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Intelligent geplant – mit System

28.09.2016

Wer ein Smart Home mit all seinen Vorzügen genießen will, sollte sich so früh wie möglich um die Planung kümmern. Nur wenn der Bauherr alle vorhandenen Möglichkeiten kennt, kann er die Funktionen aussuchen, die zu ihm und seinem Budget passen. Wir erklären Ihnen, wie Sie vorgehen.

Die Planung eines intelligenten Zuhauses gestaltet sich für den Bauherrn nicht ganz einfach, denn es kommt darauf an, die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt anzusprechen und diese Leute dann dazu zu bringen zu kooperieren.

1. Intelligente Gebäudetechnik von Beginn an mitplanen

Bei Bauvorhaben ist gewöhnlich der erste Ansprechpartner für den Bauherrn der Architekt oder der Planer der Hausbaufirma (Bauträger oder Fertighaushersteller). Bei den ersten Gesprächen geht es dann um die Architektur, Baustoffe und das Budget. Außer in Ausnahmefällen ist von smarter Technik hier noch nicht die Rede. Das wäre aber wünschenswert, um die spätere Hausautomation maßgeschneidert planen zu können. Denn „damit sich die Automation richtig verhält, ist es vor der Installation wichtig, das Verhalten der Automation an den Nutzer anzupassen“, erklärt Michael Krödel, Professor an der Hochschule Rosenheim und Geschäftsführer des Instituts für Gebäudetechnologie. Krödel hat ein Planungskonzept entworfen, das aus vier Stufen besteht. Diese Stufen müssen mehrmals durchlaufen werden, um alle technischen und finanziellen Gesichtspunkte zu berücksichtigen. 

Auch Elektrotechnikmeister Andreas Däuwel aus Pirmasens rät Bauherren, sich so früh wie möglich um die smarte Technik bzw. um einen Elektroplaner zu kümmern. „Wir müssen unseren Kunden umfassend beraten, ohne ihn mit Technik zu überfrachten. Wir müssen herausfinden, was er wünscht und für ihn eine maßgeschneiderte Lösung entwickeln, die er problemlos beherrscht und der er vertraut.“ 

2. Sorgfältig den Technik-Experten aussuchen

Woher bekomme ich aber den richtigen Ansprechpartner? Wie kann ich sichergehen, dass der Elektriker oder Elektroplaner genügend Fachkenntnis und Erfahrung hat? Zum einen finden Bauherren hier im Heft zahlreiche Adressen von ausgewiesenen Experten, einige davon haben zum Beispiel ein Zertifikat der Initiative „Smarthome Deutschland“, die nur nach entsprechender Schulung vergeben wird. Zum andern kann der Bauherr seinen Gesprächspartner nach Referenzobjekten fragen und diese besichtigen. Und schließlich ist es empfehlenswert, etablierte Planungsinstrumente als Basis des Gesprächs – und des Vertragsabschlusses! – zu Hilfe zu nehmen. Hier eignen sich das Planungstool des Instituts für Gebäudetechnik Rosenheim  oder die Ausstattungsempfehlungen der Initiative Elektro+ nach DIN 18015 (siehe rechts).

3. Günstiger: Standardlösungen in Erwägung ziehen

Eine maßgeschneiderte Lösung bedeutet natürlich einen höheren Planungsaufwand, der dann auch honoriert werden muss. Andreas Richiger, Gründer und Geschäftsführer der Schweizer Firma Bootup, plädiert dafür, sowohl den Bauherren als auch den Elektrofachbetrieb zu entlasten und auf Technikmodule zu setzen, die aus der Erfahrung heraus bewährt haben. „Die Automatisierungsfunktion mit dem Kunden zu erarbeiten ist sehr zeitaufwendig und daher kostenintensiv. Wir schlagen Grundfunktionen vor, welche üblicherweise gewünscht werden, wie zum Beispiel automatische Beschattung, Anwesenheitsimulation, Alarmierung, Nachtabsenkung der Rollläden. Diese Grundfunktionen sind einfach verständlich und können später kundenspezifisch angepasst werden.“

4. Gewerke effizient verzahnen

Ob individuelle oder Standardlösung – wichtig ist in beiden Fällen eine reibungslose Ausführung der Arbeiten. Hier müssen die Planer dafür sorgen, dass die Gewerke ineinandergreifen. „Die Herausforderung beim Smarthome liegt darin, dass man über klassische Gewerke-Grenzen hinwegdenken muss“, betont Prof. Michael Krödel. „Ein Fensterkontakt kann nicht nur die Heizung abschalten, sondern auch einen Alarm auslösen. Ein Rauchmelder kann nicht nur Lärm machen, sondern auch die Rollläden hochfahren, um die Fluchtwege zu gewährleisten. Diese Kombinationsmöglichkeiten sind in der klassischen Ausbildung – egal welche Fachrichtung – nicht vertreten.“

5. Systeme mit Erweiterungsmöglichkeiten wählen

Andreas Däuwel beobachtet bei vielen Bauherren eine Schnupperphase. „Die meisten Kunden wollen erst einmal gewisse Bereiche der Installation mit einer Gebäudeautomation lösen. Sie wünschen sich beispielsweise Alarmmeldungen bei offenen Fenstern oder einen Panik-Taster am Bett.“ In diesem Fall rät der Elektroexperte, sollten die Hausbesitzer trotzdem schon weiter denken und „die Option für eine spätere Erweiterung unbedingt wahren.“    jh

Systeme

Ausstattungs-Richtlinien nach Elektro+

Welche Ausstattung ist die richtige für mich? Die Fachleute der Initiative Elektro+ haben sechs Stufen definiert, drei ohne Hausautomation (Schaubild obere Hälfte), drei mit Hausautomation (Kennzeichnung mit „plus“). Bauherren können mit ihrem Elektropartner einen dieser Ausstattungswerte vereinbaren (nach RAL-RG 678) und haben so eine klar formulierte Basis.

Elektro plus Richtlinie Stufen

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