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Was ist ein Smart Meter Gateway?

17.06.2019

Strom aus Wind- und Sonnenenergie steht nicht ununterbrochen zur Verfügung. Um unsere Energieversorgung dennoch konstant aufrecht zu erhalten, muss das intelligente Strom­netz der Zukunft flexibel auf Schwankungen reagieren. Lesen Sie, welche Rolle dabei Smart Meter Gateways spielen.

Smart Meter Gateways (SMG) wie das Theben Conexa 3.0 sind selbst keine Stromzähler, sondern eine sichere Schnittstellen zwischen digitalen Zählern im Haus und dem Messstellenbetreiber im Stromnetz. Die offiziell staatlich freigegebenen Smart Meter Gateways sollen in Deutschland schon seit über einem Jahr eingesetzt werden. Allerdings verzögert sich ihre Einführung immer weiter, da die verschiedenen Sicherheitsprüfungen vor der staatlichen Freigabe sehr komplex und zeitraubend sind. 

Theben Conexa 3.0
Smart Meter Gateway Theben Conexa 3.0 mit Vernetzungsmodul für das Energiemanagement im Haus und dessen Anbindung an das Smart Grid. (Foto: Theben AG)

Jedes neu entwickelte Smart Meter Gateway wird dafür in verschiedenen Durchgängen auf seine Genauigkeit (Eichrecht) und die Datensicherheit gegen Hacker und sonstigen Missbrauch geprüft. Erst wenn das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein Smart Meter Gateway zertifiziert hat, darf es eingesetzt werden. Zu den Sicherheitsvorgaben zählen dabei nicht nur die Datenübertragung vom Smart Meter und Netz und umgekehrt. Auch die Herstellung, Auslieferung, Installation, ja sogar die Entsorgung der Geräte müssen von Herstellern und Messstellenbetreibern  ähnlich strikt abgesichert werden wie die staatliche Münze und deren Geldtransporte.  

Zusammen mit einem oder mehreren digitalen Strom-, Wasser oder Gaszählern bildet das Smart Meter Gateway im Betrieb ein „intelligentes Mess-System“ und kann beispielsweise Verbrauchsdaten über den sicheren Datenkanal an den Energieversorger melden.

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Smart-Meter-Kommunikation (Grafik: Minol-Zenner)

Umgekehrt kann das Gateway Tarifinformationen für Energiemanager im Haus empfangen, so dass flexible Verbraucher wie Elektroautos oder Wärmepumpen ihre Batterie- oder Warmwasserspeicher vorzugsweise mit günstigem Strom laden. Die Kommunikation erfolgt dann über die hochsichere Datenübertragung des Smart Meter Gateways, während ein Energiemanager die Steueurng der jeweiligen Verbraucher erledigt. 

Der Betrieb der intelligenten Mess-Systeme wird über Gebühren abgerechnet, das so genannte Messentgelt. Dabei gelten verbrauchsabhängige Obergrenzen: Bis 4000 kWh beträgt die Gebühr 40 Euro, bis 6000 kWh 60 Euro und darüber maximal 100 Euro pro Jahr. Zum Start müssen zunächst Haushalte mit mehr als 6000 kWh Verbrauch sowie Gebäude mit Erzeugungsanlagen mit einem Smart Meter Gateway ausgestattet werden. Darunter ist der Einsatz freiwillig. Zusammen mit einem variablen Stromtarif kann der Einsatz eine vernetzten Zählers aber durchaus sinnvoll sein.

Es gibt heute schon vernetzte Stromzähler, etwa den „Einsparzähler“ von Discovergy (siehe Foto ganz oben). Er ist ebenfalls vernetzt und bietet eine ganze Reihe praktischer Einsatzmöglichkeiten, um innovative Stromtarife wie Fresh Energy oder das flexible, stündlich angepasste Stromangebot Awattar zu nutzen oder über den eigenen Verbrauch im Detail zu informieren. Das aktuelle Discovergy-Modell ist allerdings nicht verbindlich für alle Energieversorger und Netzbetreiber nutzbar – ihm fehlt die hochoffizielle Eichungs- und Sicherheitszertifizierung durch BSI & Co.. 


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