senic nuimo

Auf Knopfdruck Action

15.11.2016

Weg von der App – Smart Buttons und andere übergreifende und manuelle Bedienhilfen sollen das Smarthome greifbar machen. Wir zeigen einige übergreifende Lösungen für die Steuerung im Internet der Dinge.

Mehr als einfach Einschalten – im intelligenten Haus geht es darum, Funktionen der Haustechnik clever zusammenzufügen. Mit einem Befehl, durch eine Zeitsteuerung oder auch seinen Bewegungssensor lassen sich mehrere zusammengehörigen Befehle gemeinsam auslösen. Allerdings kümmern sich viele einfach einsetzbaren Smarthome-Systeme immer nur um jeweils nur einen Bereich im Haus. Philips Hue LED-Leuchten etwa bieten eine höchst variable Lichtsteuerung. Und eine Heizungssteuerung mit dem smarten Thermostat von Nest, Netatmo oder Tado optimiert eben den zeitlichen Verlauf der Heizung im ganzen Haus. Für eine übergeordnete Steuerung bedarf es hier einer zusätzlichen Steuerungstechnik.

Ähnlich sieht es aus, wenn man das TV-Gerät starten und gleichzeitig die Lichtstimmung im Wohnzimmer entsprechend anpassen möchte. Tatsächlich stellen übergreifende Befehlsgeber gerade einen der neuesten Trends im Smarthome. Dabei geht es gar nicht unbedingt um Automatisierungen. Vielmehr sollen Mediengeräte jeweils mehrere Systeme ansteuern können, wenn man sie eben benötigt. Statt sich durch mehrere Apps zu wühlen, genügt eben einfach ein Knopfdruck oder eine andere Geste an einem der folgenden Kontroll-Gadgets. 

Logitech Pop: Ein Taster für Licht, Heizung und TV

Logitech hat mit den Pop-Buttons eine inverselle Bedien-plattform für alle möglichen Szenarien im vernetzten Heim entwickelt. Die Taster sind per Funk mit einer eigenen Zentrale verbunden, die übers Heimnetzwerk alle denkbaren vernetzten Geräte erreichen kann. Jeder einzelne Knopf verarbeitet jeweils bis zu drei Befehle: einmal, zweimal oder längere Zeit drücken. Was dann jeweils passiert, lässt sich über die zugehörige App einrichten – die Buttons spielen etwa mit Philips Hue Leuchten und anderen steuerbaren Lichtsystemen zusammen, befehligen Sonos-Multiroom-Anlagen, einige Smarthome-Devices aus den USA sowie künftig noch viel mehr vernetzte Gadgets. Außerdem kann man über die Knöpfe zusammen mit einer Universal-Fernbedienung vom Typ „Logitech Harmony Elite“ auch einzelne Kommandos an die Audio-Video-Anlage schicken. Eine TV-Szene, die gleichzeitig den Fernseher aktiviert und das Licht dimmt, ist so mit einem Knopfdruck aufrufbar.

Der universelle Smart Button Logitech Pop

Nodon Niu: Mini-Knöpfe mit Bluetooth-Connectivity

Nodon bietet kleine bunte Taschenknöpfe an, die auf Befehl teils lustige, teils auch sinnvolle Befehle auslösen. Auf den ersten Blick bietet diese Niu-Knöpfe vor allem Fernbedienungsfunktionen fürs Smartphone. Man kann etwa per Knopfdruck die Kamera aktivieren und die Aufnahme von Selfies clever fernsteuern: Einmal Drücken löst die Kamera aus, ein Doppelklick wechselt zwischen der Front- und der Rückseiten-Kamera. Ein Befehl lässt sich auch absetzen, um dem Smartphone ein Geräusch zu entlocken – optimal für Leute, die Ihr Telefon häufig verlegen.  Über die Online-Steuerungsplattform IFTTT (If This Then That) kontrolliert Niu aber auch Funktionen im Haus – so kann man auf Knopfdruck zuvor definierte IFTTT-Funktionen starten, etwa die Beleuchtung im Wohnzimmer auf ein bestimmtes Level dimmen oder eine Playlist auf bestimmten Multiroomanlagen ablaufen lassen. Die Buttons werden per Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt, ihre Funktionen für einen, zwei oder den langen Tastendruck richtet man über eine zugehörige App ein. Das Ganze funktioniert aber nur, so lange das Smartphone in der Nähe ist und per Bluetooth-Kontakt die Verbindung ins Internet herstellt.

Nodon Niu Button

Nuimo, der smarte Steuerungs-Puck

Senic ist ein Startup aus Berlin, das mit dem wertigen und innovativen Multi-Drehknopf-Gerät „Niumo“ für Furore sorgt. Der Befehls-Puck steuert Musik, Licht und andere Anwendungen per Drehung am Bedienring außen, über Wisch- und Tippgesten auf der Oberseite oder gar über Gesten im Luftraum darüber. Das klappt neben der unvermeidlichen Philips-Hue-Steuerung zum Beispiel auch mit Multiroom-Anlagen von Sonos oder von Raumfeld. Letztere werden ja ebenfalls in Berlin entwickelt. Was die drei Smart-Buttons vereint: Es gibt sie schon, doch bislang lassen sich nur eine recht begrenzte Zahl an vernetzten Geräten über sie befehligen. 

senil nuimo

Studien für eine anschauliche Heimsteuerung 

Neuartige Bedienkonzeote haben offenbar Hochkonjunktur, denn ständig tauchen inSeminaren und auf den Webseiten von Produktdesignern Konzepte für eine einfache und eher spielerische Kontrolle des vernetzten Lebens auf. Der Tenor ist stets ähnlich: Kopf hoch, raus aus der App und zurück zur gegenständlichen Kontrolle.

Cube etwa ist so ein Konzept: Ein Würfel, der auf jeder seiner sechs Seiten eine Funktion steuert. Legt man ihn etwa mit dem Musiksymbol nach oben auf den Tisch und dreht ihn, dann wird die Anlage lauter oder leiser. Kippt man ihn nach rechts, dann springt die Playliste ein Stück nach vorn. Dreht man den Würfen auf die Heizungsseite, dann lässt ich die Temperatur im Raum hoch oder runter drehen, und so weiter. Kleiner Schönheitsfehler: Cube existiert bislang, im Gegensatz zu Nuimo, nur als Konzeptstudie. Nett klingt die Idee aber dennoch.

Cube smart Würfel

Eine durch und durch haptische Kontrolle über die Vorgänge im Haus könnte indes eine weitere Alternative zu Touchscreens, Apps und Tastern werden. Vom ungarischen Produktdesigner Gábor Balínt stammt eine Studie namens Memodo. Die Idee: Kleine Figuren liegen auf einem Tablett, das fast schon einem etwas arg schlichten Spielfeld ähnelt. Jeder Gegenstand verkörpert dabei jeweils eine bestimmte Szene im Smarthome – ein Spielstein etwa steht für Freizeit am Wochenende, ein Miniatur-Weinglas für den gemütlichen Abend, das Auto für Abwesenheit und eine Sonnenbrille für Urlaub – der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Memodo Smart Home Tablett

Die Vertiefung seitlich am Tablett dient als Aktionsfläche: Sie erkennt eingelegte Objekte mithilfe eingebauter Sensoren, weiß dessen Bedeutung und gibt den entsprechenden Befehl zum Szenen-Start an das Smarthome weiter. Das Tablett ist also eine Art haptischer Multischalter, um verschiedene Szenen aufzurufen – leider bislang nur als Studie und Design-Modell.

Stichwort: IFTTT

Die Abkürzung steht für die Formel  „If This Then That“, also „Wenn Dies eintritt, dann tu' Jenes“. Die zugehörige Onlineplattform beseitigt die Grenzen zwischen Insellösungen im Smarthome und andere vernetzten Anwendungen  – kostenlos und ohne eigene Hardware. IFTTT koppelt immer mehr Smart Home Geräte, jede Menge Onlineportale wie Facebook, Twitter oder Google-Dienste sowie die Funktionen von Android-Smartphones, den Versand von Mails oder auch die Wiedergabe von Musik-Streamingdiensten. Dabei lösen Vorkommnisse in einem der angeschlossenen Geräte oder Dienste Aktionen in einer anderen  Komponente aus. Man könnte sagen, IFTTT vernetzt die viel beschworenen Dinge im „Internet of Things“ mit dem klassischen Internet – und umgekehrt.

Einerseits lassen sich bei IFTTT Geräte einbinden, indem man den Nutzer-Account etwa von Philips Hue oder der Tado-Heizungssteuerung bekannt macht. Über einen Hintereingang kann IFTTT so auf die Steuerung dieser Gerätschaften zugreifen – oder durch Werte, die sie ausgeben, andere Vorgänge auslösen. Einfaches Beispiel: Sinkt die Temperatur im Raum laut Messung eines Tado-Thermostates unter einen bestimmten Wert, dann erhält der Hausherr eine E-Mail. Anders herum kann IFTTT etwa die Hue-Beleuchtung bei Sonnenuntergang automatisch ein und an Mitternacht wieder ausschalten. IFTTT lernt ständig neue Funktionen dazu. Und je mehr Geräte, Sensoren und Onlinedienste in der Plattform mitmachen, desto universeller sind die Möglichkeiten der Steuerung.

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