Heizungsthermostat_Aufmacherbild

Smart heizen – Geld Sparen

27.09.2016

Wer im eigenen Haushalt Energie sparen will, der sollte sich die Heizung vorknöpfen, zum Beispiel mit einer intelligenten Heizungssteuerung. Hier schlummern große Sparpotenziale. Schwierig nachzurüsten ist das Ganze auch nicht. 

 

Kein anderer Posten in der Verbrauchsrechnung typischer Nebenkosten wiegt so schwer wie die Heizung: Im Durchschnitt trägt sie mit etwa zwei Dritteln zum Energieverbrauch privater Haushalte in Deutschland bei. Den Rest teilen sich elektrische Geräte und die Warmwasserbereitung je etwa zur Hälfte. Hier kann Smarthome-Technik helfen – etwa eine intelligente, vernetzte Heizungssteuerung.

Will man also die CO2-Bilanz in den eigenen vier Wänden aufpolieren und damit auch die Kosten senken, dann kann man natürlich kürzer duschen oder einen Kühlschrank mit geringerem Stromverbrauch kaufen. Am wirkungsvollsten ist es aber, die Heizenergie zu drosseln. Das lässt sich etwa über bauliche Maßnahmen erreichen. In Altbauten machen neue, dicht schließende Fenster einen großen Unterschied. Auch die Dämmung der Gebäudehülle spart viel Energie. Beides kann je nach eingesetzter Technik und Größe der Immobilie aber schnell fünfstellige Beträge verschlingen, die sich erst nach vielen Jahren amortisieren – wenn überhaupt. Mietern steht diese Option erst gar nicht zur Verfügung. 

Leichtere Einsparungen verspricht eine automatische, vernetzte Heizungssteuerung, die sich mit wenig Aufwand zu fast jeder vorhandenen Heizung nachrüsten lässt. Solche Systeme gibt es mittlerweile in einer schier unübersehbaren Zahl. Sie alle folgen einer einfachen Fragestellung: Wann wird die Heizung überhaupt benötigt? In den Nutzungszeiten der Wohnung heizen die Systeme alle notwendigen Räume behaglich auf, in den übrigen Phasen lassen die Steuerungen die Temperaturen in einem vernünftigen Maße absinken. 

Konkrete Einsparpotenziale sind dabei schwer zu benennen, da sie von der Immobilie und den Nutzungsgewohnheiten der Bewohner abhängen. Hersteller werben häufig mit 30 Prozent Einsparpotenzial oder noch mehr. Auch wenn hier Vorsicht geboten ist: Wer im Altbau wohnt, viel unterwegs ist und bislang nur eine pauschale Nachtabsenkung nutzte, der kann mit einer sinnvollen Zeitplanung durchaus solche Werte erreichen. Allerdings sollte man sich vorher überlegen, welche Art der Heizungssteuerung für die eigene Wohnung oder das eigene Haus sinnvoll ist. 

Smarthome-Systeme zum Nachrüsten – mit Heizungssteuerung 

Smarthome-Systeme zum Nachrüsten steuern nicht nur die Heizung, doch diese Aufgabe zählt zu den Funktionen, die sich auch Laien mit Abstand am einfachsten erschließt. Alle hier vorgestellten Systeme können die Heizung in jedem einzelnen Raum über funkgesteuerte Heizkörperstellmotoren und zugehörige Thermostate regeln. Sie erlauben die Programmierung von Zeitplänen, wann der jeweilige Heizkörper Wärme spenden soll und wann nicht. Gegenüber einer pauschalen Tag-/Nacht-Schaltung kann eine solche individuelle Schaltung eine ganze Menge Energie sparen – wer tagsüber etwa regelmäßig unterwegs ist, der kann so gut und gerne 20 bis 30 Prozent Heizenergie einsparen, was die Investition in die Hardware binnen weniger Jahre einspielen dürfte. 

Diese Heizungssteuerung läuft bei handelsüblichen Smarthome-Systemen in der Regel über einfache Schaltzeiten, die man in der Konfigurationsoberfläche programmiert. Das ist ungefähr gleichbedeutend mit der Alternative, klassische Thermostatventile manuell hoch oder runter zu regeln. Man steuert also den Zeitpunkt, zu dem sich die Heizung einschaltet – nicht den Moment, zu dem eine bestimmte Soll-Temperatur erreicht sein soll. Mit etwas Experimentieren lassen sich diese Schaltzeiten in der Zeitplanung also optimieren. 

Innogy Smarthome Gerätefamilie
Smarthome-Systeme zum Nachrüsten wie etwa Innogy Smarthome (Früher: RWE Smarthome) bestehen aus vielen verschiedenen Komponenten wie etwa Tastern, Fensterkontakten, Schaltsteckdosen, Bewegungsmeldern – und eben auch Funk-Heizungsthermostaten.

Zusätzlich zu den reinen Heizungs-Zeitplänen erlauben es die Systeme auch, spezielle Befehlsketten oder Regeln einzurichten. Es lässt sich so etwa ein Funktaster einlernen, mit dem man die Heizung beim Verlassen des Hauses per Knopfdruck komplett in den Sparmodus versetzt – und bei der Rückkehr über einen zweiten Taster zurück in den Heizbetrieb. Auch Heizunterbrechungen lassen sich einrichten, damit die Heizkörper in einem Zimmer nicht zum Fenster hinaus heizen, wenn gerade gelüftet wird. Dazu dienen Fensterkontakte, die ebenfalls zu jedem System gehören. 

Heizregel Fensterkontakt
Über Fensterkontakte und andere Sensoren lässt sich die Heizungssteuerung in andere Smarthome-Befehlsketten einbinden. 

Die Stärke solcher Nachrüst-Systeme: Sie können viel mehr als nur die Heizung kontrollieren. Je nach System vernetzen sie auch das Licht, Rollomotoren, Rauchmelder oder gar Elektrogeräte im Haus. Mit Schalt- und Messsteckdosen lassen sich Geräte zudem nicht nur ein- und ausschalten. Sie erfassen auch den Stromverbrauch und helfen so, Energieschlucker zu entlarven.

Vernetzte Heizungssteuerungen

Diese Systeme sind ebenfalls zur Nachrüstung gedacht, dienen aber ausschließlich zur Steuerung der Heizung.  Leuchten schalten, Kaffeemaschine starten, Rollos rauf- und runterfahren? Fehlanzeige! Dafür hat jeder einzelne dieser vernetzten Heizungsoptimierer ein paar Funktionen auf Lager, die allgemeine Smarthome-Syteme nicht in dieser Form bieten. Man könnte sagen, die Heizungsspezialisten setzen sich ein bisschen ausführlicher mit den Hintergründen der Heizung auseinander, was sich im Wesentlichen an drei Punkten festmachen lässt:

Aufheiz- und Abkühlungskurven: Um ein Haus nach allen Regeln der Kunst zu beheizen, muss nicht nur die Zieltemperatur bekannt sein. Für die optimale Heizleistung ist auch die Zeit relevant, die benötigt wird, um die Wunschtemperatur zu erreichen. Spezialisierte Heizungssteuerungen können diese Charakteristiken des Hauses lernen, indem sie etwa immer wieder den Zeitraum vom Einschalten der Heizung bis zum Erreichen der Wunschtemperatur in Abhängigkeit vom Wetter messen und abspeichern. Daraus errechnet das System auf Dauer den optimalen Zeitpunkt, zu dem die Heizkörper sich öffnen müssen, damit zum richtigen Zeitpunkt die gewünschte Temperatur herrscht – und dies weder zu früh (Energieverschwendung) noch zu spät (Komfortverlust). 

Vorausberechnung: Die optimale Heizkurve hängt auch vom Wetter ab. Ist es draußen bitterkalt, benötigt die Heizung längere Zeit zum Aufheizen und muss auch tagsüber häufig Wärme nachliefern. Ist es dagegen mild, dann geht‘s deutlich schneller. Eine vorausschauende Heizungssteuerung zieht Wettervorhersagen für den Folgetag in ihre Heizlastberechnung mit ein. Das kann vor allem bei sehr langsam reagierenden Wärmeübertragungen wie etwa einer Fußbodenheizung einen großen Effizienzgewinn bringen. 

Alphalos_Zeitplan
Die Heizungssteuerung AlphaEOS erfasst für die Vorausberechnung der Heizleistung auch Online-Wetterdaten. Damit weiß das System, wann und wie stark es die Heizkörper oder Fußbodenheizung aufdrehen muss. 

An-/Abwesenheit: Die ideale Heizungssteuerung weiß, wo ihre Bewohner gerade sind und stellt die Heizleistung darauf ein. Was ein bisschen nach Big Brother klingt, kann für die Heizung ein Glücksfall sein: Nichts ist lästiger als ein perfekt eingestellter Zeitplan, wenn die Bewohner sich nicht daran halten. Aber Komfort ist eben auch, wenn die Heizungssteuerung diese menschliche Sprunghaftigkeit ausgleicht.   

Tado Heizkurve
Die Heizungssteuerung von Tado erkennt anhand von GPS-Daten auf den Smartphones der Bewohner, ob jemand zu Hause ist und wie weit entfernt sich die Bewohner aufhalten. Dem entsprechend wird die Heizung nur ein bisschen oder aber weiter herunter geregelt. 

Steuerungstechnik vom Heizungshersteller

Der Trend zur voll vernetzten Heizungssteuerung hat sich inzwischen auch zu den Heizungsherstellern herumgesprochen. Die großen Firmen haben bereits neue Thermen-Modelle im Programm, die sich übers Heimnetzwerk und online steuern lassen. Doch auch im Nachrüstungsmarkt sind die etablierten Firmen mittlerweile aktiv. Die Zielrichtung ist klar: Man möchte die Intelligenz beim Heizen nicht ausschließlich externen Zulieferern überlassen.

Vaillant Erelax
An modernen Thermen großer Hersteller wie Buderus, Junkers, Viessmann oder Vaillant (oben) lassen sich vernetzte Raumthermostate anschließen, die eine Steuerung der Heizung via App und automatischen Zeitplänen ermöglichen.

Vaillant sowie die Bosch-Marken Junkers und Buderus gehen bei der Nachrüstung vorhandener Heizungsanlagen den direkten Weg: Sie bieten vernetzte Alternativen für die Steuerungsgeräte ihrer Thermen an. Die neuen Geräte bilden die Funktionen der Heizungen in Form von Zeitplänen und anderen Einstelloptionen in den zugehörigen Apps ab. Viessmann dagegen hat sich mit Vitocomfort  200 daran gemacht, ein komplettes Smarthomesystem aufzubauen, das die Heizung neben vielen anderen Funktionen vernetzt und steuert. Auch dieses System hat direkten Zugriff auf die Thermen des Herstellers. Weitere Nutzen: In immer mehr dieser Systeme erlaubt das vernetzte Steuergerät auch einen Zugriff für Wartungsbetriebe von außen. So kann sich der Heizungsfachmann schon vor der anstehende Wartung ein Bild vom Betrieb und etwaigen Schäden der Heizung machen – natürlich nur dann, wenn der Besitzer der Heizung diesen Fernzugriff gestattet.      rot

Systeme

Heizungs-Zugriffe

Heizkörper-Stellmotoren

lassen sich an allen gängigen Heizungen mit Radiatoren (Heizkörpern) selbst anbringen. Sie erfassen die Raumtemperatur und regeln das Ventil des Heizkörpers je nach Ist- und Soll-Temperatur auf und zu.

Fußbodenheizung

Um eine wassergeführte Fußbodenheizung zu regeln, ist ein passendes Steuergerät notwendig, das die dazu gehörigen Stellmotoren einzeln für jeden Raum ansteuern kann. Die Ventile  werden dann über Relais im Steuergerät auf und zu geschaltet. 

Raumthermostate

Viele Systeme lesen die Temperatur nicht am Heizkörper sondern an einer anderen Stelle im Raum – idealerweise gegenüber der Wärmequelle. So lässt sich die wahre Raumtemperatur besser ermitteln. Die Steuerung erfolgt dann über die Smarthome-Zentrale zum Heizkörper-Stellmotor.

Zentraler Raumfühler

Über einen zentralen Raumthermostaten für die gesamte Wohnung lässt sich die Heizleistung der Therme von einem Ort aus steuern. Solche vernetzten Thermostate ersetzen die sonst üblichen Raumthermostate typischer Etagenthermen und steuern diese in Abhängigkeit von der programmierten Heizkurve und der Raumtemperatur.

Expertensuche

Fachbetriebe zum Thema in Ihrer Nähe

 

Das könnte Sie auch interessieren

Modern, komfortabel und effizient sollte dieses neue Eigenheim werden. Bei der Ausstattung darf da ein smartes Heizsystem nicht fehlen. Hier kommt Wiser, das Smart Heating System des Nürnberger Heizungsspezialisten Eberle zum Einsatz.
Unkompliziert und auch für den kleinen Geldbeutel: Der Heizungsspezialist Eberle erleichtert mit dem neuen Wiser Starter Kit Lite den Einstieg in die intelligente Heizungssteuerung. 
Gira eNet SMART HOME ist das Funk-System für die smarte Vernetzung und Steuerung der Haustechnik im Eigenheim und in der Mietwohnung. So können Bauherren und Renovierer die Haustechnik komfortabel per Smartphone steuern und überwachen – zuhause, unterwegs, absolut datensicher.