Slider_Praxistext Wiser Heat Ebele

Praxistest: Heizungssteuerung mit Eberle Wiser Heat

21.01.2020

Komfort steigern, Energie sparen: „Wiser Heat“ vom deutschen Heizungsspezialisten Eberle verfügt über eine Vielzahl smarter Funktionen, die das Leben einfacher machen sollen. Lesen Sie, was die smarte Heizungssteuerung zum Nachrüsten so alles kann.

Wiser Heat steuert die Wärmeübergabe an Heizkörpern oder im Verteiler der Fußbodenheizung. Über Funk-Raumthermostate überwacht das System die Wärmeverteilung an zentralen Positionen in jedem Zimmer. Der Hersteller Eberle verspricht, dass die Steuerzentrale im „Wiser Heat Hub“ anhand der Raumtemperaturverläufe und Wetterdaten über längere Zeit Gebäudeeigenschaften wie das Aufheiz- und Abkühlungsverhalten erlernt. So soll sie ebenfalls Überheizen oder ein verspätetes Aufheizen bei kaltem Wetter vermeiden.


Weiterlesen zum Thema Heizungssteuerung:


Im Rahmen eines Dauertests ist Wiser Heat jetzt in der DiH-Redaktion, einer sanierten Büroeinheit, eingezogen. Das Objekt eignet sich gerade für dieses System, da zwei Räume per Fußbodenheizung und vier über Heizkörper beheizt werden. 

So funktioniert Wiser Heat von Ebele

Bild 1

Die Heizkörperthermostate des Wiser-Systems haben keine eigenen Displays. Man kann aber über ihren Drehknopf einen Boost oder eine kurzfristige Temperaturabsenkung starten. Zum Lieferumfang gehören Adapter für Danfoss-Heizkörperventilke (im Bild) und die klassischen Schraubring-Anschlüsse. Die Montage gelingt problemlos.

Bild 2

In der Testumgebung sind insgesamt fünf Fußboden-Heizkreise in zwei Räumen in Betrieb – zu erkennen an den fünf hellen Ventilköpfen (links im Bild). Sie werden über eine Schaltspannung von 230 Volt geschlossen. Der zentrale Fußbodenheizungs-Regler kann mehrere Heizkreise und Kanäle schalten. Kanal Eins schaltet die drei Heizkreis-Ventile des ersten Raumes, Kanal Zwei die beiden Heizkreise des zweiten Raumes. Die Zuordnung zum jeweiligen Raum und dem dort installierten Raumthermostat erfolgt später in der Wiser Heat-App.   

Bild 3

Der Heat-Hub wird zentral in der Wohnung platziert. Er sollte auf jeden Fall guten WLAN-Empfang haben und nicht allzu weit von den Raumthermostaten und Heizkörpern entfernt sein. Die Raumthermostate (rechts im Bild) zeigen Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Raum sowie die aktuelle Soll-Temperatur an. Per Plus-Minus-Tasten kann man die Wunschtemperatur vorübergehend ändern oder auch einen Boost-Timer starten.

Wiser Heat-App

Bild 4

1) Raumdetails: Nach der Anmeldung beim Wiser-Onlineservice richtet man Raum für Raum ein und ordnet die Funk-Regler und Thermostate zu. Beim Fußboden-Regler ist Vorsicht geboten, dass alle Heizkreise des jeweiligen Raumes im Steuerungsgerät dem selben Kanal zugeordnet wurden. Der Raumthermostat ist bei Fußbodenheizungen unbedingt notwendig, bei Heizkörpern verbessert er die Messgenauigkeit.

2) Zeitprogramm: Als Nächstes lassen sich für jeden Raum und Tag individuelle Zeitprogramme für die jeweiligen Wunsch-Temperaturen festlegen. Ob sinnvoll oder nicht: Hier sind beliebig viele Schalt-Zeiten pro Tag möglich. Um nicht in jedem Raum und für jeden Tag von vorn starten zu müssen, lassen sich einzelne Tages-Programme auf andere Wochentage kopieren.

3) Startverhalten: Die Frage bei jeder Automatik: Soll sie besonders sparsam oder komfortabel regeln? Während etwa Tado den Zeitplan stets nach der Zieltemperatur einstellt, überlässt Wiser Heat dem Benutzer die Wahl, ob zum eingestellten Zeitpunkt der Heizkreis öffnen oder die Zieltemperatur erreicht sein soll. Daneben kann man den Eco-Modus aktivieren, der die Heizleistung anhand von Wetterdaten und Gebäudeeigenschaften optimiert.

4) Manuell steuern: Die Heizungskontrolle im Alltag ist ganz einfach: Auf der App-Oberfläche wird jeder Raum mit einem Kreis für die aktuelle Temperatur und der Angabe der aktuellen Wunsch-Temperatur darunter angezeigt. Hier lässt sich über die Timer-Funktion ein Temperatur-Boost für 30 Minuten bis drei Stunden starten – oder auch der Zeitplan ändern. Über einen Raumthermostat ist das auch ohne Smartphone möglich.

Fazit

Die ersten Erfahrungen sind positiv. Die Installation gab keine größeren Fragen auf, in Betrieb fielen vor allem die einfache manuelle Steuerung über die Raumthermostate und die übersichtliche App positiv auf. Die Abwesenheitsautomatik ist dagegen weniger intuitiv als etwa bei Tado: Wiser Heat nutzt für die An- und Abwesenheitsautomatik vorprogrammierte Schalt-Rezepte auf der IFTTT (If This Then That)-Plattform. Dort ist ein Benutzerkonto notwendig, das über die zusätzliche App „Life360“ die An- und Abwesenheit zu Hause erkennt und an Wiser Heat weiterleitet. Alle Bewohner müssen dafür bei Life360 angemeldet sein. Konkurrent Tado hat das Geofencing in die eigene App integriert, sodass diese Daten bei einem Anbieter bleiben. Das sollten die Entwickler bei Eberle nachholen.

Systeme

Marktübersicht & Funktionen

Im hier verlinkten Ratgeber-Artikel lesen Sie, welche Funktionen eine Smarthome Heizungssteuerung generell bietet – zusammen mit Marktübersichten zu passenden Systemen.

Expertensuche

Fachbetriebe zum Thema in Ihrer Nähe

 

Das könnte Sie auch interessieren

Ein intelligentes Haus erfordert eine komplett andere Elektroinstallation? Von wegen! Viele Smarthome-Innovationen verschwinden derzeit hinter den bekannten Wandschaltern für Licht, Rollos und andere Aufgaben. Lesen Sie hier alles über intelligente Wandtaster und andere „Schalternativen“.
Ganz schön helle – so wünschte sich das Ehepaar Russ sein neues Zuhause für die dritte Lebensphase. Das Ergebnis ist ein lichtdurchflutetes Traumhaus mit jede Menge ­offenem Raum und unzähligen vernetzten Helfern für jede Lebenslage.
Vor allem junge Familien sollen sich in der Bau­reihe ­„Sunshine“ von Weberhaus wohlfühlen. Dafür wurde eine zeitgemäße Optik mit zukunftsweisender Energie- und Smarthome-Technik kombiniert.