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Interview: KNX-Systeme kostengünstig realisieren

14.05.2019

Eine unserer spannenden Reportagen beleuchtet eine alte Scheune, die zur topmodernen smarten Wohnung umgebaut wurde. „Das intelligente Haus” sprach mit Systemintegrator Klaus Geyer über die Planung der Steuerungstechnik beim Scheunen-Umbau und wie komplexe KNX-Systeme kostengünstig zu realisieren sind.


Zur Reportage: Schlaue Scheune – Ein 150 Jahre altes Haus wird smart


Das intelligente Haus: Herr Geyer, Sie automatisieren ja seit fast 20 Jahren Gebäude mit dem Gira Homeserver. In dem Scheunen-Umbau kam der Gira X1 zum Einsatz – warum?

Klaus Geyer: In diesem Projekt ging es den Bauherren darum, eine preisgünstige Lösung für die Smarthome-Technik zu finden, die trotzdem eine umfangreiche Logik-Programmierung bietet. Der X1 hat hier alle Anforderungen erfüllt. Und bot sich damit ganz klar an.

DiH: Welche Gewerke werden dabei konkret gesteuert – und welche nicht?

Geyer: Mit dem X1 kamen wir hier aus, weil beispielsweise keine allzu komplexe Heizungssteuerung über Netzwerk- oder Modbus-Schnittstellen notwendig waren. Die Verbindung zur Holzschnitzelheizung  ließ sich über analoge Schnittstellen herstellen. Vier analoge KNX-Eingänge übertragen Status- und Fehlermeldungen der Heizung. Temperatur- und Thermostat-Daten werden über Sensoren erfasst. Für die Steuerung einer Wärmepumpe dagegen braucht man in der Regel eher den Homeserver und passende Schnittstellen-Programme. Die Bauherren haben hier auch eine Multiroom-Musikanlage von Sonos. Sie lässt sich über den X1 steuern. Die übrige Haustechnik ist mit farbiger Beleuchtung, Beschattung, Fensterüberwachung und der Türkommunikation schon umfangreich, aber nicht besonders komplex.

DiH: Wenn Sie den X1 , den Homeserver und andere KNX-Zentralen vergleichen – was sind deren Stärken und wo liegen die Grenzen der verschiedenen Systeme?

Geyer: Der X1 ist eine sehr interessante Weiterentwicklung von Gira. Für kleinere Objekte bietet er zu einem günstigen Preis eine sehr ausgereifte Logik-Programmierung, die so nur wenige Mitbewerber haben. Da ist er durchaus vergleichbar mit dem Homeserver, lässt sich aber viel schneller einrichten. Der Homeserver ist weiterhin überall dort gefragt,  wo komplexe Schnittstellen oder Steuerungsmodule für externe Systeme wie Wärmepumpen oder bestimmte vernetzte Unterhaltungselektronik-Komponenten notwendig sind. Dafür gibt es eine große Entwickler-Community, die solche Verbindungen für den Homeserver seit Jahren entwickeln und pflegen.

DiH: Wie planen Sie bei einem solchen Projekt die Ausstattung des Hauses mit KNX-Komponenten – Aktoren, Sensoren und Taster?

Geyer: Der Vorteil ist, dass wir tausende standardisierte KNX-Komponenten nutzen können. Neben den optimal aufeinander abgestimmten Displays und Steuerungsgeräten, etwa von Gira, gibt es unzählige weitere Aktoren oder Sensoren. Wir haben eine langjährige Erfahrung, welche unter den Aspekten Preis und Leistung jeweils die Besten sind. Die setzen wir ein – mal von Gira oder Jung, mal von MDT, Zennio, Berker oder anderen Marken. Auch so werden KNX-Projekte für Kunden gut und preiswert. Wir haben dafür ein sogenanntes Raumbuch entwickelt, mit dem wir die Ausstattungswünsche und Funktionen abfragen. Die Ausarbeitung erlaubt uns dann, die optimalen Produkte auszuwählen. Hier gab mir der VDE Verlag die Möglichkeit, unsere Art der Erfassung in einem Ratgeber näher zu beschreiben. Für Interessierte Bauherren bieten wir auch eine Vortragsreihe dazu an.

Klaus Geyer
Smarthome-Experte Klaus Geyer

Smarthome-Experten

Systeme

Buchtipp:

KNX-Anlagen: Fehlervermeidung bei Planung und Installation“

Im VDE Verlag ist der Ratgeber für Planer und Bauherren von Klaus Geyer erschienen: „KNX-Anlagen – Fehlervermeidung bei Planung und Installation“. Darin zeigt er auch, wie er den Bedarf seiner Kunden erfasst. 152 Seiten, 29,80 Euro.

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