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7 Tricks – Energiesparen mit Smarthome-Technik

28.05.2019

Nicht überall ist Smarthome-Technik ein Luxus, auf den man auch verzichten kann. Denn das intelligente Haus kann helfen, Energie zu sparen oder vorhandene Ressourcen möglichst effizient einzusetzen. Hier erfahren Sie, wie das Smarthome Energie spart.

Trick 1: Energieverbrauch kennen und reduzieren 

Die smarte Energiewende beginnt in den eigenen vier Wänden! Erst vor kurzem berichteten wir, wie flexible Verbraucher und smarte Stromtarife künftig dabei helfen, den verfügbaren Strom effizienter zu nutzen. Sie müssen Sie aber nicht gleich mit variablen Stromtarifen. Für Erste genügt es, den eigenen Stromverbrauch genau zu kennen, um unnötige Stromschlucker eliminieren zu können. 

Der Stromanbieter Fresh Energy etwa bietet einen Ökostrom-Tarif an, bei dem ein Digitalzähler von Discovergy den Verbrauch der wichtigsten Geräte im Haus erkennt und sekundengenau im zugehörigen Webportal anzeigt. Jeden Monat liefert Fresh Energy eine exakte Rechnung. Fiese Nachzahlungen sind damit Geschichte. Diese exakte Erfassung hilft beim Sparen: Wer etwa konventionelle Glühbirnen gegen LED-Leuchtmittel ersetzt, der wird schon im nächsten Monat auf der Stromrechnung sehen, dass sich der Neukauf gelohnt hat. Auch eine Funksteckdose mit Zeitschaltung, die etwa die Audio-/Video-Anlage nachts und tagsüber komplett vom Stromnetz trennt, ist so schon nach kurzer Zeit direkt auf dem Konto bemerkbar.  

Und wer bislang noch keinen eigenen Solarstrom nutzen konnte, da er in einem Mietshaus oder einer Eigentümergemeinschaft wohnt, dem hilft jetzt der Heizungs- und Photovoltaikhersteller Vaillant zusammen mit dem Energiediensleister Prosumergy. Die beiden Partner haben zur ISH 2019 ein universelle Mieterstrom-Modell vorgestellt, das trotz schwieriger markttechnischer Voraussetzungen heute schon Energiekosten einsparen und den Netzbezug verringern kann.

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Mieterstrom wie im Modell von Prosumergy bedeutet, dass ein Betreiber das Dach eines Hauses mietet, dort eine PV-Anlage aufstellt und den Bewohnern vor Ort günstigen Strom vom eigenen Hausdach liefert. (Grafik: Vaillant)

Lesetipp: Stromverbrauch kennen und verringern - wie Smarthome-Technik dabei hilft, Energieverschwender im Haus zu finden.


Trick 2: Energiemanager steigern Effizienz

Bislang sind Energiemanager vor allem etwas für Haushalte mit eigener Solaranlage und etwa einer Wärmepumpe, die sich automatisch starten lässt, wenn mittags die Sonne strahlt. Künftig werden die smarten Stromverteiler aber auch in Haushalten ohne eigene Stromproduktion Einzug halten. Dafür sorgen schon die Anforderungen der Energiewende. Schon heute müssen etwa die Nutzer einer E-Ladesäule im Haus diese beim Netzbetreiber anmelden. Der wiederum kann verlangen, dass der Ladepunkt sich bei Engpässen im Netz abregeln lässt. Damit soll verhindert werden, dass ein lokales Stromnetz zusammenbricht, wenn viele Elektroautos gleichzeitig mit hoher Leistung laden und parallel dazu beispielsweise viele Elektro-Wärmepumpen laufen. 

Umgekehrt müssen Netzbetreiber und Stromversorger künftig auch den Verbrauch von überschüssigem Strom bei viel Wind und Sonne fördern – entweder durch generell günstigere Tarife für Verbraucher, die ihre flexiblen Verbraucher zur Verfügung stellen, oder durch individuelle Preisanreize. Dafür braucht man – ganz genau – einen Energiemanager  im Haus, der die Kapazitäten und den Leistungsbedarf der einzelnen Verbraucher mit den Anforderungen aus dem Netz oder dem verfügbaren Strom vom eigenen Dach koordiniert.


Ratgeber und Projekte: Diese Häuser sind smarte Energiemanager


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Der Technikkonzern Bosch integriert einen Energiemanager als Zusatz-Software in sein Smarthome-System, der den Betrieb von Wärmepumpen und künftig auch das Laden von E-Autos regelt. Waschmaschinen und andere Hausgeräte steuert der vernetzte Manager nebenbei mit (Foto: Bosch).

Trick 3: Wärmepumpe

Die Wärmepumpe ist der Prototyp der Heizung für die Energiewende. In gut gedämmten Neubauten stellen die hocheffizienten, elektrischen Wärmetauscher bereits heute die Mehrheit der Heizgeräte. Doch auch Renovierer sollten zwei Mal überlegen, ob ein solches System zusammen mit einem üppigen Wasserspeicher keine saubere Alternative zur Gas-Therme ist. Dabei geht es nicht nur um den Wechsel von fossilen Brennstoffen zum bundesweit zu gut 40 Prozent regenerativ erzeugten Strom, sondern eben auch um dessen flexiblen Einsatz: Wärmepumpen können problemlos mittags oder mitten in der Nacht den Warmwasserspeicher aufheizen, wenn zu viel Strom verfügbar ist.

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Die kompakte Luft-Wasser Wärmepumpe Arotherm von Vaillant (links im Bild) heizt Wasser
bis auf 75 Grad und eignet sich so für die Renovierung. Per Netzwerk-Steuerung kann sie Strom flexibel nutzen. Wärmepumpen von Wolf (rechts) lassen sich ebenfalls über einen Energiemanager steuern.

Lesetipp: Vaillant-Heizung lernt die Weltsprache für Energie


Trick 4: Heizung optimieren

Von der Heizungstherme bis in den letzten Winkel des Hauses fließt das Heizwasser einen weiten Weg und häufig durch mehrere Stockwerke. Der „hydraulische Abgleich“ sorgt dafür, dass trotz dieser Druckunterschiede in allen Heizkreisen oder Heizkörpern gleich viel Warmwasser ankommt. Bisher nahm der Heizungsmonteur diesen Abgleich einmalig über dei Druckverhältnisse an den Heizkörperventilen statisch vor. Häufig passierte das aber nicht, sodass die Heizkörper nah der Therme „glühten“, während weiter entfernte Zimmer mehr oder weniger kühl blieben. Mit geeigneten, vernetzten Heizungsthermostaten klappt das jetzt auch vollautomatisch.


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Die vernetzten Heizungsregelungen Eco und Link von Danfoss versprechen einen automatischen hydraulischen Abgleich. Sie messen dafür über einen Temperaturfühler am Ventil die Wärmezufuhr und über einen Raumfühler die Temperatur im Zimmer.

Trick 5: Heizung mit Ansage

Die effizienteste Heizung ist die, die man gar nicht benötigt – etwa, wenn keiner zu Hause ist. Oder wenn es morgens zwar noch kühl ist, aber schon am Vormittag die Sonne die Wohnung ganz natürlich aufheizt. Smarthome-Technik hilft hier z. B. über „Geofencing“, also die Abwesenheitserkennung der Bewohner über Standort-Daten aus deren Smartphones. Für die Vorhersage des Heizbedarfs sind Online-Wetterdaten notwendig sowie Informationen darüber, wie viel Heizenergie ein Raum bei bestimmten Außentemperaturen benötigt.

Auch hier hilft Smarthome-Technik: Hochwertige Heizungssteuerungen lernen mit der Zeit aus ihren Temperaturwerten, ihrem Regelverhalten und externen Wetterdaten, wie lange die Wohnung benötigt, um sich bei bestimmten Randbedingungen aufzuheizen, und wie schnell sie wieder abkühlt. Damit lässt sich gegenüber einer „dummen“ Heizung eine ganze Menge Energie einsparen, sodass sich die Anschaffung eines schlauen Steuerungssystems in der Regel schon nach wenigen Jahren auszahlt. Vorreiter der vernetzten Heizungssteuerung ist das Münchner Startup Tado. Jetzt kommt mit Wiser Heat von Eberle, einem Spezialisten für Heizungsregelungen eine echte Konkurrenz. Die bietet sogar einige zusätzliche Funktionen.


Mehr über die smarte Heizungssteuerung:


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Wiser Heat von Eberle steuert klassische Heizkörper über Thermostat-Stellmotoren an, kontrolliert mit einem speziellenSteuermodul Fußbodenheizkreise und regelt die Funktion der Therme. Zusätzlich kann ein Zwischenstecker auch elektrische Geräte oder etwa Radiatoren schalten. (Foto: Eberle)

Trick 6: Rollläden steuern

Rollläden und Jalousien haben nichts mit Energie sparen zu tun? Na ja. Für perfekt gedämmte, dreifach verglaste Fenster im Neubau und deren Wärmeverlust durch die Glasflächen mag das stimmen. Doch überall sonst ist es durchaus sinnvoll, Rollläden und Jalousien fürs Energiesparen mit Smarthome-Technik mit einzubeziehen. Im Sommer spart es in vielen Fällen die Klimaanlage, wenn Rollläden und Außenjalousien tagsüber automatisch herab fahren. Im Winter machen herabgelassene Rollläden vor allem in älteren Wohnräumen mit schlecht gedämmten Fenstern durchaus einen Unterschied. Alternativ kann man hier als Eigentümer natürlich auch über den Austausch der Fenster nachdenken – weniger smart, aber auf Dauer garantiert lohnend.


Aktuelle Trends in der smarten Steuerung von Rollläden und Jalousien


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Die vernetzte Rollo-Steuerung ist auch praktisch: Alle Fenster lassen sich auf Wunsch mit einem zentralen Taster verdunkeln – oder per Fingertipp in der zugehörigen App . Eine besonders einfache Nachrüstung mit Motor-Rollläden bietet Becker Antriebe mit seinem Enocean-Motor. Diser benötigt nur einen Strom-Anschluss und lässt sich über batterielose Taster steuern.

Trick 7: Bedingungen kennen

Wissen ist Macht – das gilt nicht nur in der Politik und im Geschäftsalltag. Wer sein Haus möglichst sparsam und automatisch betreiben möchte, der sollte dafür alle sinnvollen Zustände zuverlässig erfassen. Wetterdaten aus dem Internet können auch mal ungenau sein, eine Wetterstation an der Hausfassade erfasst dagegen exakt die aktuelle Temperatur, Helligkeit oder die Windstärke. Einige Heizungssteuerungen erkennen geöffnete Fenster anhand von Temperaturschwankungen. Ein Fensterkontakt ist da aber zuverlässiger. Und schließlich kann es sinnvoll sein, einzelne Rollos je nach Sonneneinstrahlung herunterzulassen. Die gute  Nachricht: Für alle Eventualitäten und jede Art von Daten gibt es passende Sensoren.

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Elsner Elektronik ist auf alle Arten von Wetterstationen und Strahlungs-Messern spezialisiert, vor allem für die KNX-Technik (links oben). Rademacher hat einen Sonnensensor im Programm, der sich per Saugnapf innen an der Fensterfront befestigen lässt und die Beschattung so direkt kontrolliert (rechts). Fensterkontakte gibt es in allen Systemen, z. B. von Loxone (Mitte).

 

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