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Elektroplanung: Genug Netzwerk- und Steckdosen?

15.05.2017

Die Elektro- und Netzwerkplanung im Neubau und bei Sanierungen sollte wohl überlegt sein. Wer genügend Anschlüsse plant, der braucht später weniger Steckerleisten und Freiluft-Verkabelungen fürs Netzwerk und Smarthome.

Viel Strom, jede Menge Verbraucher, immer mehr Netzwerk: Beleuchtung und Kühlschrank, Unterhaltungselektronik, Tablet und Smartphone, intelligente Heizungssteuerung und Haustürüberwachung, LAN und Hausautomation – moderne Wohnhäuser sind vollgepackt mit Elektrogeräten, Elektronik und vernetzten Anwendungen. Der Anspruch an die Elektro- und Telekommunikations-Infrastruktur ist daher heute weit höher als noch vor einigen Jahren.

Ein paar Steckdosen pro Raum, eine Dose für Radio und Fernsehen und ein Telefonanschluss im Flur reichen schon lange nicht mehr aus, um heutige Komfort- und Kommunikationsbedürfnisse zu erfüllen. Im Rahmen eines Neubaus oder einer Grundsanierung sollte man daher nicht an der Netzwerktechnik im Haus sparen, sondern zukunftssicher planen.

Sichere Planung: Ausstattungsklassen von einem bis drei Sterne 

Anhand der Ausstattungswerte des Deutschen Instituts für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) können sich Bauherren und Modernisierer schnell einen Überblick über ihren Bedarf verschaffen, mehr Infos dazu gibt es zum Beispiel auf der Infoseite des deutschen Kupferinstituts oder bei der Initiative Elektro+. Die Ausstattungsklassen sind hier von einem bis drei Sternen eingeteilt. Hinzu kommen drei weitere Ausstattungsmöglichkeiten, bei denen die Ein, Zwie- und Dreistern-Installationen jeweils mit Funktionen der Gebäudeautomation geplant werden.

Nach wie vor ist Kupfer das einzige Metall, das den Normen für sogenannte Endstromkreise, also den Elektroleitungen im Haus, entspricht. Dafür verantwortlich sind Eigenschaften wie geringer elektrischer Widerstand, der Leitungsverluste gering hält, und die Biegefestigkeit, die Kupferleitungen langlebig und zuverlässig macht. Zudem ist die Ausstattung mit Kupferleitungen erschwinglich.

Kein Wunder also, dass der Bundesverband der Kupferindustrie für eine üppige Installation mit Elektroleitungen wirbt. Allerdings ist an der subjektiven Darstellung für jeden Bauherrn etwas dran: Wer beim Bau nicht vor vorn herein eine große Zahl an Steckdosen sowie Netzwerkanschlüsse in allen Räumen vorsieht, der muss später mit langen Steckerleisten und lose verlegten LAN-Kabeln an der Fußleiste arbeiten, um etwa die Anlage komplett mit Strom zu versorgen, den Smart-TV oder auch den vernetzten Backofen ins Netzwerk einzubinden. 

Mehr Aufwand am Anfang erspart Nachrüstungen und Folgekosten

Eine Kalkulationsbasis geben die Stromleitungs-Facheute zu ihrer Empfehlung dazu: Rund drei Prozent der Bausumme müssen Bauherren für eine 1-Sterne-Ausstattung einrechnen, für das 2-Sterne-Niveau sind es rund vier Prozent, für 3 Sterne etwa 4,9 Prozent der Gesamtkosten. Im Vergleich zur voraussichtlichen Nutzungsdauer, die bei 30 Jahren und mehr liegt, sind die Kosten vergleichsweise gering.

Muss man dagegen später nachrüsten, ist der Aufwand wesentlich höher - oder die Bewohner müssen sich mit dauerhaften Notlösungen wie Verlängerungskabeln und Mehrfach-Steckdosen herumärgern. Sinnvoll ist es auf jeden Fall, genügend Leerrohre in allen Räumen einzuplanen. Dadurch lassen sich Elektrokabel oder Kommunikationsleitungen auch nachträglich mit überschaubarem Aufwand einbauen, ohne dass neue Schlitze in die Wand geklopft werden müssen.

Systeme

Massiv oder verdrillt: Kupfer-Elektroleitungen

Im Haus unterscheidet man zwischen fest in der Wand verlegten und ortsveränderlichen Leitungen. Feste Leitungen besitzen in der Regel einen massiven Kupferkern, Aluminiumleitungen sind nach Euronormen nicht zulässig. Im Einfamilienhaus kommen vor allem Leitungen mit festem Kupferkern und Querschnitten um 1,5 Millimeter zum Einsatz, für den E-Herd Querschnitte um 2,4 mm. Haushaltsgeräte, die bewegt werden können oder "ortsveränderlich" sind, benötigen flexible Kupferleitungen. Hier setzt man Litzen ein, die aus vielen dünnen, verdrillten Kupferdrähten bestehen und damit deutlich bruchfester sind. Quelle: www.mein-haus-kriegt-kupfer.de.

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