Gira Klaus Geyer Kirschgarten, Silber Foto: Ulrich Beuttenmüller für Gira

Energie, Sicherheit und Entertainment – schlau vernetzt unter einem Dach

29.06.2017

Was tun, wenn ein edles, recht junges Haus keine smarten Funktionen bietet? Man rüstet sie nach. Dieses Haus zeigt, wie nachträglich ein umfassendes Smarthome auf Basis von KNX-Technik entstehen kann – inklusive Sicherheit, Heizung, Solarsystemen und Entertainment. 

Sichtbeton, Holz und Cortenstahl bestimmen die moderne Optik des flachen Baukörpers – ein zweistöckiges Architektenhaus in Mittelfranken. Nach dem Kauf des erst im Jahr 2002 gebauten Hauses wollte es der neue Besitzer zu einem Smarthome aufrüsten. Diese Aufgabe übernahm Systemintegrator Klaus Geyer, ein ausgewiesener Experte für die intelligente Gebäudesteuerung mit allen Möglichkeiten und Anwendungsgebieten. „Wir haben zunächst gemeinsam überlegt, welche vernetzten Funktionen im Haus gewünscht sind“, berichtet er. „Als Basis haben wir überall dort, wo es möglich war, KNX-Leitungen als Infrastruktur verlegt.“ 

KNX-Bussystem kombiniert mit Funk-Komponenten

Auf die Sichtbetonwände schraubte der Systemintegrator KNX-RF-Tastsensoren, die den Steuerungsbus per Funk „verlängern“. Diese Funk-Komponenten sind batteriebetrieben, benötigen so keinerlei Leitungen und lassen sich nachträglich sehr einfach platzieren. Für glatte Flächen gibt es diese Funk-Wandsender alternativ mit Klebestreifen. Die Verbindung zur verdrahteten KNX-Anlage wird unkompliziert mit einem KNX-RF/TP-Medienkoppler hergestellt. 

Alle Jalousien sowie die Beleuchtung innerhalb des Hauses und im Garten- und Pool-
bereich werden komplett über das KNX-System gesteuert. Im Gebäudeinneren lässt sich fast jede Lichtquelle dimmen und mit einem Zeitprogramm einrichten. Bestandteile des Smarthome-Systems sind auch die Gartenbewässerung und zwei Rasenmähroboter, deren Funktionen und betriebszustände der Gira Homeserver überwacht – neben allen anderen Gebäudefunktionen. 

Auch das Home-Entertainment ist ins KNX-System integriert

„Ein wichtiger Aspekt war das Home-Entertainment“, berichtet Klaus Geyer. „Weil der Hausbesitzer alle Funktionalitäten von einer einheitlichen Oberfläche aus bedienen wollte, haben wir ein Sonos Multiroom-System mit dem serverbasierten TV- und Video-Multiroomsystem Cen.Sys gekoppelt und ins KNX-System eingebunden.“ Dadurch sind nicht nur Musik- und Video-Dateien im ganzen Haus von einer zentralen Festplatte aus abrufbar. Es lassen sich darüber hinaus Musik- und Lichtszenen koppeln und die komplette Haussteuerung auch über die TV-Bildschirme sowie das Beamer-Bild im Wohnzimmer bedienen. Zudem bietet Den.Sys dem Hausbesitzer die Möglichkeit, TV-Aufnahmen aus der Ferne über das Internet zu programmieren. Für diese wie auch für alle anderen smarten Anwendungen wünschte er sich eine einheitliche Bedienoberfläche und nicht mehrere, separate Apps.

Als „Gehirn“ des KNX-Systems fungiert ein leistungsstarker Gira Homeserver, der alle Daten erfasst, auswertet und dann die Befehle an die Aktoren weiterleitet. Er ermöglicht es auch, mehrere Aktionen in Szenarien zu bündeln: Bei „Gehen“ werden zum Beispiel Licht und Musik im Haus deaktiviert und offene Fenster geschlossen. Beim Programm „Kinoabend“ verändert das Licht seine Farbe, die Jalousien und die Leinwand fahren herunter und der Beamer startet.

Klaus Geyer
Systemintegrator Klaus Geyer

„Alle Funktionen in diesem Haus sind nutzerorientiert realisiert und bedarfsgerecht vernetzt – und es gibt nur eine Bedienphilosophie.“

Sicherheit und Energieeffizienz ständig im Blick

Ein wichtiges Argument für das Aufrüsten auf ein Smarthome war für den Hausbesitzer das Thema Sicherheit und Einbruchschutz. Neben der Alarmanlage, den Rauchwarnmelder sowie den Fenster- und Außentür-Kontakten ist das Haus mit mehreren Kameras bestückt, die auch eine Fernüberwachung ermöglichen. Im Ernstfall wird per Anruf aufs Smartphone alarmiert.

Eine energiesparende und bedarfsgerechte Beheizung des Gebäudes ermöglicht die Einbindung von Gas-Brennwertheizung, Solarthermieanlage und Einzelraumregelung in das KNX-System. So folgt auch die Heizung klaren Zeitprogrammen für den Temperaturverlauf in den verschiedenen Räumen. Und sie weiß, wann das Haus genutzt wird und wann sie die Temperatur absenken kann, weil die Bewohner es verlassen haben. Hilfreich ist zudem, dass sich die Bewohner jederzeit die Ertragsdaten der Solarthermie- und der Photovoltaik-Anlage sowie die Verbrauchsdaten von Gasheizung und elektrischen Geräten anzeigen lassen können. 

Der smarte Komfort ist damit noch nicht komplett: Im Winter werden Fußwege und die Dachrinnen mit verfügbarer Solarenergie so weit beheizt, dass sie nicht überfrieren können. So entfällt jegliches Schneeschippen, und für die Bewohner bleibt mehr Zeit etwa für ihre vernetzte Entertainment-Anlage.   jw ❚


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Hersteller

Gira
Giersiepen GmbH & Co. KG
Dahlienstraße
42477 Radevormwald
Tel.: +49 21 95-602 0
Fax: +49 21 95-602 191

Smarthome-Experten

Daten & Fakten zum Haus

Basis: Kabelgebundenes KNX-System mit einzelnen KNX-RF Funk-Tastensensoren, Steuerung über Gira Homeserver

Funktionen: Lichtszenen, Automatikfunktionen, Jalousiesteuerung, Einbindung der Heizung, Einbindung Solarthermie und Photovoltaik, Gartenbewässerung, Dachrinnenheizung, Heizung Fußwege, Türkommunikation

Medientechnik: Multiroomsysteme Sonos (Musik) und Cen.Sys (TV, Video) mit Steuerung über den Gira Homeserver

Visualisierung: Gira Quad-Client, Tablet- und Smartphone-App

Architekt: Dürschinger Architekten, Würzburger Strasse 4, 90762 Fürth, www.duerschinger-architekten.de

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