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Smarthomes, die mitwachsen

24.10.2017

Wer heute ein Haus baut, der sollte eine Elektroinstallation planen, die alle Anforderungen der Digitalisierung im Haushalt wie etwa in der immer weiter vernetzten Energietechnik erfüllt. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass man sofort in ein komplettes Smarthome mit Server und individueller Programmierung investieren muss. Wichtiger ist, dass die Haustechnik "Smarthome ready" und damit möglichst modular nachrüstbar ist.

Zukunftssichere Planung für das eigene Haus bedeutet bei der Elektroinstallation, dass man sein Haus für den Trend der Digitalisierung und Vernetzung fit machen sollte. Doch was heißt das konkret? Muss man heute beim Neubau von Beginn an ein komplettes Smarthome-System mit einplanen – einschließlich einer teuren, individuellen Programmierung von Licht, Heizungs- und Rollladen-Funktionen?

Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Wer am Ende der Bauplanung genug Budget für eine professionelle Hausautomation übrig hat, der kann natürlich sofort ein fix und fertiges Smarthome einrichten. Dazu gehören zwei Komponenten: Eine smarthomefähige Elektroinstallation einerseits sowie der zugehörige Smarthome-Server. Damit sind wir schon beim Einspar-Potenzial und einem klaren Rat für alle knapper kalkulierten Bauvorhaben: Verzichten Sie im Zweifel vorerst auf den teuren Heimserver, planen Sie aber die Elektrotechnik auf jeden Fall „Smarthome ready“.

iHaus Jung
Sensoren, Taster und andere Steuerungselemente schicken ihre Befehle je nach System über eine Datenleitung

 

Was ist „Smarthome ready“?

Hinter dem Begriff verbirgt sich kein bestimmtes System. Es geht nur darum, dass die Verbraucher im Haus, also etwa Leuchten und Rollla- denantriebe, über fernbedienbare elektrische Schalter aktiviert werden. Als Auslöser für diese sogenannten Aktoren dienen spezielle Taster, Bewegungsmelder oder andere Sensoren aus der gleichen Systemfamilie. Die zugehörigen fernsteuerbaren Schalter – Fachleute sprechen hier von Aktoren – sind entweder zentral im Schaltschrank untergebracht oder aber direkt beim jeweiligen Verbraucher. Auf jeden Fall besteht eine direkte elektrische Verbindung vom Aktor zum jeweiligen Verbaucher, nicht aber vom Taster oder Sensor zum Aktor.


Diese Smarthomes wachsen mit:


In manchen Geräten ist die vernetzte Steuerungstechnik auch direkt integriert, etwa in Haushaltsgeräten mit Netzwerkfunktionen oder in zentralen, vernetzten Steuergeräten für die Heizung. Beim klassischen Lichtschalter beziehungsweise -Aktor ist dieser auf jeden Fall elektrisch mit der zugehörigen Leuchte verbunden.

Kommandos per Bus oder Funk

Sensoren, Taster und andere Steuerungselemente schicken ihre Befehle je nach System über eine Datenleitung – etwa den verbreiteten KNX-Datenbus – oder per Funk an die Aktoren. Welches Licht oder welchen Rollladen ein bestimmter Sensor ansteuert, das lässt sich frei zuordnen – im Gegensatz zur klassischen, fest verdrahteten Installation. Diese freie Zuordnung haben alle Smarthome-Systeme gemeinsam, egal ob eine KNX-Businstallation genutzt wird oder die Daten per Funk oder Powerline-Übertragungstechnik über die Stromleitung gesendet werden. Intelligente Automatisierungen sind damit noch nicht möglich, man kann aber in einer solchen Smarthome-ready-Installation frei festlegen, welcher Wand-Taster etwa welche Leuchte ein- und ausschaltet – und diese Konfiguration auch jederzeit ändern.

 

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Smarthome-ready ist nicht teurer

Tatsächlich kostet eine Smarthome-ready-Installation heute in den meisten Fällen ähnlich viel wie eine vergleichbare klassische Elektroinstallation. Verbreitete Systeme für eine solche flexible Installation sind etwa das oben genannte KNX-Bussystem oder auch Funkkomponenten auf Basis des batterielos betriebenen Enocean-Funksystems. In beiden Systemen lassen sich Taster und Sensoren direkt bestimmten Aktoren zuordnen. Auch die Funk-Variante KNX-RF funktioniert auf dieser technischen Basis. Sie wird häufig zusammen mit dem KNX-Datenbus eingesetzt, wenn bestehende Installationen erweitert oder Taster an Stellen montiert werden sollen, wo sich keine Busleitung verlegen lässt.

Weitere Funksysteme, die sich unabhängig von einem Heimserver nutzen lassen, sind etwa funkgesteuerte Rollladen- oder Markisenantriebe von Herstellern wie Somfy oder Rademacher. Man kann sie über einfache Funk-Taster einzeln oder in Gruppen per Knopfdruck ansteuern. Die Hersteller bieten aber als Ergänzung auch Smarthome-Server an, mit denen sich die Fenster- und Beschattungstechnik gemeinsam mit der kompletten übrigen Haustechnik beliebigt automatisieren lässt.

Server mit Ausbaupotenzial

Sind die Voraussetzungen geschaffen, dann steht der späteren Einrichtung eines vollwertigen Smarthomes nichts mehr im Wege. Dann stellt sich nur noch die Frage, welcher Server der Richtige ist. Zunächst einmal muss er natürlich das installierte Basis-System unterstützen – also den KNX-Bus, die Enocean-Funksteuerung oder etwa die Rollo- und Markisensteuerung per Somfy-Funksystem. Darüber hinaus sollte man sich überlegen, welche weiteren Funktionen man auf Dauer nutzen möchte. Alle gängigen Smarthome-Server verbinden die jeweilige Bus- oder Funk-Installation mit dem Netzwerk und ermöglichen dadurch etwa die Fernbedienung der Haustechnik über Smartphone- oder Tablet- Apps. Außerdem kann man im Server wiederkehrende Abläufe im Haus in Szenen zusammenfassen und automatisch ablaufen lassen – etwa die Rollläden bei Sonnenuntergang herunterfahren und gleichzeitig die Basisbeleuchtung im Haus einschalten.

 

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Alles auf einen Blick: Alle Anwendungen auf einen Blick mit der Option zur Erweiterung – die App von i-Haus.

Manche Server sind in diesen Funktionen auf die Komponenten des Kern-Systems begrenzt, andere integrieren auch andere vernetzte Produkte im Haus in ihre Steuerungslogik. Ein Paradebeispiel dafür ist das noch recht junge Smarthome-System i-Haus, das neben KNX- Komponenten alle möglichen weiteren Haustechnik-Produkte, Multiroom-Systeme und sogar vernetzte Haushaltsgeräte mitsteuert und damit wesentlich flexibler einsetzbar ist als viele etablierte KNX-Server.

Doch auch zur Enocean-Funktechnik und deren möglichen Smarthome-Servern sowie beim Rollladen- und Jalousien-Funksystem von Somfy gibt es eine ganze Reihe Erweiterungsoptionen. In den folgenden drei Haus-Projekten sind diese beispielhaft zu sehen.

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