Energieeffizientes Smarthome in Remscheid (Foto: Ulrich Beutenmüller für Gira)

Sparsames und sicheres Heim mit KNX und Gira X1

21.11.2017

Dieses kompakte Holzhaus in der Nähe von Remscheid erfüllt alle Anforderungen eines modernen, energieeffizienten Smarthomes – zum Preis einer Eigentumswohnung. Dass es auch gehobene Ansprüche an den Schutz des Hauses und der Privatsphäre erfüllt, ist einer umsichtigen Planung des Systemintegrators zu verdanken.

Nachdem die Kinder aus dem Haus waren, wollten die Bauherren dieses Holzhauses in der Nähe von Remscheid ihren Wohnraum an den geringeren Platzbedarf anpassen. Außerdem wollten sie die monatliche Belastung minimieren und setzten sich für ihre neue Wohnsituation ein finanzielles Limit. Das führte schnell zu der Frage: Eigentumswohnung oder doch ein neues Haus? Letzteres wurde durch das Holzhaus-Konzept des Architekten Aribert Just möglich, in dessen Mittelpunkt ein tief gezogenes Dach steht, das mit 65 m2 Fläche nach Süden – bei 116 m2 Wohnfläche auf anderthalb Geschossen – viel Platz für Solartechnik bietet. Rund um diese Randbedingungen entwarf der Systemintegrator Alexander Kenzbock eine intelligente Haustechnik für ein sicheres und zugleich energieeffizientes Wohnen.

Solarheizung mit KNX-Support

Auf das große, nach Süden ausgerichtete Dach wurden sowohl Photovoltaik-Elemente als auch thermische Sonnenkollektoren installiert, die das Haus über einen 900 Liter Warmwasserspeicher und eine Fußbodenheizung sehr günstig beheizen und mit Warmwasser versorgen. Im Sommer dient der vor allem zur Warmwasserversorgung und als Energiespeicher für überschüssigen Sonnenstrom. Ein KNX-Energiemesser überwacht die Erzeugung der Photovoltaikanlage und steuert die Energieverteilung im Haus. „Ein Energiezähler musste sowieso installiert werden, um die 70 Prozent-Einspeiseregel für die PV-Alage zu realisieren“, sagt Systemintegrator Alexander Kenzbock.

Laut Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) dürfen neu installierte Anlagen nur maximal 70 Prozent ihrer Nennleistung ins Stromnetz einspeisen. Spitzenwerte mittags im Sommer werden über die KNX-Steuerung automatisch im Haushalt genutzt. Schaltaktoren aktivieren dann im Zweifel Hausgeräte oder schalten den Heizstab im Wasserspeicher an. Auch im Herbst und Winter kommt das Haus dank der Kombination aus Photovoltaik- und Solarthermie mit wenig externem Heiz-Strom aus, der nur nach Einbruch der Dunkelheit per Heizstab den Wasserspeicher erwärmt, wenn dessen Temperatur zu tief sinkt. Diese Technik bringt einen klaren Kostenvorteil: Das Haus benötigt weder eine Wärmepumpe noch einen Heizkessel.

 

Wohzimmer Smarthome Remscheid
Im Erdgeschoss wurde ein großer Wohn-/Essbereich mit Sitzecke, offener Küche und Essplatz realisiert. Ein in der Mitte des Raumes eingezogener, statisch relevanter Stahlträger wurde bewusst nicht verkleidet. Mit steuerbaren LED-Streifen in seinem umgekehrten T-Profil sorgt er für farbliche Licht-Akzente. (Foto: Ulrich Beutenmüller für Gira)

 

Investition in Sicherheit

Einen Teil des eingesparten Geldes steckten die Bauherren in ihre intelligente Haustechnik. Neben den Energieflüssen werden auch Raumtemperaturen, Licht und Steckdosen über den neuen, kompakten Smarthome-Server Gira X1 befehligt. Der erlaubt eine große Zahl komplexer logischen Verknüpfungen für alle möglichen Komfort- und Sicherheitsszenarien im Haus. So nutzen die Bewohner beispielsweise gerne die Funktion „zentral aus“, die neben Lichtern auch Steckdosen deaktiviert, die bei Abwesenheit nicht benötigt werden – und an denen etwa ein vergessenes Bügeleisen hängen könnte. Nach der Rückkehr starten die Lichter über die Begrüßungsszene wieder.Am Bett haben die Bauherren einen Panikschalter, der per Knopfdruck alle Lichter im Haus einschaltet – sicher ist sicher. Weitere KNX-Bedienelemente des X1 dienen einfach dem Wohnkomfort.


Mehr Infos zu Gira X1:


Touchdisplay Gira 1
Über das Touchdisplay Gira G1 lassen sich Zeitschaltuhren einrichten oder eine Anwesenheitssimulation starten. Bedeckt man vor dem Schlafengehen das Display kurz mit der Hand, dann schaltet es nach einigen Minuten die Lichter aus. (Foto: Ulrich Beutenmüller für Gira)

 

Erinnern und alarmieren

Zur Sicherheit tragen auch Fenster- und Türkontakte bei: Beim Verlassen meldet der Gira X1 automatisch alle offenen Fenster. Löst während der Abwesenheit ein solcher Kontakt aus, dann schickt der X1 eine Meldung auf das Smartphone des Hausherrn. Auch an die Sicherheit des Fernzugriffs wurde gedacht: Für eine abhörsichere Onlineverbindung vom Smartphone zum X1 zu Hause sorgt das Remote Gateway von ISE aus Oldenburg, das einen unkomplizierten und sicheren Onlinezugriff über einen Portalserver ermöglicht.

Für zusätzliche Sicherheit sollen künftig auch Bewegungsmelder und Überwachungskameras sorgen – der Gira X1 kann deren Bilder in seiner Visualisierung darstellen. Schließlich denken die Bauherren schon einen Schritt weiter: Der KNX-Energiezähler könnte im Alter ein Teil des smarten Sicherheitskonzepts werden: Wenn tagsüber, obwohl jemand daheim ist, längere Zeit kein Strom oder Wasser verbraucht wurde, dann kann der Gira X1 das Telefon vor Ort anrufen. Wird dort nicht mit einer Taste bestätigt, dass alles OK ist, werden automatisch die Kinder informiert und können reagieren.“ Das ist einfach zu programmieren und erzeugt ein beruhigendes Gefühl von Sicherheit – auch bei den den nicht unmittelbarer Nähe wohnenden Kindern.


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Smarthome-Experten

Daten & Fakten zum Haus

Architekt: Aribert Just, www.doc-just.info

Gebäudetechnik: Gira Giersiepen GmbH & Co. KG, Dahlienstraße, 42477 Radevormwald. www.gira.de

Wohnfläche, Preis: 116 m2;  310.000 € inkl. Grundstück

Technik: 900 Liter Wasserspeicher in Kombination mit Fußbodenheizung. KNX-Server Gira X1, Visualisierung auf dem Gira G1 und Gira X1 App. Gira Tastsensoren Schalterprogramm E2 Reinweiß glänzend, Türstation System 106

Steuerbare Komponenten: Heizung Einzelraumregelung, Licht- und Jalousiensteuerung per KNX-Businstallation mit Szenarien und Bewegungsmeldern, Tür-/Fenstersensoren für Heizung und Überwachung.

Besonderheiten: Gold-Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), 2,80 Meter Raum­höhe, Effizienzhaus 40 Plus

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