Ede Einbruchsschutz Einbrecher Foto: Roto

So wird die Herbstzeit nicht zur Einbruchszeit

17.10.2017

Kann Smarthome-Technik gegen Einbrüche schützen? Ja, sagen Anbieter solcher Systeme – auch wenn eine intelligente Haussteuerung keine echte Alarmanlage darstellt. Doch beim Schutz der eigenen vier Wände kann auch die Summe verschiedener Maßnahmen eine effektive Wirkung bieten.

In der dunklen Jahreszeit haben Wohnungseinbrüche traditionell Hochkonjunktur. Entgegen der landläufigen Meinung, Einbrüche passierten überwiegend nachts und in der Urlaubszeit, wird laut den Statistiken des Bundeskriminalamtes vor allem in den dunklen Monaten Oktober bis Februar vermehrt eingebrochen. Häufig schlagen Einbrecher dann am frühen Abend zu, wenn die Dämmerung bereits fortgeschritten und der Hauseigentümer noch unterwegs ist.

Laut dem aktuellen Einbruch-Report 2017 des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden 2016 140.000 versicherte Wohnungseinbrüche gemeldet. Das Problem: Viele Haushalte sind nicht ausreichend geschützt. Schwachstellen sind leicht zu öffnende Fenster sowie Haus- und Terrassentüren. Der Einbruch-Report zeigt beispielsweise, dass die Sicherheitstechnik an Türen und Fenstern oft veraltet ist. Der mechanische Schutz mit modernen, mehrfach gesicherten Fenstern und Türen ist daher die wichtigste Maßnahme gegen Einbrüche. Fenster und Terrassentüren mit einbruchhemmenden Pilzkopfbeschlägen gibt es von allen namhaften Herstellern – teils auch zum Nachrüsten.

Smarte Einbruchsicherungen, mit vernetzter Haustechnik können ebenfalls den Schutz erhöhen, da sie unbefugtes Eindringen frühzeitig erkennen und beispielsweise einen Notruf senden oder Aktivitäten im Haus auslösen können.

Schnelle Reaktion dank smarter Einbruchsicherung

Die Smart Home-Technologie bietet verschiedenste Überwachungsmöglichkeiten: Registrieren Bewegungsmelder am Haus eine Person im Garten, geht die Außenbeleuchtung an. Bei Abwesenheit der Bewohner kann die smarte Überwachungstechnik so geregelt werden, dass bei einer Bewegung im Garten nicht nur die Außenbeleuchtung, sondern zudem die Außenkameras aktiviert werden und eine Benachrichtigung sofort an das Smartphone des Hausbesitzers gesendet wird. Zusätzlich lässt sich die Innenbeleuchtung so einbinden, dass sich diese bei einem möglichen Einbruchsversuch zum Beispiel im Treppenhaus automatisch einschaltet und somit eine Anwesenheit simuliert. Die Vernetzung von Fenster- und Türkontakten, Bewegungsmeldern, Überwachungskameras, Beleuchtung und Rollladen mithilfe einer zentralen Bedien- und Steuereinheit wie dem myGEKKO Slide – oder anderen Smarthome-Systemen mit vernetzten Sicherheitsfunktionen – bietet einen umfassenden, auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner angepassten Einbruchschutz.

Fenster- und Türkontakte intelligent vernetzt

Eine einfache und wirksame Methode, die Sicherheitsvorkehrungen in den eigenen vier Wänden zu verstärken, ist die Integration von Fenster- und Türkontakten. Mit einem Blick auf die zentrale Steuereinheit der Smart Home-Anlage können die Bewohner feststellen, ob beim Verlassen des Hauses alle Fenster geschlossen sind. „Um den Einbruchschutz zu erhöhen, können die Fenster- und Türkontakte über die Steuereinheit mit Bewegungsmeldern, Videokameras, Rollladen, Beleuchtung und einem automatischen Notruf an die Bewohner vernetzt werden“, rät Hartwig Weidacher, Smart Home-Experte und Geschäftsführer der myGEKKO | Ekon GmbH. Stellen die Kontakte ein aufgebrochenes Fenster fest, wird die Alarmanlage ausgelöst: Die Beleuchtung im gesamten Haus wird angeschaltet, die Rollläden werden geöffnet und die Außensirene gibt ein akustisches und visuelles Signal.

Eine individuelle Anwesenheitssimulation schreckt ab

Auch eine smarte Lichtsteuerung kann zur Sicherheit des Eigenheims beitragen. Wird die Beleuchtung in einem Wochenprogramm zu festen Zeiten aus- und eingeschaltet, simuliert das die Anwesenheit der Bewohner. Noch realistischer kann die Anwesenheitssimulation gestaltet werden, wenn die Bewohner eine Zufallsabweichung einstellen. Rollladen- und Jalousieszenarien unterstützen diese Funktion: Mithilfe der zentralen Steuerungseinheit können Beleuchtung und Rollladenantriebe aufeinander abgestimmt werden. Durch die zusätzliche Einbindung einer Sonnenstandsregelung lassen sich Daten der Wetterstation bei der Jalousiesteuerung ebenfalls für eine Anwesenheitssimulation nutzen. Beim Aktivieren des „Außer-Haus-Szenarios“ beispielsweise werden die Rollladenantriebe lichtstandsabhängig geregelt, die Türen verschlossen, die gesamte Beleuchtung aus- und die Alarmfunktion eingeschaltet.

Systeme

Sicheres Smarthome oder Alarmanlage?

Smarthome-Experten sind sich darüber einig, dass ein professionell geplantes und entsprechend programmiertes Smarthome-System durchaus in oder Lage ist, Einbrecher abzuwehren und im Fall der Fälle zu melden. Eine Alarmanlage ersetzt das Smarthome indes nicht.

Solche Anlage müssen – zumindest nach der Lesart des  Verbandes der Sachversicherer (VdS) – speziell für den Schutz der eigenen vier Wände von einem zertifizierten Errichter installiert werden. Informationen dazu gibt es auch unter www.vds-home.de

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Der Verband der Sachversicherer VdS zertifiziert unter anderem Alarmanlagen in verschiedenen Sicherheitsklassen.

 

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