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Flexibler Stromtarif mit Schaltsteckdosen

01.07.2019

Mit einem flexiblen Stromtarif wollen die Stadtwerke Norderstedt ihre Kunden dazu bringen, Strom aus den Windkrafträdern der Region effizienter zu nutzen. Dabei spielt Smarthome-Technik eine wichtige Rolle.

Norderstedt ist die fünftgrößte Stadt in Schleswig-Holstein und liegt etwas nördlich von Hamburg. In Schleswig Holstein ist häufig zu viel Windenergie vorhanden, sodass Windräder abgeregelt werden müssen, um das Netz stabil zu halten. Im Pilotprojekt „New 4.0“ im Rahmen des Föderprogramms „Schaufenster intelligente Energie“ des Bundeswirtschaftsministeriums erproben die Stadtwerke Norderstedt seit September 2018, wie sich überschüssiger Windstrom mithilfe flexibler Tarife und Smarthome-Technik möglichst direkt nutzen lässt.

Thorsten Meyer, Stadtwerke Norderstedt New 4.0

„Im Januar 2019 konnten 390 Kunden über den variablen Tarif 12,28 MWh verschieben. Unser Highlight-Kunde war in dem Monat mit 931  kWh dabei. “
Thorsten Meyer, Projektleiter New 4.0
Stadtwerke Norderstedt

Laut New 4.0-Projektleiter Thorsten Meyer nutzen derzeit rund 450 Haushalte in Norderstedt den variablen Tarif, bei dem der Preis je nach verfügbarem Stromüberschüssen sinkt – oder bei Flaute steigt. Die Informationen erreicht die Verbraucher über ein Onlineportal der Stadtwerke. Die Tarifimpulse werden dann über das Smarthome-System von Homee, das Heimnetzwerk und die Fritzbox der Kunden an schaltbare Steckdosen weiter gereicht. Der beliebte WLAN-Router Fritzbox ist ja bekanntermaßen eine brauchbare Steckdosen-Funkzentrale – und übers Heimnetzwerk auf einfache Weise von Homee aus kontrollierbar.  

Digitale Stromzähler machen's möglich

Umgekehrt haben die Stadtwerke die Gesamtheit ihrer Kunden über die vernetzte Energiezähler im Blick. Die dafür notwendigen digitalen Stromzähler haben die Stadtwerke Norderstedt in den letzten Jahren bei den meisten ihrer Kunden bereits schon installiert. Testkunden bekommen für die Laufzeit des Projekts eine Steuerzentrale von Homee sowie vier schaltbare Funk-Steckdosen für die Fritz-Box. Weitere smarte Steuerungskomponenten können die Kunden über einen eigenen Shop günstig kaufen. 

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Testkunden bekommen als Leihgabe vier schaltbare Steckdosen und den Homee-Basiswürfel im Wert von insgesamt ca. 400 EUR.

Die Stadtwerke melden Tarifinformationen an die Homee-Box des Kunden. Diese aktiviert dann die Funksteckdosen, sobald ein Überschuss an Windkraft – und damit günstigem Strom – signalisiert wird. Kunden können zwischen einem Tarif mit hohem Rabatt und kurzfristigem Ein-/Aus-Schalten und einem weiteren Flex-Tarif mit einer garantierten Aktivierung der Steckdose von drei Stunden am Stück wählen. In Letzterem ist der Rabatt geringer, dafür kann damit etwa eine Waschmaschine sicher mit günstigerem Strom fertig waschen. Laut Projektleiter Meyer steuern Kunden häufig die E-Auto- oder Pedelec-Ladung, aber auch Teichpumpen, Trockner oder die Wasserbett-Heizung sind beliebte Anwendungen.

Künftig werden Geräte direkt vernetzt

Künftig sollen Wallboxen und Hausgeräte auch direkt angesteuert werden. Dafür planen die Stadtwerke Norderstedt ab Herbst 2019 mit einem erweiterten Energiemanager auf Basis einer zentralen Schaltbox, der vernetzte Geräte wie etwa Home Connect Hausgeräte, vernetzte Wärmepumpen oder E-Auto-Ladestationen direkt ansteuert. Wie in anderen Bereichen plant man dafür auch bei den Stadtwerken Norderstedt und dem Projekt New 4.0 mit der standardisierten Vernetzung über die EEBUS-Kommunikationsstandards.

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