamaha Musiccast

Der Japanische Hersteller Yamaha hat nicht einfach ein neues Multiroom-System entwickelt, der Hi-Fi-Spezialist erklärt sein komplettes Produktsortiment zum Multiroom-System. Über zwei Dutzend Geräte sind bereits mit der „Musiccast“-Funktion ausgestattet, in Zukunft sollen es alle sein, die einen Netzwerkanschluss haben. Vorteil für den Nutzer: Solange er in der Yamaha-Welt bleibt, kann er nach Herzenslust zwischen den Komponenten hin und her streamen. Neben den Eingängen und Tonquellen der Geräte kommen Netzwerkspeicher, Computer und Online-Dienste wie Juke, Napster oder Spotify als Zuspieler infrage. Per Bluetooth lassen sich außerdem Lautsprecher anderer Marken in den Verbund einklinken. So bleibt Musiccast dann doch keine reine Yamaha-Veranstaltung.

Yamaha RX-V679 mit Musiccast
Yamaha AV-Receiver seit dem Jahrgang 2015 spielen als vollwertige Multiroom-Komponenten im Musiccast-System mit.

 

Systeme

Multiroom-Musikquellen

Smartphone
Smartphone
: Praktisch alle Systeme spielen Musik von mobilen Geräten ab.

Internet
Internet
: Webradio und Strea­ming-­Dienste wie ­Spotify sind Standard.

Ethernet Netzwerkspeicher
Netzwerkspeicher: 
Computer und NAS-Systeme können als Musikarchiv dienen.

Audio CD Icon
Audio-CD
: Die wenigsten Systeme haben einen integrierten Player für die CD-Wiedergabe.

USB Kabel
USB:
Speichersticks und externe Festplatten finden an einer USB- Buchse Anschluss.

AUX Kabel
Aux: 
Der Hilfseingang ­verbindet vorhandene Hi-Fi-Geräte oder CD-Player mit dem Multiroom-System.

TV Gerät Fernseher Icon
Heimkino-Ton: 
Ein Soundbar oder drahtlose Surroundlautsprecher geben 5.1-Ton vom TV und von anderen Quellen wieder.

Bluetooth Logo
Bluetooth:
Einige Systeme empfangen Musik auch per Bluetooth und verteilen sie intern weiter.

Airplay Logo
Airplay:
Geräte mit diesem Zeichen sind für die Wiedergabe mit Apple-Produkten optimiert.

AllPlay Logo
AllPlay: 
Der AllPlay-Standard erlaubt die Kombination unterschiedlicher Marken in einem Multiroom-System.

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