Slider_altersgerechtes Smarthome

Altersgerecht und smart vernetzt bis ins kleinste Detail

30.01.2020

Ganz schön helle – so wünschte sich das Ehepaar Russ sein neues Zuhause für die dritte Lebensphase. Das Ergebnis ist ein lichtdurchflutetes Traumhaus mit jede Menge ­offenem Raum und unzähligen vernetzten Helfern für jede Lebenslage.

Marianne Russ hatte schon immer im oberbayrischen Pöring gelebt. Für die dritte Lebensphase wollte sie gemeinsam mit ihrem Mann auf einem geerbten Grundstück am Rande des kleinen oberbayrischen Ortes neu bauen – maßgeschneidert und altersgerecht, aber dennoch nach dem neuesten Stand der Haustechnik. Das Ehepaar dachte deshalb nicht lange darüber nach, ob der Neubau eine vernetzte Smarthome-Steuerung bekommen sollte oder nicht – sondern: welche?

Klaus Russ kümmerte sich in der Planung höchstselbst um die technische Ausrüstung und kam dabei weit herum, wie er im Gespräch mit „Das intelligente Haus“ berichtet. Dabei widerspricht er einer weit verbreiteten Meinung: „Ich brauche nicht alle Systeme in einer übergreifenden App.“ Dennoch sind praktisch alle technischen Systeme im Haus vernetzt – vom Funk-Smarthomesystem für Licht und Rollos über die Musik-Multiroomanlage, den vernetzten Video-Türsprecher und eine Alarmanlage bis zum Heizungs- und Lüftungssystem.

Doch immer schön der Reihe nach...

Haus
Der Stil und die großzügigen Glasflächen des Musterhauses „Ambienti“ von Regnauer gefiel den Bauherren auf den ersten Blick sehr gut. Das eigene Haus wurde in verschiedenen Aspekten nach ihren individuellen Wünschen angepasst (Fotos: www.regnauer.de).

Smarter, offener Neubau am Waldrand

Marianne Russ hätte am liebsten einen Bungalow realisiert, barrierefrei mit allen Funktionen auf einer Ebene. Da der Bebauungsplan dies nicht zuließ, wurde das neue Domizil als Eingeschosser mit ausgebautem Dach vom regionalen Anbieter Regnauer Hausbau umgesetzt: Die für einen rollstuhlgerechten Aufzug notwendigen Einbauten sind bereits vorgesehen, die komfortable, vernetzte  Steuerung der Haustechnik von Anfang an integriert. „Man muss ja mit der Zeit gehen“, sagt Klaus Russ, der sich selbst intensiv in die Materie eingearbeitet hat und genau wusste, was er will.

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Von der Haustür aus gelangt man direkt in den Wohnbereich oder über die luftige Holztreppe ins Obergeschoss. Neben der Eingangstür hängt ein iPad an der Wand, auf dem alle Apps für die verschiedenen Smarthome-Systeme und Geräte installiert sind.

Das Ergebnis kann sich in jeder Hinsicht sehen lassen. Der Raumeindruck ist geprägt von viel Glas, viel Licht und wenig Wänden. Das geräumige Entree im Erdgeschoss geht direkt in den großzügigen Wohnbereich über. Eine Schiebetür kann die offene Küche mit Essplatz bei Bedarf dazuschalten oder trennen. Ebenfalls von der Haustüre aus gelangt man über eine Holztreppe ins Obergeschoss. Dort sind unter den Dachschrägen zwei Schlafzimmer angeordnet, jeweils mit zugehörigem Bad. Das Bad des „Master Bedrooms“ ist offen gestaltet, mit einer frei stehenden Badewanne und verbundener Ankleide. Die luftige Galerie nutzt das Ehepaar als Studio.

Vernetzte Heiz- und Kühltechnik

Zusammen mit der Luft-Wasser-Wärmepumpe schaffen die optimal gedämmten Wände des Holzfertighauses angenehme Temperaturen. Die Wärmeverteilung der Heizungsanlage von Viessmann lässt sich über die vernetzte Vitocomfort-Steuerung des Herstellers für jeden Raum auf die jeweilige Komfort-Temperatur regeln, wobei das Ehepaar Russ das gesamte Erdgeschoss nach kurzer Zeit als einheitliche Heizzone definiert hat. „Die Schiebetür steht bei uns fast immer offen, da gibt es keine einzelnen Räume zu regeln“, erzählt Klaus Russ. Im Sommer lässt sich die Anlage auf Kühlung umstellen und klimatisiert den Innenraum dann sanft über die Böden. Auf dem Garagendach ist eine Photovoltaikanlage zur Nachrüstung vorbereitet, um den Strom für die Wärmepumpe eines Tages selbst zu erzeugen. Zwei Gaskaminöfen im Wohnzimmer sowie zwischen Schlafzimmer und Bad sorgen in der Übergangszeit rasch für kuschelige Wärme – und lassen sich daheim oder von unterwegs aus per App ansteuern.   

Bild 2
Zwischen dem Schlafzimmer und dem offen ums Eck angeschlossenen Bad im Obergeschoss ist ein per App steuerbarer Gaskamin eingebaut. Der sorgt in der Übergangszeit schnell für wohlige Wärme auf dem Weg zur frei stehenden Badewanne.   

Per App ferngesteuert

Typische Smarthome-Funktionen wie Licht und Jalousien hat das E-Net Smarthome-System von Gira unter Kontrolle. Obwohl das Haus neu gebaut wurde und dabei die Wahl häufig auf ein KNX-Bussystem fällt, entschieden sich die Bauherren für das Funksystem. Entscheidend waren dabei für Klaus Russ der günstigere Preis und die flexiblere Programmierung des Systems. Bei E-Net Smarthome kann er Zeitprogramme und Automatiken selbst konfigurieren und jederzeit ändern, erklärt der Bauherr, während bei KNX-Systemen ein Fachbetrieb anrücken müsse. Licht und Jalousien lassen sich im Hause Russ auf mehrere Weisen steuern: Alle wesentlichen Funktionen sind auf Schalter gelegt, zusätzlich hängt ein Tablet mit installierter E-Net Smarthome-App im Eingangsbereich an der Wand. Beim Segeln auf dem Chiemsee können die Hausbesitzer auch aus der Ferne per Handy überprüfen, ob in Pöring ein Gewitter aufzieht und dann mit der E-Net-App die Jalousien ferngesteuert hochfahren.

Vielfalt der Systeme

Neben der Smarthome-Steuerung lassen sich im Hause Russ noch mehr Systeme und Geräte vernetzt steuern: Die Soundtouch Multiroom-Musikanlage von Bose etwa hat eine eigene App, ebenso wie die Telenot Alarmanlage, die ihrerseits mit mehreren Netzwerk-Kameras zusammenarbeitet. Kommt das Ehepaar im eigenen Auto nach Hause, dann öffnet sich wie von Geisterhand das Garagentor – eine vernetzte Antriebssteuerung mit Geofencing-Funktion macht‘s möglich. Besucher meldet die Video-Türsprechanlage Busch Welcome von Busch-Jaeger mit Bild und Ton an – im Haus ebenso wie übers Internet auf der zugehörigen App.

Dass die verschiedenen smarten Systeme und Anwendungen lauter einzelne Apps haben, stört Familie Russ nicht – im Gegenteil. Eine Integration aller Funktionen auf einer Menüoberfläche hält Klaus Russ für zu unübersichtlich. Er hat lieber auf dem iPad an der Wand alle notwendigen Programme auf einen Blick parat. „Die Heizung oder die Alarmanlage funktionieren fast komplett automatisch, da öffne ich die Apps nur alle paar Wochen“ sagt er. Alle anderen Systeme im Haus hat das bestens vernetzte Ehepaar auch so stets unter Kontrolle.

Systeme

Anbieter: Regnauer Hausbau GmbH & Co. KG, Pullacher Str. 11, 83358 Seebruck, Tel. 08667/72-222, www.regnauer.de

Entwurf: Haustyp „Ambienti“ mit individuellen Anpassungen

Bauweise: Massivholz-Riegel-Konstruktion, Satteldach mit 30 Grad Dachneigung

Wohnfläche: EG 142 m2, OG 72 m2

Technik: Luft-Wasser-Wärmepumpe, Fußbodenheizung mit Kühlfunktion, zentrale Lüftung

steuerbare Komponenten: Funksystem Gira E-Net zur Steuerung von Licht und Jalousien, Bedienung per Funktaster, Bewegungsmelder und App; Heizungssteuerung Viessmann Vitocomfort; Türsprechanlage Busch Welcome; Automatischer Garagentorantrieb; Alarmanlage mit Netzwerksteuerung, Fernüberwachung und IP-Kameras, Multiroom- Musik-System von Bose.

www.gira.de; www.viessmann.de;
www.busch-jaeger.de; www.bose.de

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