Bosch Smart Home mit Philips Hue

Vernetztes Funk-Licht für alle Fälle

27.04.2018

Alte Glühlampe raus, smartes Leuchtmittel rein. So schnell machen Philips Hue, Osram Smart+ & Co. aus der vorhandenen Elektroinstallation ein intelligentes Lichtnetz. Es reagiert auf Befehle vom Smartphone, auf Bewe­gungen im Raum und sogar auf Sprache – nur nicht mehr auf den gewohnten Lichtschalter. Aber keine Sorge: Das lässt sich einrichten.

Fernbedienbare LED-Lampen revolutionieren die Beleuchtung. Sie machen möglich, wofür bislang eine professionelle Haussteuerung nötig war: individuell gedimmtes Licht in jedem Raum, Szenenwechsel auf Knopfdruck oder ein künstlicher Sonnenaufgang am Morgen. Alles ohne Eingriff in die Elektroinstallation, der Austausch von Leuchtmitteln genügt.

Lichtsteuerung per App

Problem dabei: Der vorhandene Lichtschalter verliert seine Funktion. Er sollte immer eingeschaltet bleiben, damit die Funklampen mit Energie versorgt sind. Sie verbrauchen im Standby weniger als 0,5 Watt, benötigen den Strom aber zum Aufwachen. Wer die Leuchtmittel vom Netz trennt, legt nicht nur ihre Steuerung lahm. In vielen Fällen vergessen sie auch den Dimmwert. Von den Lichtsystemen auf den folgenden Seiten können sich nur Elgato Avea, Ikea, LIFX und Sengled an die letzte Einstellung erinnern.

Ledvance Smart+ und TP-Link bieten immerhin die Möglichkeit, per App einen Einschaltzustand zu definieren. Die Lampe startet dann nach jedem harten Ausschalten mit diesem Wert. Am besten aber, man lässt vom Lichtschalter ganz die Finger und weicht auf alternative Steuermöglichkeiten aus. Welche das sind, hängt vom System ab.

Kontrolle per Fernbedienung

Eine App ist immer dabei. Bei Lampen, die den Funkstandard Zigbee verwenden, ist für die Steuerung per Smartphone eine Basisstation nötig. Diese Bridge, auch Gateway genannt, kommuniziert in zwei Richtungen: über Zigbee-Funk mit den Lampen und über das Heimnetzwerk mit dem Router. An der Zentrale lassen sich aber nicht nur Lampen anmelden. Hersteller wie Philips oder Osram bieten Fernbedienungen und Bewegungsmelder zu ihren Systemen an. Das spart im Alltag den Griff zum Smartphone. Wer auf die App verzichten kann, hat mit Zigbee-Leuchtmitteln aber noch eine weitere Möglichkeit: Er verbindet seine Lampen direkt mit einer Fernbedienung. Ikea, Philips und Osram bieten solche Kombinationen als günstige Startpakete an. In der Regel kann eine Zigbee-Fernbedienung zehn Lampen steuern. Mehr geht nur mit Bridge – oder zusätzlichen Funksendern.


Wir haben diese aktuellen Lichtsysteme ausprobiert:


Eine besonders elegante Lösung sind Zigbee-Wandtaster von Busch-Jaeger, Gira, Jung und anderen Schalterspezialisten. Sie fügen sich optisch in ein vorhandenes Schaltersystem ein. Dank Batteriebetrieb kommen sie ohne elektrischen Anschluss aus und lassen sich überall in der Wohnung montieren. Programmierbare Tasten steuern Lampen entweder direkt oder rufen eine Lichtszene von der Bridge auf. Letzteres hat den Vorteil, dass die Smartphone-App und Zusatzfuktionen wie Zeitschaltung oder Sprachsteuerung ebenfalls zur Verfügung stehen.

Lampen zusammen mit Heizung und Rollläden steuern

Noch mehr Komfort bringt die Integration in eine Gebäudeautomation. Die Lampen reagieren dann zusammen mit Heizung und Rollläden. Sie bereiten den Bewohnern am Abend einen stimmungsvollen Empfang und gehen beim Verlassen der Wohnung mit allen anderen Verbrauchern aus. Zigbee-Systeme eignen sich für diesen Zweck am besten. In der professionellen Haussteuerung kommt besonders häufig Philips Hue zum Einsatz.

Vorteil so einer integrierten Lösung: Niemand muss sich umgewöhnen. Der gewohnte Lichtschalter behält seine Funktion. Nur dass er jetzt auch ein paar drahtlose Lampen steuert.


 

Steuerung mit System

Es gibt zwei Möglichkeiten, drahtlose LED-Lampen in die Haussteuerung ­einzubinden. Die eine verwendet das Lichtsystem inklusive Funkzentrale und stellt übers Netzwerk eine Verbindung zu den Lampen her. Im anderen Fall werden die Leuchtmittel ohne ihre Basis direkt an einer Smarthome-Zentrale angemeldet.

IP-Gateway
Produkte wie das Hutschienenmodul von ISE oder der Jung Smart Visu Server verbinden Philips Hue mit professionellen KNX-Systemen. Die Lampen werden damit Teil der Gebäudesteuerung, lassen sich in Szenen nutzen und reagieren auf alle Bedienelemente – vom Taster über Touchpanels bis zum Smartphone.

ISE Smart Connect KNX Hue
Das Hutschienenmodul von ISE (Foto: ISE)

 

 

Jung Smart Visual Server
Der Jung Smart Visu Server (Foto: Jung)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zigbee-Zentrale
Wibutler und andere Funksysteme haben eine Zigbee-Basis eingebaut. Bei Homee etwa lässt sie sich per ­Modul nachrüsten. Das System steuert damit Zigbee-Lampem verschiedener Hersteller – auch gemeinsam.

Homee Zigbee Cube
Das Homee-System (Foto: Homee)

 

 

 

 

 

 

 

 

So lassen sich Funklampen steuern

 

App IconApp: Das Smartphone schaltet oder dimmt die Lampen. So gut wie alle Hersteller bieten Apps für Android und iOS an.

Mann IconBewegungsmelder automatisieren das Licht. Einige Systeme berücksichtigen dabei auch die Raumhelligkeit.

Connection IconConrad Connect: Die deutsche Alternative zu IFTTT kann komplexe Smarthome-Regeln ausführen.

Mund IconSprachsteuerung: Viele Systeme lassen sich mit Amazon Alexa, Google Assistant oder Siri von Apple verbinden.

Zigbee IconZigbee: Lampen mit diesem Funkstandard funktionieren an einer Basisstation und bieten dort mehr Möglichkeiten.

Funktaster IconFunktaster ergänzen oder ersetzen den gewohnten Lichtschalter. Batteriebetrieben sind sie frei positionierbar.

IF Icon IFTTT: Der Online-Dienst ­„If This Than That“ steuert Lampen übers Internet – mit programmierbaren Auslösern.

IP IconIP/API: Gibt es eine Programmierschnittstelle (API), lassen sich die Lampen darü­ber in andere Systeme integrieren.

Fernbedienung IconFernbedienung: Ein tragbarer Handsender kontrolliert die Lampen – entweder direkt per Funk oder über ihre Zentrale.

 

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